First Responder Harthausen: 2.197 Einsätze in 20 Jahren

Seit genau zwei Jahrzehnten überbrückt die First-Responder-Gruppe der Feuerwehr Harthausen wertvolle Minuten und rettet damit im Gemeindegebiet Grasbrunn immer wieder Leben.
First Responder Harthausen: 2.197 Einsätze in 20 Jahren

Am 1. Februar vor 20 Jahren wurde in der Gemeinde Grasbrunn ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der medizinischen Erstversorgung getan: Die First-Responder-Gruppe der Feuerwehr Harthausen nahm nach nur vier Monaten intensiver Planungszeit ihren Dienst auf. Initiiert wurde das Projekt durch den damaligen Kommandanten Markus Mende und seinen Stellvertreter Florian Leibig, die mit viel Engagement und Beharrlichkeit eine Idee verwirklichten, die heute nicht mehr aus dem örtlichen Hilfeleistungssystem wegzudenken ist.

Von Beginn an stieß das Vorhaben auf große Zustimmung im Gemeinderat Grasbrunn. Dennoch mussten zunächst einige bürokratische Hürden genommen werden. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass eine First-Responder-Einheit aus mindestens zehn speziell ausgebildeten Feuerwehrdienstleistenden bestehen muss. Zusätzlich war ein ärztlicher Leiter erforderlich. Die angedachte Kooperation mit einer benachbarten Feuerwehr kam damals nicht zustande – doch letztlich erwies sich dies als glückliche Fügung.

Ein entscheidender Meilenstein war die Zusammenarbeit mit dem damals erst 30-jährigen Arzt Dr. Christian Stenke aus Neukeferloh, der sich mit großem persönlichen Einsatz am Aufbau der Einheit beteiligte und sein medizinisches Fachwissen als ehrenamtlicher Notfallarzt einbrachte. Markus Mende gelang es zudem, 15 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für die anspruchsvolle Zusatzausbildung zu gewinnen.
Die medizinische Grundqualifikation umfasst eine 80-stündige Basisausbildung, die durch monatliche Sonderausbildungen ergänzt wird. Hinzu kommen jährlich mindestens zwölf Fortbildungseinheiten – andernfalls erlischt die Einsatzgenehmigung. Diese hohen Standards sind vom Bayerischen Innenministerium verbindlich vorgeschrieben und sichern die Qualität der Hilfeleistung.

Seit der Gründung wurde die Feuerwehr Harthausen zu 2.197 First-Responder-Einsätzen im Gemeindegebiet und in umliegenden Ortschaften alarmiert. Die Helferinnen und Helfer konnten Verletzten und Erkrankten Schmerzen lindern, Leben retten und den nachrückenden Rettungsdiensten bereits während deren Anfahrt wertvolle Informationen zum Krankheitsbild übermitteln.

Gerade im ländlich geprägten Raum wie rund um Grasbrunn kommt der Einheit eine besondere Bedeutung zu. Oftmals gilt es, die längeren Anfahrtszeiten des Rettungsdienstes zu überbrücken oder Spitzenbelastungen bei größeren Einsatzlagen abzufangen. Die First Responder verstehen sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz, sondern als sinnvolle Ergänzung zum professionellen Rettungsdienst. Ziel ist es, das sogenannte „therapiefreie Intervall“ zu verkürzen – also die Zeit bis zum Eintreffen von Notarzt oder Rettungswagen. Der Zeitvorteil beträgt dabei meist zwischen fünf und 15 Minuten.

Zum Selbstverständnis der Feuerwehr Harthausen gehört auch die Aufklärung der Bevölkerung. Bei Veranstaltungen werden interessierte Bürgerinnen und Bürger in Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie in die Anwendung eines Defibrillators eingewiesen – ganz nach dem Leitsatz: Das Einzige, was man im Ernstfall falsch machen kann, ist nicht zu helfen. Weiterführende Informationen bietet beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz.

Wie Kommandant Mathias Friesinger bei der letzten Jahreshauptversammlung berichtete, wurden die First Responder allein im Jahr 2025 zu 158 Einsätzen alarmiert – ein eindrucksvoller Beleg für die anhaltende Bedeutung dieser Einheit.

Ein starkes Zeichen des Rückhalts zeigte sich auch bei der Finanzierung des Einsatzfahrzeugs: Das speziell ausgerüstete Fahrzeug im Wert von 55.000 Euro wurde vollständig durch 263 Spenderinnen und Spender aus der Bevölkerung ermöglicht. Ein Engagement, das den engen Zusammenhalt zwischen Feuerwehr und Bürgerschaft eindrucksvoll unterstreicht.
Nach 20 Jahren lässt sich festhalten: Die First Responder der Feuerwehr Harthausen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheits- und Gesundheitsvorsorge in Grasbrunn – getragen von Ehrenamt, Fachwissen und großem menschlichem Einsatz.

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