Die Nachricht traf viele unerwartet: In der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 27. Januar 2026, informierte Grasbrunns Erster Bürgermeister Klaus Korneder über ein Schreiben der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, wonach der Geldautomat in der Saarlandstraße 31 in Neukeferloh im Mai 2026 abgebaut werden sollte. Als Begründung nannte die Kreissparkasse unter anderem hohe Betriebskosten sowie die Nähe zu einem weiteren SB-Automaten im Technopark (Bretonischer Ring).
Die Reaktion im Sitzungssaal war eindeutig: Bestürzung bei Gemeinderäten und anwesenden Bürgerinnen und Bürgern. In der Vergangenheit immer wieder darüber berichtet, wie wichtig eine wohnortnahe Grundversorgung für ältere Menschen und weniger mobile Einwohner ist – sei es bei Nahversorgung, ÖPNV oder eben beim Zugang zu Bargeld. Der drohende Wegfall des einzigen SB-Standorts in Neukeferloh hätte diese Problematik weiter verschärft.
Johannes Seitner (Freie Wähler Gemeinschaft Grasbrunn) regte zusätzlich an, mit anderen Banken Kontakt aufzunehmen, die vielleicht Interesse hätten, den Standort weiterzubetreiben.
Bürgermeister Korneder nahm nach der Sitzung Kontakt mit der Kreissparkasse auf, um auf die besondere Bedeutung des Standorts Saarlandstraße hinzuweisen – insbesondere für ältere Bürgerinnen und Bürger, die weder Auto noch Online-Banking nutzen.
Auch Grasbrunn Aktuell wurde aktiv und wandte sich schriftlich an das Büro von Landrat Christoph Göbel, der zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Kreissparkasse ist. Die Anfrage wurde an den Vorstandsvorsitzenden Andreas Frühschütz weitergeleitet, mit dem zusätzlich ein Telefonat geführt wurde.
In seiner anschließenden schriftlichen Stellungnahme machte Frühschütz die Hintergründe deutlich: Sowohl der SB-Standort Saarlandstraße als auch der Geldautomat im Technopark liegen aufgrund der Nähe zur A99 an sogenannten Hochrisikostandorten, was teure Sicherheitsmaßnahmen gegen Automatensprengungen erforderlich macht.
Gleichzeitig seien die Nutzungszahlen an beiden Automaten deutlich unterdurchschnittlich und rückläufig.
Nach erneuter Prüfung und auf Intervention von Bürgermeister Korneder habe sich die Kreissparkasse jedoch zu einer Kompromisslösung entschlossen:
Der SB-Standort in der Saarlandstraße soll erhalten bleiben, während der reine Geldautomat am Bretonischen Ring (Technopark) nach Ablauf der Mietvertragskündigung Mitte 2026 abgebaut werden soll. Diese Entscheidung steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Verwaltungsrates, der am 4. März 2026 darüber berät.

Parallel dazu hat Grasbrunn Aktuell vor Ort mit Kundinnen und Kunden gesprochen. Die Rückmeldungen zeichnen ein klares Bild: Viele empfinden es als zunehmend unverständlich, warum es für Kundinnen und Kunden der Kreissparkasse immer schwieriger wird, an Bargeld zu kommen. Zwar sei eine Barauszahlung im Supermarkt möglich, doch gerade in kleineren Orten werde das Angebot dünner. Zudem akzeptieren viele kleinere Geschäfte Kartenzahlung erst ab 15 Euro oder mehr, sodass Bargeld weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
Mehrere Gesprächspartner äußerten sogar, im Fall eines Abbaus die Bank wechseln zu wollen. Besonders problematisch sei für viele Ältere auch der Wegfall der Möglichkeit, Kontoauszüge ohne Computer abzurufen. Während jüngere Menschen häufiger mobil sind und überwiegend bargeldlos zahlen, stellt der Verlust eines wohnortnahen SB-Automaten für die ältere Generation ein reales Alltagsproblem dar.
Der Fall Neukeferloh passt in einen bundesweiten Trend. Immer weniger Geldautomaten in Deutschland. Laut Deutscher Bundesbank sank ihre Zahl 2024 erneut um rund drei Prozent auf etwa 49.750 Automaten. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Bankfilialen weiter ab. Die Bargeldversorgung gilt statistisch zwar als gesichert, wird für viele Menschen jedoch aufwendiger und weniger selbstverständlich.
Vor diesem Hintergrund zeigt der aktuelle Vorgang: Engagiertes Nachfragen, kommunale Unterstützung und öffentlicher Druck können Wirkung entfalten. Ob der SB-Standort Saarlandstraße langfristig erhalten bleibt, entscheidet sich Anfang März. Grasbrunn Aktuell wird die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten.

Die Kreissparkasse M-STA-EBE baut seit Jahren den Service am „Normal“-Kunden ab. Sie war seit frühester Zeit (1960er Jahre in dem Gebäude in dem jetzt Neslis Backcafe ist) in Neukeferloh mit einer Filiale präsent. Die Entscheidungen, des in den vergangenen Jahren gewachsendes Vorstandes dieser Bank haben sich vom Gedanken der „Bank für die Bürger“ weit entfernt