Nach 18 Jahren an der Spitze der Gemeinde Grasbrunn hat sich der Erste Bürgermeister Klaus Korneder offiziell verabschiedet.
Die letzte Gemeinderatssitzung war geprägt von persönlichen Rückblicken, Dankbarkeit und einem spürbaren Bewusstsein dafür, dass mit seinem Abschied eine lange und prägende Ära der Gemeindepolitik endet. Viele Entscheidungen, Projekte und Entwicklungen der vergangenen Jahre tragen seine Handschrift und werden das Ortsbild sowie die Infrastruktur der Gemeinde noch lange prägen.
Korneder übernahm das Amt damals 2008 in einer Zeit, die unmittelbar von der weltweiten Finanzkrise überschattet wurde. Bereits damals waren stabile Haushaltsführung und vorsichtige Investitionen gefragt. In den folgenden Jahren kamen weitere Herausforderungen hinzu, die weit über kommunale Alltagspolitik hinausgingen. Die Flüchtlingskrise 2015 und 2016 stellte auch Grasbrunn organisatorisch und menschlich vor große Aufgaben. Später folgte mit der Corona-Pandemie eine Situation, die Verwaltung, Schulen, Vereine und das gesellschaftliche Leben massiv belastete. Rückblickend zeigt sich jedoch, dass die Gemeinde diese Krisenzeiten unter seiner Führung vergleichsweise stabil und besonnen bewältigen konnte.
In seiner Abschiedsrede blickte Korneder weniger auf Einzelentscheidungen als vielmehr auf die vielen gemeinsamen Entwicklungen zurück. Er verwies darauf, dass die überwiegende Zahl der Beschlüsse im Gemeinderat über die Jahre hinweg einstimmig oder mit großer Mehrheit getroffen wurde. Gerade bei kontrovers diskutierten Themen hoffe er, dass sich rückblickend zeigen werde, die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.
Während seiner Amtszeit entstanden viele zentrale Infrastrukturprojekte. Dazu zählen unter anderem die Lärmschutzwände entlang der A99, die Aufstockung der Grundschule, das neue Feuerwehrhaus in Neukeferloh sowie die Verkehrskreisel am Forstwirt in Harthausen und in Neukeferloh. Besonders hervor hob Korneder die neue Schulturnhalle in Neukeferloh, die ohne zusätzliche Kredite realisiert werden konnte.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Amtszeit lag auf dem kommunalen Wohnungsbau. Projekte wie der soziale Wohnungsbau in der Hauptstraße 1 in Harthausen oder die kommenden Vorhaben in Grasbrunn und Neukeferloh seien aus seiner Sicht entscheidend, um auch künftig qualifiziertes Personal für die Gemeinde gewinnen zu können. Gleichzeitig betonte er mit sichtbarem Stolz, dass Grasbrunn zu den wenigen Gemeinden im Landkreis gehöre, die allen Kindern einen Betreuungsplatz anbieten können.
Auch der Ausbau des Radwegenetzes blieb in seiner Rede nicht unerwähnt. Mit einem Augenzwinkern bemerkte Korneder, dass man den kommenden Gemeinderäten bewusst noch einige Diskussionen rund um Radwege überlassen habe, weil ein Gemeinderat ohne dieses Thema vermutlich nicht ganz vollständig wäre.
Ein wesentlicher Bestandteil seiner Amtszeit war die enge Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung. Besonders die Zusammenarbeit mit dem damaligen Kämmerer und heutigen Bürgermeister Sebastian Stüwe erwies sich über die Jahre hinweg als erfolgreich und zukunftsorientiert. Gemeinsam wurden große Projekte umgesetzt und gleichzeitig die finanzielle Stabilität der Gemeinde konsequent vorangetrieben. Dass Grasbrunn im Jahr 2025 schuldenfrei wurde, gilt dabei als einer der bedeutendsten Meilensteine der vergangenen Jahre.
Zum Ende der Sitzung übergab Korneder symbolisch den Schlüssel der Gemeinde an seinen Nachfolger Sebastian Stüwe und wünschte ihm für die kommenden Aufgaben gutes Gelingen. Gleichzeitig bedankte er sich ausdrücklich bei allen Ehrenamtlichen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung sowie den Mitgliedern des Gemeinderats für die Zusammenarbeit.

Mit Korneder verabschiedeten sich auch mehrere langjährige Gemeinderatsmitglieder aus dem Gremium. Dazu gehörten Bernhard Bauer, (CSU) Julia Blanck (SPD), Thomas Michalka (BfG) sowie Ursula Schmidt (parteifrei, SPD), die 20 Jahre kommunalpolitisch aktiv war. Auch Detlef Willdenheim (CSU) und Dieter Schuster (SPD) schieden aus dem Gemeinderat aus, waren bei der Sitzung jedoch nicht anwesend.
Korneder würdigte alle ausscheidenden Mitglieder mit Ehrenurkunden und der Ehrenmedaille der Gemeinde Grasbrunn als Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement.
Paul König (CSU) dankte im Namen aller Fraktionen und des gesamten Gemeinderats Klaus Korneder für dessen 18-jährige Amtszeit und seinen Einsatz für die Gemeinde.
Mit seinem Abschied endet eine Amtszeit, die von Kontinuität und ruhiger Führung und langfristigem finanziellen Denken geprägt war. Vieles davon wird in Grasbrunn auch über das Jahr 2026 hinaus sichtbar bleiben.

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