Am Samstag, dem 12. Juli 2025, fand auf Initiative der Interessengemeinschaft Bolzplatz ein Bürgerdialog direkt am Bolzplatz im Technopark Neukeferloh statt. Rund 130 Bürgerinnen und Bürger aus Grasbrunn, Neukeferloh und Vaterstetten waren der Einladung gefolgt, ebenso wie Bürgermeister Klaus Korneder (Grasbrunn) und Bürgermeister Leonhard Spitzauer (Vaterstetten). Thema war die geplante Geothermie-Energiezentrale, deren Standort nach wie vor für Diskussionen sorgt.

Die geplante Energiezentrale soll nach Plänen der Gemeinde Grasbrunn auf der Fläche des Bolzplatzes im Technopark entstehen. Das Areal, eine der wenigen frei zugänglichen Spielflächen im dicht bebauten Wohngebiet, wird regelmäßig von Kindern, Jugendlichen, Familien und älteren Menschen genutzt – für Bewegung, Begegnung und Naturerlebnis.
Bereits in früheren Artikeln berichtete Grasbrunn Aktuell über den Aufstellungsbeschluss vom Dezember 2024, über den Vorschlag einer versetzten Bauweise im Januar 2025 sowie den anhaltenden Widerstand aus der Nachbarschaft im Mai 2025.
Carl-Peter Olson, einer der Initiatoren der Interessengemeinschaft, betonte, dass man den Ausbau erneuerbarer Energien ausdrücklich befürworte – nicht aber auf Kosten eines wohnortnahen Bolzplatzes. Seine Kritik richtete sich vor allem an die Standortwahl und die fehlende Kommunikation im frühen Planungsprozess.

Peter Walczuch ging in seiner Rede detailliert auf die Chronologie des Protests ein – beginnend mit ersten Schreiben im Herbst 2024 bis zur Petition, die derzeit läuft. Er monierte unter anderem mangelnde Bürgerbeteiligung, eine unpräzise Flächenbezeichnung im Bebauungsplan und den Umstand, dass alternative Standorte laut Verwaltung nicht geprüft würden, um keine „Begehrlichkeiten“ bei Grundstückseigentümern zu wecken.


Einen emotionalen Appell richtete Martina Reiter aus Vatersatetten an die Anwesenden. Sie verwies auf die bereits verloren gegangene Waldfläche im Umfeld des Technoparks und betonte, wie stark das Gebiet bereits durch Lärmquellen (B304, Autobahn, Bahntrasse) belastet sei. Sie sprach zudem über die soziale Funktion der Fläche, da Kinder nicht nur Bolzplatz und Geräte nutzen würden, sondern im angrenzenden Grünstreifen Hütten bauen, Tiere beobachten und Natur erfahren. Reiter betonte außerdem, dass die geplante Anlage nicht nur groß, sondern auch optisch und ökologisch massiv in das Wohnumfeld eingreife.

Grasbrunns Erster Bürgermeister Klaus Korneder stellte sich der Diskussion und betonte erneut, dass die Energiezentrale Teil einer strategisch nachhaltigen Wärmeversorgung sei. Die Fläche sei technisch geeignet und bereits gemeindlich verfügbar – eine Voraussetzung, um mit der Umsetzung zügig beginnen zu können. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die emotionale Bindung an die Fläche und versicherte, dass man versuche, durch eine versetzte Bauweise zumindest Teile des Bolzplatzes zu erhalten. Ein endgültiger Standortbeschluss steht noch aus.

Vaterstetten Erster Bürgermeister Leonhard Spitzauer äußerte sich kurz und machte einen eher uninformierten Eindruck. Seine scherzhaft gemeinte Bemerkung über eine „Maut-Abrechnung“ für die Anfahrt über Vaterstettener Gemeindegebiet sorgte unter den Anwesenden für Irritation – auch, weil es sich um eine ernsthafte Anliegerfrage handelte.

Der Bürgerdialog zeigte: Die Debatte um die Energiezentrale ist kein Streit über Klimaschutz – sondern über Standortwahl, Beteiligung und die Zukunft öffentlicher Freiflächen. Die Interessengemeinschaft kündigte an, weiter Unterschriften zu sammeln und an Alternativen zu arbeiten. Die Online-Petition auf openPetition ist weiterhin aktiv.
Ein Termin für eine Entscheidung im Gemeinderat steht aktuell noch nicht fest. Fest steht aber: Die Diskussion bleibt lebendig – auf dem Platz und in der Politik.
Kontakt zur Interessengemeinschaft Bolzplatz:
bolzplatz-technopark@web.de
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Als langjähriger Bewohner von Neukeferloh bin ich zutiefst besorgt über die geplante Energiezentrale an diesem Standort. Dieser Bolzplatz ist nicht nur ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche spielen und sich austoben können, sondern auch ein Treffpunkt für die gesamte Gemeinschaft. Hier haben wir unzählige Stunden verbracht, Schlittschuhlaufen gelernt, getobt, gekickt, Freundschaften geschlossen und wertvolle Erinnerungen geschaffen.
Die Vorstellung, dass dieser wertvolle Raum einer Industrieanlage weichen soll, und somit für alle Generationen, die sich hier regelmäßig treffen, massiv begrenzt wird, ist für mich unverständlich. Die Nähe zu unseren Wohngebieten bedeutet, dass wir mit Lärm und möglichen Emissionen konfrontiert werden, was unsere Lebensqualität erheblich beeinträchtigen würde. Zudem würde der Verlust des Bolzplatzes eine Lücke in unserem sozialen Gefüge hinterlassen, die nicht leicht zu schließen ist.
Ich verstehe die Notwendigkeit, erneuerbare Energien zu fördern, aber dies sollte nicht auf Kosten unserer Gemeinschaft geschehen. Es muss doch möglich sein, einen alternativen Standort zu finden, der sowohl den Bedürfnissen der Gemeinde als auch den berechtigten Interessen der Anwohner und Bürger der Gemeinde gerecht wird. Ein Industriegebiet wäre hier sicherlich die bessere Wahl.
Lasst uns gemeinsam für den Erhalt unseres Bolzplatzes kämpfen und eine Lösung finden, die für Bürger, Anwohner und die Gemeinde tragbar ist!
Der Bolzplatz muss bleiben es gibt bestimmt Alternativen zum Standort !! Dachte wir haben einen B ü r g e r meister zum Wohle und den Interessen der Bürger und keinen B a u meister. Bin enttäuscht