Am Dienstag, dem 4. November 2025, gegen 15 Uhr, kam es am Bahnübergang Graf-Lehndorff-Straße in Trudering-Riem zu einem folgenschweren Zwischenfall. Ein 54-jähriger Mann mit bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit aus dem Landkreis Ravensburg überquerte den Bahnübergang mit einer Baumaschine, deren Bohrarm sich in der Oberleitung der S-Bahnstrecke verfing.
Der Bohrarm riss die Leitung vollständig ab, wodurch es zu Stromausfällen und erheblichen Behinderungen im S-Bahnverkehr kam. Der Fahrer selbst blieb unverletzt, und auch die Baumaschine wurde nicht beschädigt. Allerdings wird der Sachschaden an der Oberleitung wird derzeit auf einen mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt.
Während der laufenden Reparaturarbeiten blieb der S-Bahnverkehr im Bereich Trudering–Riem über mehrere Stunden eingeschränkt. Die Züge der Linien S4 und S6 mussten teilweise umgeleitet oder durch Busse ersetzt werden.
Erst am späten Abend konnte die Strecke wieder vollständig freigegeben werden. Die Münchner Verkehrspolizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich offenbar um ein Versehen beim Überqueren der Strecke – der Bohrarm der Baumaschine war nicht vollständig eingefahren.
Die betroffene Strecke gehört zu den am stärksten frequentierten Abschnitten im Münchner Osten. Entsprechend groß war der Ärger bei vielen Pendlerinnen und Pendlern, die auf dem Heimweg im Stau oder in überfüllten Ersatzbussen steckenblieben.
Auch für Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Gemeindegebiet Grasbrunn, die regelmäßig die S-Bahn ab Vaterstetten oder Haar nutzen, hatte die Störung spürbare Auswirkungen.
Der Vorfall wirft einmal mehr die Frage auf, wie Baustellenfahrzeuge im Bereich von Bahntrassen besser gesichert werden können. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen, bei denen Arbeitsgeräte oder Lkw mit zu hoher Ladefläche Oberleitungen oder Signalanlagen beschädigen.
Die Bahn und die Verkehrspolizei prüfen derzeit, ob in Zukunft zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen oder Hinweisschilder an Baustellen im Gleisumfeld nötig sind.
Bei dem Unfall wurde zum Glück niemand verletzt, und größere Folgeschäden konnten verhindert werden. Dennoch zeigt der Vorfall, wie sensibel das Zusammenspiel von Baustellenbetrieb und Bahnverkehr ist – und wie schnell ein kleiner Moment der Unachtsamkeit den Verkehr in einer ganzen Region lahmlegen kann.

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