Christoph Göbel bleibt Landrat im Landkreis München

Christoph Göbel (CSU) bleibt Landrat im Landkreis München und tritt damit seine dritte Amtszeit an, nachdem er sich in der Stichwahl am 22. März 2026 klar gegen seine Herausforderin Marion Seitz (Grüne) durchsetzen konnte.
Christoph Göbel bleibt Landrat im Landkreis München

Mit 75.459 Stimmen beziehungsweise 63,2 Prozent lag Göbel deutlich vor Seitz, die auf 44.005 Stimmen und 36,8 Prozent kam. Bereits bei der Auszählung von 468 von 481 Wahlbezirken war der Ausgang eindeutig, und das endgültige Ergebnis bestätigte die Kontinuität in der Führung des Landkreises.

Die Wiederwahl des amtierenden Landrats spiegelt die hohe Akzeptanz wider, die Göbel in der Bevölkerung genießt. Der 51-Jährige setzt seit Beginn seiner Amtszeiten auf Präsenz, einen partnerschaftlichen Führungsstil und auf die Umsetzung langfristiger Projekte. Im Wahlkampf zeigte er dies beispielhaft: Frühmorgens verteilte er Butterbrezn an S-Bahnhöfen, besuchte Märkte und lokale Veranstaltungen und betonte die Bedeutung von direktem Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern. Seine Strategie zahlte sich aus, denn trotz der Gefahr, dass viele Wähler denken könnten „der schafft das schon“, blieb die Mobilisierung effektiv.

Thematisch steht Göbel für eine Politik der Beständigkeit, die von Investitionen in Bildung, sozialen Zusammenhalt, Verkehrs- und Infrastrukturprojekte geprägt ist. Gleichzeitig wird er sich in den kommenden Jahren verstärkt mit der permanent wachsenden Zahl von Mitarbeitenden im Landratsamt München auseinandersetzen müssen. Kritiker weisen darauf hin, dass die stetige Vergrößerung des Personals und die damit verbundenen Kosten in Zusammenhang mit der Kreisumlage stehen – eine Belastung, die besonders kleinere Gemeinden spüren. Die Kreisumlage steigt kontinuierlich und sorgt für Diskussionen im Kreistag, in dem die CSU trotz ihrer starken Position darauf angewiesen ist, andere Fraktionen einzubinden, um die Akzeptanz für große Haushaltsentscheidungen zu sichern.

Seine Herausforderin Marion Seitz ging in der Stichwahl mit voller Energie an den Start. Als vierfache Mutter, Gebärdendolmetscherin und Dritte Bürgermeisterin in Aschheim verbindet sie soziale Kompetenz mit kommunalpolitischer Erfahrung. Ihr Wahlkampf war stark lokal ausgerichtet: Sie setzte auf Infostände, Haustürwahlkampf und gezielte Besuche in Gemeinden, in denen Stichwahlen stattfanden. Thematisch wollte Seitz bei bezahlbarem Wohnen „neu rangehen“, Mobilitätsangebote durch Flexbusse und Carsharing ausweiten und die Energieversorgung mit eigenen Energiewerken nach dem Vorbild der Münchner Stadtwerke nachhaltiger gestalten. Unterstützt wurde sie unter anderem von Landtags-Fraktionschefin Katharina Schulze, die bei Veranstaltungen wie im „Eiscafé Florenz“ gezielt das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern suchte.

Interessant war die Wahlempfehlungspolitik der Parteien: SPD und FDP verzichteten auf klare Empfehlungen, während die Freien Wähler und Mitglieder der UB-ML Göbel aktiv unterstützten. Die Junge Union setzte vor allem auf Social Media, um junge Wähler zu mobilisieren. Insgesamt wurde deutlich, dass die Stichwahl ein Sprint am Ende eines Marathon-Wahlkampfes war, bei dem sowohl Göbel als auch Seitz bis zum Schluss präsent sein mussten.

Mit seinem Wahlsieg kann Christoph Göbel nun eine weitere Amtszeit gestalten. Dabei wird er sich nicht nur mit den drängenden Themen wie der Kreisumlage von 53,70 %, die vor allem die kleineren Gemeinden enorm belastet und den Spielraum bei Investitionen verkleinert und der Effizienzsteigerung im Landratsamt beschäftigen, sondern auch die strategische Weiterentwicklung des Landkreises München vorantreiben, um den wirtschaftsstarken und wachsenden Landkreis nachhaltig zu gestalten.

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