Bereits im Jahr 2024 tauchte die AfD erstmals sichtbarer im unmittelbaren Umfeld von Grasbrunn auf. Damals war auf der Webseite der AfD Haar kurzzeitig ein Zusammenschluss „AfD Haar–Grasbrunn–Putzbrunn“ aufgeführt, inklusive konkreter Namen. Diese Informationen verschwanden jedoch nach wenigen Wochen wieder.
Was blieb, waren Fragen – und über Monate hinweg immer wieder Gerüchte, ob sich daraus eine eigene Liste für die Kommunalpolitik in Grasbrunn entwickeln könnte.
Tatsächlich existiert seit mehreren Jahren bereits eine organisatorische Basis in der Gemeinde selbst. Unter einer Adresse in der Ekkehartstraße in Grasbrunn ist der AfD-Kreisverband München-Ost angesiedelt, organisatorisch angebunden an den Landesverband Bayern. Vorsitzender ist Rene Dierkes (Link zu Wikipedia), der auch überregional bekannt ist, unter anderem im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen ihn (Link zu BR24). Unterstützt wird er von weiteren Funktionsträgern im Kreisverband.
Eine weitere Rolle im lokalen Umfeld spielt Christoph Rätscher, der bei der Kommunalwahl 2026 in Haar als Bürgermeisterkandidat antrat. In einer öffentlichen Podiumsdiskussion der Haarer Bürgermeisterkandidaten, über die auch Grasbrunn Aktuell berichtete, stellte er sich gemeinsam mit anderen Kandidaten den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Seine Kandidatur machte deutlich, dass die AfD auch auf kommunaler Ebene verstärkt versucht, personell sichtbar zu werden und politische Verantwortung anzustreben.
Wie sich diese Strukturen weiterentwickeln, zeigt nun eine aktuelle Entwicklung im Landkreis München. Am 18. April 2026 wurde der neue AfD-Ortsverband „München-Land Südost“ gegründet. Dieser umfasst neben Grasbrunn auch die Gemeinden Hohenbrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Zum Vorsitzenden wurde Siegfried Scholder gewählt. Die Parteistruktur im Landkreis wächst damit weiter.
Insgesamt ist dies bereits der fünfte Ortsverband, nachdem seit Ende 2024 nach und nach weitere Zusammenschlüsse entstanden sind, unter anderem in Haar, Ottobrunn und im Hachinger Tal.
Kreisvorsitzende Christina Specht bezeichnete die Neugründung als wichtigen Schritt zur weiteren Verdichtung der Organisationsstruktur im Landkreis. Diese Entwicklung passt zu einem längerfristigen Trend, der sich auch in den Wahlergebnissen widerspiegelt.
In Grasbrunn konnte die AfD bei der Kreistagswahl 2020 noch 4,2 Prozent der Stimmen erreichen. Bei der Landtagswahl 2023 lag der Anteil bereits bei 8,0 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2025 stieg das Ergebnis auf 11 Prozent, bevor es bei der Kreistagswahl 2026 bei 8,4 Prozent lag.
Damit zeigt sich auch auf lokaler Ebene eine Entwicklung, die sich bundesweit beobachten lässt. Parteien bauen ihre Strukturen zunehmend frühzeitig auf, um bei kommenden Wahlen vorbereitet zu sein. Mit der Gründung des Ortsverbands „München-Land Südost“ gilt es daher als wahrscheinlich, dass die AfD bei der Kommunalwahl 2032 auch in Grasbrunn mit einer eigenen Liste für den Gemeinderat antreten wird. Ob darüber hinaus ein Bürgermeisterkandidat aufgestellt wird, bleibt abzuwarten.
Rückblickend wirken die kurzzeitig veröffentlichten und wieder entfernten Hinweise aus dem Jahr 2024 damit weniger als ein Zufall, sondern eher wie ein früher Vorbote der aktuellen Entwicklung. Klar ist: Die organisatorische Grundlage ist inzwischen deutlich konkreter als noch vor zwei Jahren.
Für die Gemeinde Grasbrunn bedeutet dies zunächst vor allem eines: Die politische Landschaft wird größer und zugleich komplexer. Wie sich dies inhaltlich und personell in den kommenden Jahren entwickelt, wird nicht zuletzt von den lokalen Akteuren und den Wählerinnen und Wählern selbst abhängen.
Beitragsbild über Facebookseite AfD-Kreisverband München-Land
Der Vorstand des neuen AfD-Ortsverbandes „München-Land Südost“ v.l.n.r.: Beisitzer Thomas Rudorff, Beisitzer Arpad Juhasz, Kassenwärtin Ulrike Hornig, der Vostitzende Siegfried Scholder, die Kreisvorsitzende Christina Specht und der stellvertretende Vorsitzende Andreas Zeidle

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