Wie entwickelt sich der Wirtschaftsstandort Grasbrunn? Welche Unternehmen interessieren sich für Flächen im Gemeindegebiet – und wie geht die Verwaltung mit entsprechenden Anfragen um? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Antrags der FDP vom 19. August 2024, der inzwischen konkrete Auswirkungen auf die Informationspraxis der Gemeindeverwaltung hat.
Mit dem Antrag „Transparenz-Offensive Gemeindeverwaltung“ beantragte Gemeinderat Sven Blaukat (FDP) die Etablierung eines freiwilligen, regelmäßigen Berichtswesens zu Projekt- und Gewerbeansiedlungsanfragen. Ziel war es, den Gemeinderat – und mittelbar auch die Öffentlichkeit – frühzeitig und systematisch über wirtschaftliche Entwicklungen zu informieren, ohne dabei einzelne Projekte vorab bewerten zu müssen.
In der Begründung verwies die FDP auf die Informationspflicht des Bürgermeisters, den Grundsatz der Öffentlichkeit sowie die zentrale Rolle des Gemeinderats bei wirtschaftlichen Weichenstellungen. Gerade bei größeren Flächenanfragen solle Transparenz Vertrauen schaffen und eine sachliche Diskussion ermöglichen.
Der Gemeinderat nahm den Antrag in seiner Sitzung am 22. Oktober 2024 zur Kenntnis und beschloss, einen regelmäßigen Bericht der Verwaltung zu Gewerbe- und Projektanfragen vorzulegen. Damit griff das Gremium eine Forderung auf, die in früheren Artikeln von Grasbrunn Aktuell immer wieder thematisiert wurde: wirtschaftliche Entwicklung nachvollziehbar darzustellen, ohne Erwartungen zu schüren oder Vorfestlegungen zu treffen.
Die Kommunale Wirtschaftsförderung der Gemeinde verzeichnet rund 15 Gewerbeansiedlungsanfragen pro Jahr. Etwa 80 Prozent davon betreffen Kaufgesuche für Grundstücke oder Bestandsimmobilien. Inhaltlich reichen die Anfragen von Logistik, Handel und Industrie bis hin zum Gesundheitswesen.
Die Verwaltung prüft alle Flächengesuche anhand des gültigen Flächennutzungsplans. Sobald eine Anfrage konkreter wird oder politisch relevant ist – etwa wie in der Vergangenheit im Gewerbegebiet Keferloh, bei der Niederlassung Bayerischer Gewerbebau oder beim Fachmarktzentrum an der B 304, wird der Gemeinderat automatisch informiert.
Im nun vorliegenden Bericht für das zweite Halbjahr 2025 zeigt sich die große Bandbreite der Anfragen, die die Verwaltung erreicht haben.
Kaufanfragen zu Grundstücken oder Bestandsimmobilien:
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- Logistik und Produktion: ca. 100.000 m²
- Ladepark für Elektroautos
- SB-Waschboxen: ca. 1.500–2.000 m²
- Produktionsflächen: 50.000–300.000 m² (Kauf und Miete)
- Chemie: ab 100 Hektar
- Pharma / Biotechnologie: ab 200.000 m²
- Lagerhalle mit Büroanteil: ca. 2.000 m²
- Gerüstbauunternehmen: 1.500–3.000 m²
- Busunternehmen: 1.300–2.500 m²
- Life-Sciences-Produktion: ca. 200.000 m²
Mietanfragen:
- Indoor-Freizeitanlage: ca. 1.000–2.500 m²
- Werkstatt: 30–60 m²
Mietanfragen wurden, wie in Grasbrunn üblich, an die örtlichen Immobilienverwalter des Technoparks weitergeleitet.
Wichtig ist der Gemeindeverwaltung dabei ein klarer Grundsatz: Die Berichte stellen keine Zusage und keine Bewertung dar. Sie dienen ausschließlich der Information des Gemeinderats und der Öffentlichkeit. Ob und in welcher Form sich Projekte realisieren lassen, hängt weiterhin von planungsrechtlichen Vorgaben, Umweltbelangen und politischen Beschlüssen ab.
Mit dem regelmäßigen Berichtswesen setzt Grasbrunn einen weiteren Baustein für eine offene, sachliche Kommunalpolitik. Der FDP-Antrag hat diesen Anspruch jetzt in eine feste Struktur überführt und sorgt dafür, dass wirtschaftliche Entwicklungen künftig frühzeitig, geordnet und nachvollziehbar im Gemeinderat behandelt werden.

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