Allgäuer Käspätzle (mit Röstzwiebeln), schwäbische Schupfnudeln, Brot und Wein, Bratwurstsemmeln, fränkische Rostbratwürste, Hot Aperol und Pinsa, Pulled Duck Burger, Fisch- und Leberkassemmeln, Aperol Spritz, Spaghetti Amatriciana, Hugo, Pizza Capricciosa, italienische Antipasti sowie Krapfen und Prosecco – wer hier nicht wenigstens einmal vorbeischaute, hatte entweder keine Zeit oder bereits einen festen Gastro-Stammtisch. Zeitweise drängte sich der Eindruck auf, der Bürgermeister plane nach der Wahl eher eine Bar oder eine Imbissbude, als eine zweite Amtszeit im Rathaus.
Auch die berühmten „Gassi(Geh)-Gespräche“ mit Hund Bella sollten Nähe schaffen. Doch während Bella bereitwillig jeden Termin absolvierte, blieb die Resonanz überschaubar. Kein Wunder: In Vaterstetten gilt Leinenpflicht. Wer seinen Hund wirklich laufen lassen will, fährt ohnehin nach Neukeferloh. Dort hat sich längst herumgesprochen, dass zwischen Waldwegen und Lichtungen die großen und kleinen Zamperl deutlich freier unterwegs sind – und ihre Besitzer gleich mit. Die eigentlichen Gespräche fanden also eher zwischen Bäumen statt als auf Wahlterminen.
Begleitet wurde das Ganze von einer Plakatdichte, die selbst erfahrene Beobachter ins Grübeln brachte. Gefühlt 50 Varianten, von klassisch bis bauzauntauglich, sorgten dafür, dass man dem Kandidaten kaum entkommen konnte. Selbst Grasbrunn Aktuell berichtete in früheren Artikeln mehrfach über diese ungewöhnliche Präsenz und die beeindruckende Taktung öffentlicher Auftritte.
Und dann kam der Tag der Stichwahl. 45 Prozent für Spitzauer, 55 Prozent für Maria Wirnitzer. Ein klares Ergebnis. Und kurz darauf: Stille.
Was dann folgte, erinnert – nicht ganz zufällig – an den Film „Auf der Flucht“. Nur dass Harrison Ford alias Dr. Kimble zumindest noch von US-Marshalls verfolgt wurde. In Vaterstetten hingegen bleibt die Suche bislang ergebnisoffen. Der abgewählte Bürgermeister trat unmittelbar seinen Resturlaub an. 33 Tage, dienstrechtlich notwendig, wie er betont. Keine Übergabe, keine Abschiedsrunde, kein Nachspiel.
Währenddessen läuft der Betrieb weiter. Zunächst übernahm die zukünftige Bürgermeisterin Maria Wirnitzer kommissarisch die Amtsgeschäfte, bevor zwischenzeitlich Roland Meier einsprang. Im Gemeinderat wird Spitzauer ebenfalls fehlen – sein Mandat nimmt er nicht an. Stattdessen rückt Theo Bader nach, ein kommunalpolitischer Rückkehrer mit Erfahrung aus mehreren Jahrzehnten.
Und so bleibt am Ende vor allem eine Frage: Wo ist er hin? Vielleicht sitzt er irgendwo, fernab von Plakaten und Terminen, bei einem Teller Spaghetti Amatriciana und denkt sich, dass sechs Jahre Kommunalpolitik genug sind. Vielleicht aber auch ganz unspektakulär im Wald von Neukeferloh – dort, wo ohnehin die eigentlichen Gespräche stattfinden und wo niemand nach Wahlergebnissen fragt, solange das Zamperl glücklich ist.
Eines ist jedenfalls sicher: So schnell wie er im Wahlkampf überall war, so schnell ist er jetzt nirgends mehr zu sehen. Ganz wie Dr. Kimble. Nur ohne Zugunglück.

Diese sarkastischen Berichte sind mir nur noch zuwider. Ich hätte mir auch eine professionellere Übergabe gewünscht und auch erwartet, aber so ein Nachtreten ist einfach nur geschmacklos und sinnbefreit. Vielleicht ist Herr Spitzauer ein schlechter Verlierer, das kann man wohl über ihn sagen. Ist es jetzt aber nötig, einen ganzen Artikel darüber zu schreiben, nochmal drauf zu hauen und sich auch noch derartig lustig zu machen? Ist das jetzt unser Umgang miteinander?
Immerhin hat Herr Spitzauer mit durchaus hohem Engagement versucht, seinem Amt gerecht zu werden und das finde ich anerkennenswert.
Vielleicht bin ich da „old school“, aber Verantwortung trägt man nicht nur in Spitzenämtern.