Die Diskussion um den Standort einer Geothermie-Heizzentrale in Grasbrunn erreicht einen neuen Wendepunkt: Mit einem gemeinsamen Antrag sprechen sich die Freie Wählergemeinschaft Grasbrunn (FWG), die CSU Grasbrunn und Bündnis 90/Die Grünen klar gegen den bislang vorgesehenen Standort am Bolzplatz in Neukeferloh-Nord aus.
Stattdessen sollen zwei Alternativstandorte weiterverfolgt werden – das Grundstück an der Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises München am Bretonischen Ring sowie ein Areal östlich der Autobahn A99 und südlich der Bahnlinie.
Damit greifen die drei Fraktionen eine Debatte auf, die Grasbrunn Aktuell bereits seit längerem begleitet. Schon früh war deutlich geworden, dass der favorisierte Standort im Technopark Neukeferloh und insbesondere der Bolzplatz auf erheblichen Widerstand stößt.
„Der Gemeinderat beschließt, den bisher vorgesehenen Standort der Heizzentrale Geothermie am Bolzplatz (Neukeferloh Nord) nicht weiterzuverfolgen“, heißt es im Wortlaut des Antrags. Ziel sei es, frühzeitig klare Prioritäten zu setzen, Planungssicherheit zu schaffen und gleichzeitig eine transparente, sachliche Standortentscheidung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Die ausgewählten Alternativen sollen neutral und ergebnisoffen miteinander verglichen werden.
Grundsätzlich betonen die Antragsteller, dass die geothermische Wärmeversorgung ein zentrales Infrastrukturprojekt für eine nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung der Gemeinde Grasbrunn darstellt. Gerade deshalb dürfe das Projekt nicht durch langwierige Konflikte gefährdet werden. Der Bolzplatz als wichtiger Ort für Sport, Freizeit und Ortsleben habe sich in der öffentlichen Wahrnehmung als besonders sensibel erwiesen.
Als realistischste Alternative sehen FWG, CSU und Grüne das Grundstück neben der Kfz-Zulassungsstelle. Dieses biete nicht nur eine gute verkehrliche Anbindung und kurze Leitungswege, sondern auch den Vorteil, dass es sich um eine bereits versiegelte Fläche handle. Eingriffe in Natur und Landschaft könnten dadurch minimiert werden, zudem erscheine eine Umsetzung bis 2028 realistisch. Ein weiterer Standort östlich der A99 soll ergänzend geprüft werden.
Ein zentrales Anliegen der Initiatoren ist die frühzeitige und umfassende Information der Bevölkerung. Die Entscheidung solle nicht „über die Köpfe der Menschen hinweg“ getroffen werden, sondern gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern. Vor dem Hintergrund der Kommunalwahl 2026 war zuletzt bereits spekuliert worden, ob die Energiezentrale zum politischen Streitthema werden könnte.
Mit dem gemeinsamen Antrag senden die drei Fraktionen nun ein deutliches Signal: Die Energiewende in Grasbrunn soll vorangebracht werden – aber mit Augenmaß, Akzeptanz und transparenter Entscheidungsfindung.

…sehe ich das richtig, dass dann neben dem Bolzplatz Platz für die Container frei wird?
NEIN – der Bolzplatz soll so bleiben wie er jetzt ist – als Naherholungsgebiet für Groß und Klein – dafür kämpfen wir.
Vielen Dank an Hannes Bussjäger und Sebastian Stüwe für das sehr informative und interessante heutige Hintergrundgespräch im Hofladen Grasbrunn!
Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, nehmen Sie die Möglichkeit wahr, jetzt vor der Kommunalwahl mit den Bewerbern der verschiedenen Parteien zu sprechen und sich zu informieren!
Ich finde die Aussagen des Bürgermeisters Korneder im Münchner Merkur vom 24./25 Januar 2026 einfach dreist.
