Busparkplatz in Grasbrunn bleibt Streitpunkt

Der umstrittene Busparkplatz am Ortseingang von Grasbrunn sorgt weiterhin für Kritik und Sicherheitsbedenken.
Busparkplatz in Grasbrunn bleibt Streitpunkt

Bereits im Januar hatte der Busparkplatz an der Lehnerstraße beziehungsweise Möschenfelder Straße für Diskussionen in Grasbrunn gesorgt. Nun beschäftigt das Thema erneut den Gemeinderat. Viele Bürger zeigen weiterhin Unverständnis darüber, dass sich an der Situation seit Monaten kaum etwas verändert hat. Offene Busse, zersplitterte Scheiben, herumliegende Autobatterien und Feuerlöscher sowie frei zugängliche Fahrzeuge prägen nach wie vor das Bild auf dem Gelände am Ortseingang der Gemeinde.

Schon in der Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses am 13. Januar 2026 war der Antrag auf eine befristete isolierte Befreiung kontrovers diskutiert worden. Damals stellte die Gemeinde für den Zeitraum vom 1. Oktober 2025 bis 30. September 2027 das gemeindliche Einvernehmen für die Nutzung vorhandener Stellplätze auf dem Grundstück an der Lehnerstraße her. Sieben Gemeinderäte stimmten dafür, fünf dagegen.
Dass dem Eigentümer des Geländes die Genehmigung ohne weitere Auflagen erteilt wurde, stieß schon damals auf großes Unverständnis.

Besonders kritisch äußerte sich damals Mitchell Nelson von den Grünen, die auf mögliche Sicherheitsrisiken aufmerksam machte und Hinweise von Bürgern ansprach. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es Beschwerden über den Zustand des Geländes und die offen zugänglichen Busse. Die Verwaltung verwies jedoch darauf, dass die Situation rechtlich zulässig sei.

Grasbrunn Aktuell hatte bereits am 14. Januar 2026 ausführlich über die Kritik am Busparkplatz berichtet. Schon damals wurde deutlich, dass viele Bürger den Standort direkt am Ortseingang problematisch sehen. Seitdem hat sich die Situation nach Einschätzung vieler Anwohner jedoch eher verschärft als verbessert.

In der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats am 12. Mai 2026 griff der neu gewählte Gemeinderat Robert Witaschek von der CSU das Thema erneut auf. Bemerkenswert dabei: Die CSU-Mitglieder im Bauausschuss stimmten in der Sitzung am 13.01.2026  geschlossen für den Antrag. Nach eigenen Angaben sei er bereits während des Wahlkampfs mehrfach von Bürgerinnen und Bürgern auf die Zustände angesprochen worden. Deshalb habe er sich selbst vor Ort ein Bild gemacht. Seine Schilderungen sorgten erneut für Diskussionen im Gremium.

Witaschek berichtete von offen zugänglichen Bussen mit beschädigten Scheiben sowie offen herumliegenden Fahrzeugteilen und Gefahrstoffen, wie Autobatterien und Feuerlöschern. Besonders problematisch sei, dass sich immer wieder Jugendliche auf dem Gelände aufhielten. Gerade mit Blick auf den bevorstehenden Sommer sehe er ein erhebliches Risiko, wenn Kinder oder Jugendliche in den abgestellten Fahrzeugen spielen würden. Für ihn stehe neben der optischen Wirkung vielmehr die Sicherheitsfrage im Vordergrund. Man dürfe nicht warten, bis tatsächlich etwas passiere.

Bauamtsleiterin Stephanie Zirngibl verwies dagegen erneut auf die rechtliche Situation. Das Gelände befinde sich in Privateigentum. Zudem sei die Fläche mit einem Bauzaun gesichert beziehungsweise durch Hecken eingefriedet. Wer das Gelände betrete, tue dies bewusst auf eigenes Risiko. Die Gemeinde habe daher nur begrenzte Möglichkeiten zum Einschreiten.
Robert Witaschek widersprach dieser Einschätzung. Zwar sei die Einfahrt mit einem Bauzaun versehen, dieser lasse sich jedoch problemlos umgehen. Große Teile des Geländes seien lediglich durch eine Hecke abgegrenzt, durch die man an mehreren Stellen leicht hindurch gelangen könne. Auch Hinweisschilder wie „Betreten verboten“ fehlten nach seinen Angaben.

Die Zufahrt zum Busparkplatz ist mit zwei Bauzäunen versperrt. Ein Hinweisschild auf Privatgrund, das das Betreten verbietet, ist nicht vorhanden.

Die Diskussion weitete sich schließlich auch auf die gegenüberliegende Fläche des ehemaligen sogenannten „Grasbrunner Lochs“ aus. Wolfgang Kainz-Huber von der FWG verwies darauf, dass sich auch dort immer wieder Kinder aufhalten würden. Die Fläche werde inzwischen vom Bauhof als Lagerplatz genutzt und sei zwar eingezäunt, dennoch offenbar ebenfalls leicht zugänglich.

Das ehemalige „Grasbrunner Loch“, das seit Jahren vom Bauhof als Abstellfläche genutzt wird.

Am Ende der Debatte kündigte Bürgermeister Sebastian Stüwe an, persönlich Kontakt mit dem Eigentümer des Busparkplatzes aufnehmen zu wollen, um über mögliche Lösungen zu sprechen. Ob und wann konkrete Maßnahmen folgen, bleibt allerdings offen.

Für viele Bürger bleibt das Gelände weiterhin ein Ärgernis. Gerade der Ortseingang von Grasbrunn sei für Besucher und Anwohner ein wichtiger erster Eindruck der Gemeinde. Dass dort seit Monaten abgestellte Busse, beschädigte Fahrzeuge und ein zunehmend ungepflegter Eindruck dominieren, stößt weiterhin auf Unverständnis.

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Eine Antwort auf “Busparkplatz in Grasbrunn bleibt Streitpunkt”

  1. Wo ist das Problem?
    Die abgestellten, in einem schlechten Zustand befindlichen Fahrzeuge und das drumherum (kaputte Scheiben, frei zugängliche Fahrzeuge, herumliegende Feuerlöscher, evtl. auch austretende Betriebsstoffe) erwecken den Eindruck einer wilden Mülldeponie. Unabhängig von der Einschätzung der Gemeindeverwaltung (Privatgrund etc.) ist hier akuter Handlungsbedarf durch die Umweltschutzbehörde beim Landratsamt Munchen gegeben!!! Meldung des Ist-Zustands durch die Gemeinde an das Landratsamt – Überprüfung – rechtliche Würdigung und davon abhängig Entscheidung, wie es weiter geht. Die Gemeinde ist hier nicht Entscheidungsträger in erster Instanz! Persönliche Befindlichkeiten und baurechtliche Entscheidungen sind in diesem Fall m.M. nach absolut nachrangig.

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