Die Bauarbeiten am Ersatzneubau der Autobahnbrücke an der Anschlussstelle Haar gehen sichtbar in die nächste Phase. In den vergangenen zwei Wochen sorgten dabei vor allem die Verkehrsführungen im Bereich der A99 und der B304 für Geduld bei den Verkehrsteilnehmern. Durch die zeitweise Reduzierung auf eine Fahrspur kam es insbesondere zu den Stoßzeiten zu erheblichen Rückstaus, die sich stellenweise bis nach Baldham auswirkten.
Hintergrund der Einschränkungen ist der planmäßige Fortschritt der Bauarbeiten. Wie bereits in früheren Berichten von Grasbrunn Aktuell zum Projektverlauf dargestellt wurde, befindet sich der Ersatzneubau seit Monaten in einer entscheidenden Umsetzungsphase. Nach dem erfolgreichen Einheben der Behelfsbrücke, über das bereits berichtet wurde, folgt nun die Herstellung des provisorischen Straßendamms zur Anbindung an die bestehende B304.
Dieser Bauabschnitt ist technisch anspruchsvoll, da die Behelfsbrücke sowohl an der Seite Haar als auch im Bereich Vaterstetten/Grasbrunn an die bestehende Infrastruktur angeschlossen werden muss. Damit wird die Grundlage geschaffen, um den Verkehr künftig vollständig über die Übergangslösung zu führen und den eigentlichen Brückenneubau weiter voranzutreiben.
Im Zuge dieser Arbeiten kommt es ab dem 29. Juni 2026 zu einer weiteren spürbaren Einschränkung: Der Geh- und Radweg entlang der B304 über die Autobahn wird bis voraussichtlich 20. Juli 2026 vollständig gesperrt. Die Umleitung für Radfahrer und Fußgänger erfolgt über den Weg entlang der Bahntrasse und ist vor Ort entsprechend ausgeschildert.
Wie aus dem Bauumfeld zu erfahren ist, dient diese Sperrung insbesondere dazu, den direkten Anschlussbereich der Behelfsbrücke an die B304 herzustellen. Dieser Schritt ist notwendig, um die Verkehrsführung auf die neue provisorische Brücke vorzubereiten und die Arbeiten im Hauptbaubereich zu entlasten.
Bereits für den Zeitraum um den 20. und 21. Juli 2026 ist vorgesehen, den Verkehr der Bundesstraße auf die Behelfsbrücke umzulegen. Damit würde eine weitere wichtige Etappe des Projekts erreicht werden. Gleichzeitig soll dann auch die aktuelle Sperrung für den Radverkehr wieder aufgehoben werden. Für den Verkehr im Bereich der Behelfsbrücke ist anschließend eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 vorgesehen.
Das Gesamtprojekt wurde in den vergangenen Monaten bereits mehrfach in Grasbrunn Aktuell begleitet – unter anderem beim Einheben der Behelfsbrücke im April sowie bei der anschließenden Fortsetzung der Bauarbeiten im Mai. Dabei wurde deutlich, dass es sich nicht nur um eine lokale Baustelle handelt, sondern um eine zentrale Infrastrukturmaßnahme mit überregionaler Bedeutung für den gesamten Osten des Landkreises München.
Die aktuelle Bauphase zeigt erneut, wie komplex der Eingriff in bestehende Verkehrsachsen ist. Die A99 zählt zu den meistbefahrenen Autobahnabschnitten Bayerns, während die B304 als wichtige Verbindung zwischen München, Vaterstetten und Ebersberg eine zentrale Rolle im regionalen Pendlerverkehr spielt. Entsprechend sensibel wirken sich selbst kleinste Änderungen in der Verkehrsführung unmittelbar auf den Alltag vieler Menschen aus.
Trotz der Einschränkungen verläuft der Bau nach Angaben der Verantwortlichen weiterhin im vorgesehenen Zeitrahmen. Die nun anstehenden Maßnahmen gelten als entscheidend, um den Übergang auf die Behelfsführung im Sommer sicherzustellen und damit die Grundlage für den weiteren Neubauverlauf zu schaffen.
Für Verkehrsteilnehmer bedeutet dies zwar weiterhin Geduld im Baustellenbereich, zugleich aber auch einen klaren Fortschritt auf dem Weg zu einer modernen und leistungsfähigeren Brückenlösung an der Anschlussstelle Haar.
Beitragsfoto: Andreas Mauermayer

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