5 Jahre Augustiner am Platzl mit der Familie Wendel aus Neukeferloh

Ein Wirtshausjubiläum zwischen Weißwurst, Weltgeschichte und Vereinsleben: Die Familie Wendel feiert fünf Jahre „Augustiner am Platzl“ in Neukeferloh.
5 Jahre Augustiner am Platzl mit der Familie Wendel aus Neukeferloh

Wenn im „Augustiner am Platzl“ gefeiert wird, dann mit vollem Haus, Weißwurstfrühstück und einer guten Portion Geschichte: Rund 400 Gäste kamen am 14. Juni 2026 zusammen, um das fünfjährige Bestehen des Wirtshauses in München unter Leitung der Familie Wendel aus dem Ortsteil Neukeferloh in der Gemeinde Grasbrunn zu feiern.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte die Wolperinger Musi, bevor mit dem nachgeholten Wirtshaussegen auch ein Kapitel der Anfangszeit symbolisch geschlossen wurde. Der Segen, ursprünglich bereits für 2021 vorgesehen, konnte pandemiebedingt erst jetzt stattfinden – gesprochen von Daniel Lerch (Stadtpfarrei St. Peter, München) und Stephan Opitz (Petrikirche Baldham). Ein Moment, der zeigte, wie eng Vergangenheit und Gegenwart in diesem Haus miteinander verwoben sind.

Oliver Wendel, Paula Wendel, Pfarrer Daniel Lerch, Pfarrer Stephan Opitz, Barbara Wendel und Julius Wendel.

Denn der Start des „Augustiner am Platzl“ fiel in eine Zeit, die kaum schwieriger hätte sein können. Wie bereits in früheren Berichten von Grasbrunn Aktuell zur Übernahme und Eröffnung 2021 sowie zu späteren Veranstaltungen wie dem Schäfflertanz oder den Fastenreden mit Corinna Binzer dokumentiert, begann alles mitten im Corona-Lockdown. Ein Anruf aus der Brauerei, eine schnelle Entscheidung – und ein Start unter Bedingungen, die eher an Improvisation als an Planbarkeit erinnerten.

In seiner Ansprache erinnerte Oliver Wendel an genau diesen Anfang – und an eine Szene, die inzwischen fast legendären Charakter im Rückblick hat:
„Als wir angefangen haben, standen damals zwei gestandene Mannsbilder vor mir und haben gesagt: ‚Du Wendel, wir haben uns ein bisschen schlau gemacht, was du gemacht hast und woher du kommst. Du hattest kein Wirtshaus. Du warst irgendwie in Catering unterwegs. Und du bist Preuße, kommst irgendwo aus Norddeutschland aus einem evangelischen Pfarrhaus. Und dann bist du auch noch halber Franzose. Was soll das werden hier mit dem Augustiner-Wirtshaus mitten in München? Schau’n wir mal. Aber wir wünschen dir viel Erfolg.‘

Auch das traditionelle Pferdegespann der Augustiner-Brauerei machte Halt vor dem Augustiner am Platzl

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:
„Ja, aber ein Pfarrhaus hat auch viel mit einem Wirtshaus zu tun. Und aus der Stadt, aus der ich komme, Wolfenbüttel, kommt auch der Welfenkönig Heinrich der Löwe, der Gründer eurer Stadt München war. Und das Königreich Bayern gibt es 1806 aus Gnade von den Franzosen.“
Seitdem, so Wendel augenzwinkernd, sei man „ganz, ganz eng“.

Was damals mit Skepsis begann, hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil in der Münchner Wirtshausszene entwickelt. Das „Augustiner am Platzl“ ist längst mehr als Gastronomie – es ist Treffpunkt, Veranstaltungsort und sozialer Mittelpunkt für viele Gäste. Zahlreiche Vereine aus der Gemeinde Grasbrunn sind hier regelmäßig zu Gast, ebenso wie Stammtische und private Runden.
Auch die Edelweiß-Schützen Grasbrunn-Neukeferloh zählen inzwischen zu den festen Gästen im Haus. Ob Vereinsabende, gesellige Treffen oder gemeinsame Veranstaltungen – das Wirtshaus ist für viele Gruppen ein vertrauter Ort geworden.
Sichtbar wird das auch bei der inzwischen etablierten „Wirtshaus-Wiesn“, bei der sich Vereine, Nachbarschaften und Stammtische regelmäßig treffen und das Haus in eine kleine lokale Festzelt-Alternative verwandeln.

Diese Entwicklung war in den Anfangsjahren nicht selbstverständlich. Der Start 2021 unter Pandemiebedingungen war geprägt von Unsicherheit, wechselnden Regelungen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Dennoch gelang die Eröffnung am 16. Juni 2021 – ein Datum, das heute fast wie ein Gegenpol zur damaligen Lage wirkt.

Oliver Wendel blickte in seiner Rede auch auf seine berufliche Vergangenheit zurück: internationale Cateringprojekte, Großveranstaltungen, Staatsbankette und Sportevents weltweit. Doch das „Augustiner am Platzl“ habe sich schnell als etwas anderes erwiesen – als dauerhafte Aufgabe mit lokaler Verankerung. „Wir sind hier angekommen“, war sinngemäß der Tenor seiner Worte.

Ein besonderer Dank ging an die Augustiner Brauerei für die enge Zusammenarbeit sowie an Lieferanten, Dienstleister und vor allem das Team im Haus. Ohne dieses Zusammenspiel, so Wendel, wäre die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre nicht möglich gewesen.
Auch die Familie selbst ist eng eingebunden: Barbara Wendel gilt als zentrale Gastgeberin und organisatorische Kraft im Haus, die Kinder Paula und Julius befinden sich bereits in gastronomischer Ausbildung und prägen damit die nächste Generation im Familienbetrieb.

Am Ende blieb beim Jubiläum ein klares Bild: Aus einem Start unter Ausnahmebedingungen ist ein stabiler Ort des Zusammenkommens geworden – für Vereine, Musikbegeisterte und Gäste aus aller Welt.

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