Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner des Winklerrings in Neukeferloh haben sich in den vergangenen Wochen an Grasbrunn Aktuell gewandt, weil sie sich um die Sicherheit ihrer Katzen sorgen. Seit einiger Zeit beobachten sie, dass eine Bengalkatze mit unverwechselbarer Fellzeichnung regelmäßig in die Straße kommt und dort fremde Katzen attackiert. Sie kommt den Berichten zufolge meist aus Richtung Garten- beziehungsweise Grünlandstraße auf den Winklerring zu und wurde dort schon mehrfach wegen ihres außergewöhnlichen Musters gesichtet. Betroffene Anwohner vermuten, dass es sich um einen unkastrierten Kater handelt, was das aggressive, revier-verteidigende Verhalten erklären würde.
Zunächst blieb es bei Schrecksekunden: Attackierte Katzen liefen verstört und schreiend nach Hause, verletzt wurde zum Glück zunächst niemand. Das änderte sich in den vergangenen zwei Wochen jedoch deutlich. Zuerst wurde ein Kater gebissen, bei dem sich in der Folge ein großer Abszess bildete, der sich beinahe zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung entwickelt hätte. Kurz darauf erwischte es die Kätzin einer Nachbarfamilie, die eine rund 9,5 Zentimeter große Bisswunde am Bauch davontrug. Beide Tiere mussten tierärztlich versorgt und mit Antibiotika behandelt werden. Besonders erschreckend für die betroffenen Familien: Die Bengalkatze verfolgte eine Katze sogar bis auf einen Balkon im ersten Stock.
Dass gerade eine Bengalkatze für derartigen Ärger sorgt, überrascht Kenner der Rasse wenig. Bengalen sind keine gewöhnlichen Stubentiger, sondern gehen auf eine gezielte Kreuzung mit einer echten Wildkatze zurück: Bereits in den 1960er-Jahren kreuzte die amerikanische Genetikerin Jean Mill Hauskatzen mit der Asiatischen Leopardkatze, um deren beeindruckendes Fellmuster mit einem menschenfreundlicheren Wesen zu verbinden. Als eigene Rasse anerkannt wurde die Bengalkatze offiziell erst 1999.
Bis heute steckt in vielen Tieren ein spürbarer Wildkatzenanteil, der die Haltung mitunter kompliziert macht: Von ihren Vorfahren haben sie einen stark entwickelten Jagdinstinkt geerbt, und auch ihr Temperament entspricht dem einer Wildkatze, mit viel Energie sowie ausgeprägter Spiel- und Kletterfreude. Fachportale beschreiben Bengalen zudem als territorial und selbstbewusst: Sie beanspruchen ihr Revier und können anderen Katzen gegenüber durchaus dominant auftreten, weshalb Freigang bei der Rasse unter Katzenkennern grundsätzlich umstritten ist – der starke Jagdinstinkt kann für die Tierwelt in der Nachbarschaft eben problematisch werden.
Besonders die frühen Nachzuchtgenerationen gelten hierzulande sogar rechtlich als Wildtiere: Von der ersten bis zur vierten Generation zählen Kreuzungen von Hauskatze und Leopardenkatze offiziell als Hybriden, die als Wildtiere eingestuft, meldepflichtig sind und unter das Artenschutzgesetz fallen. Erst ab der fünften Generation gelten die Nachkommen rechtlich als gewöhnliche Hauskatzenrasse.
Für die Anwohner im Winklerring steht angesichts der jüngsten Vorfälle fest: So kann es nicht weitergehen. Zwei verletzte Katzen innerhalb weniger Wochen, hohe Tierarztkosten und die Sorge, welchen Tieren die Bengalkatze möglicherweise noch etwas antun könnte, sind Grund genug für einen öffentlichen Appell. Es geht den Betroffenen dabei ausdrücklich nicht darum, die entstandenen Tierarztkosten einzutreiben, sondern darum, den Besitzer oder die Besitzerin ausfindig zu machen und für das Problem zu sensibilisieren. Gerade weil im Winklerring auch mehrere Familien mit jungen, erst seit Kurzem frei laufenden Katzen wohnen, wächst dort derzeit die Sorge vor weiteren Angriffen.
Grasbrunn Aktuell möchte deshalb an die Halterin oder den Halter appellieren, die Katze angesichts ihres nachweislich aggressiven Verhaltens nicht länger unbeaufsichtigt frei laufen zu lassen. Wer die auffällig gemusterte Bengalkatze kennt, weiß, wo sie wohnt, oder Hinweise auf ihre Besitzerin oder ihren Besitzer geben kann, wird gebeten, sich per E-Mail bei Grasbrunn Aktuell zu melden. So könnte das Problem im direkten Gespräch gelöst werden, bevor in Neukeferloh weitere Katzen zu Schaden kommen.
Beitragsbild: Beispielbild einer Begalkatze von Julian Dahl

Unser Kater wurde auch vor 2 Wochen stark verletzt und verbissen. Er konnte mehrere Tagen nicht laufen und hatte auch einen großen Abzess am Bein. Der Kampf war morgens und wurde von vielen Anwohnern gehört. Aber die Katzen nicht gesichtet.
Wir wohnen in der Tannenhofsiedlung Haar.