Der Dorfladen Harthausen ist ein „Bürgerladen“, der nicht nur die Nahversorgung sicherstellt, sondern auch ein Ort der Begegnung für die knapp tausend Einwohnerinnen und Einwohner Harthausen in der Gemeinde Grasbrunn ist. Am Jubiläumstag strömten zahlreiche Gäste in den Laden und auf die Bierbänke vor dem Gebäude, um das besondere Ereignis zu feiern.
Schon zur Mittagszeit herrschte reges Treiben: Einheimische und Besucher saßen beisammen, genossen den Austausch und ließen sich mit Sekt und Orangensaft, belegten Broten sowie Kaffee und Kuchen verwöhnen. Besonders beliebt war die Tombola, deren viele Gewinnlose nicht nur die Kinder erfreuten, die gespannt ihre Preise verglichen.

Geschäftsführerin Johanna Mayer, die den Laden über ein Jahrzehnt hinweg maßgeblich prägte, legte immer ein besonderes Augenmerk auf Frische und Regionalität. Fleisch und Wurst stammen aus München-Perlach, der Honig aus Tuntenhausen, Obst und Gemüse aus der Umgebung – Produkte, die Mayer oftmals selbst bei den Landwirten und Erzeugern abholt. Für sie steht das Projekt vor allem für Engagement und Zusammenhalt.

Die Geschichte des Dorfladens begann im Jahr 2008, als die damalige SPD-Gemeinderätin Karin Albrecht den Anstoß zur Gründung gab. Die Harthauser Bevölkerung war schnell überzeugt: Bei der ersten Informationsveranstaltung erschienen mehr als 150 Interessierte, und schon bald formierte sich ein engagierter Arbeitskreis, der das alte Feuerwehrhaus in Harthausen in Eigenleistung umbaute. Die Grasbrunner Projektentwicklungs-GmbH stellte das Gebäude zu einer günstigen Pacht zur Verfügung, und mit tatkräftiger Hilfe aus der Bevölkerung wurde es schließlich in den Dorfladen umgestaltet, der im Herbst 2009 feierlich eröffnet wurde.
Eine besondere Rechtsform, die „UG und Still“, ermöglichte den Bürgern, Anteile an dem Projekt zu erwerben und es zu unterstützen, ohne sich im Betrieb engagieren zu müssen. Geführt wird die GmbH UG durch die Gesellschafter Karin Albrecht, Johanna Mayer und Ralf Wagner. Mit diesem innovativen Modell war der Dorfladen Harthausen nicht nur der erste dieser Art in Deutschland, sondern legte auch den Grundstein für ein System, das heute in über 90 Prozent aller Bürgerläden Anwendung findet.

Zum Jahresende verabschiedet sich Johanna Mayer aus der Geschäftsführung und übergibt an ihre Nachfolgerin Karin Dimopoulos. Mayer bleibt dem Dorfladen jedoch als Gesellschafterin verbunden und plant, weiterhin mitzuhelfen, auch wenn in Zukunft in reduziertem Umfang. Dimopoulos kündigte an, das Sortiment des Ladens künftig um Bio-Produkte erweitern zu wollen.
Die Feierlichkeiten zeigten eindrücklich, dass der Dorfladen längst nicht mehr nur ein Versorgungsort, sondern das Herz des Dorfes ist – getragen vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die vor 15 Jahren etwas Einzigartiges geschaffen haben.

2021 siedelt ich mit meiner Frau nach Österreich aus, 2023 besuchte wir den Jedermann in Salzburg. knapp 2200 Sitzplätze. Neben mich setzte sich a fesche Frau im Dirndl, die in meiner Erinnerung etwas wachrief. Sie kam aus Passau und ist zwei Jahre vorher dahingezogen. Nach kurzer Unterhaltung stellten wir fest, dass wir beide lange in Harthausen gelebt und beide miteinander beim Umbau des Dorfladens mitgeholfen haben. Wir haben uns verändert, der Dorfladen ist geblieben. So klein ist die Welt. Da Malermeister MMM