Der Standort für die Energiezentrale auf dem Bolzplatz ist nicht alternativlos, wie er sagt. In mehreren Diskussionen mit ihm wurden andere Standorte vorgeschlagen und angesprochen. Diese Standorte wurden aber von ihm nicht in Erwägung gezogen, da er zusätzliche Kosten scheut und bei möglichen Grundstückseignern Begehrlichkeiten wecken würde, wie er meinte. Somit waren alle Alternativstandorte aus dem Rennen. Auch seine Informationspolitik zu diesem wichtigen Thema Energiesicherheit war und ist mehr dürftig. Aus seinen Äußerungen war deutlich zu entnehmen, dass er keine Rücksicht auf Bürger und Jugend nimmt. Eine Heizzentrale mit 3 über 30 Meter hohen Kaminen hat in einem Wohngebiet nichts zu suchen.
Nach mehreren Schreiben an den Grasbrunner Gemeinderat und Protestaktionen von Bürgern aus Neukeferloh und Vaterstetten wurde dann die Sinnhaftigkeit dieses Standortes auch im Grasbrunner Gemeinderat infrage gestellt und von der Tagesordnung genommen. Im Vorfeld wurde ebenfalls bereits von Mitgliedern des Gemeinderates mit verschiedenen Grundstücksinhabern über einen anderen Standort für die Energiezentrale gesprochen und vorgefühlt. Herr Korneder beansprucht dies jetzt plötzlich für sich, wider besseres Wissen. Dass auch bisher viel Steuergeld und Ressourcen in der Gemeindeverwaltung verbrannt wurde, scheint ihn nicht zu interessieren.
Die Diskussion um die erneute Bebauung des Standortes Bolzplatz ist ein Deja Vue Erlebnis für die SPD rund um unseren Bürgermeister. Bereits zu Beginn der Flüchtlingskrise 2015 sollte der Bolzplatz für Flüchtlingsunterkünfte bebaut werden. Auch damals konnte angeblich kein anderer Ort als der Bolzplatz dafür in unserer Gemeinde gefunden werden. Es kam anders.
Gott sei Dank gab und gibt es in unserer Gemeinde Gemeinderäte, die sich um den Erhalt der einzigen Bolzplatzfläche für Jugendliche und Erwachsene im Technopark einsetzen und sich um das Wohl der Bürger sorgen.
Ich freue mich sehr über die Entscheidung – die zu Gunsten der Bürgerinnen- und Bürger und Anwohnern im Technopark und Vaterstetten-Süd getroffen wurde.
Soweit ersichtlich wurde noch keine Entscheidung getroffen, sondern zunächst ein Antrag gestellt. Den Bolzplatz als Standort ausschliessen zu wollen, andererseits „ergebnisoffen“ Standorte prüfen zu wollen ist ein Widerspruch in sich. Der Standort am Technopark würde wohl eine zwangsläufige Umsiedelung von Flüchtlingen mit sich bringen, welche wie man hört das Landratsamt München nicht bereit ist zu finanzieren.
Nach meinem Wissensstand hat das Landratsamt schon vor längerer Zeit entschieden, dass die wenigen Flüchtlinge, die momentan noch in den Containern untergebracht sind, zeitnah in einer anderen Wohnstätte untergebracht und daher die Container abgebaut werden.
Erst mit dieser Information kam diese Fläche in die Auswahl als möglicher Standort für die Energiezentrale. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ansonsten einer der drei beteiligten politischen Parteien diesen Standort mit in Betracht gezogen hätten.
Und es ist auch kein Widerspruch zu erkennen, da der Bolzplatz für viele Akteure nach intensiven Recherchen nicht geeignet ist und die zwei möglichen Alternativen ergebnisoffen geprüft werden sollen.
Bedeutet, die Gemeinde ist bei der Realisierung dieses Standorts vollkommen vom Landkreis abhängig. Der Landkreis muss für eine zeitnahe Umsiedlung der Flüchtlinge sorgen und der Gemeinde das Grundstück zu einem hoffentlich fairen Preis verkaufen. Da kann man nur hoffen, dass das zu keiner Verzögerung beim GeoThermieprojekt führt. Wenn man sich anschaut wie lange Verwaltungsverfahren in der Regel dauern erscheint eine Umsetzung (Fertigstellung?) bis 2028 schon sehr ambitioniert.