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Die Partnerschaft zwischen Grasbrunn und Le Rheu ist mehr als ein offizieller Eintrag in Gemeindearchiven – sie lebt von den Begegnungen der Menschen. Das wurde auch in diesem Jahr deutlich, als 15 Schülerinnen und Schüler des Collège Georges Brassens im Rahmen des Schüleraustauschs mit dem Gymnasium Kirchseeon das Rathaus in Neukeferloh besuchten.
Seit vielen Jahren gehört der Austausch fest zum Programm der Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden. Wie Grasbrunn Aktuell bereits mehrfach berichtet hat, zählt die Verbindung zur bretonischen Gemeinde Le Rheu zu den ältesten und aktivsten internationalen Partnerschaften der Region. Seit mehr als fünf Jahrzehnten werden Freundschaften gepflegt, kulturelle Unterschiede entdeckt und gegenseitiges Verständnis gefördert.
Erstmals wurde die Schülergruppe dabei von Bürgermeister Sebastian Stüwe im Sitzungssaal des Rathauses empfangen. Gemeinsam mit den Deutschlehrern Alain Esseuil und Charly Pommier stellte er den Gästen die Gemeinde Grasbrunn vor und gab Einblicke in die Geschichte der langjährigen Partnerschaft. Dabei ging es nicht nur um kommunale Themen, sondern auch um bayerische Traditionen und Besonderheiten.
Besonders aufmerksam verfolgten die Jugendlichen die Ausführungen zum Maibaumaufstellen. Dass ein Maibaum tatsächlich gestohlen werden kann und dies in Bayern sogar Teil der Tradition ist, sorgte für sichtliches Erstaunen. Noch größer wurde die Verwunderung, als erklärt wurde, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, um einen solchen „Raubzug“ zu verhindern. Für viele der französischen Gäste dürfte diese Form gelebten Brauchtums zu den ungewöhnlichsten Eindrücken ihres Deutschlandaufenthalts zählen.
Der Besuch beschränkte sich jedoch nicht auf heitere Themen. Zum festen Programm des Austauschs gehören seit Jahren auch Besuche der KZ-Gedenkstätte Dachau sowie des NS-Dokumentationszentrums in München. Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte ist ein wichtiger Bestandteil der Begegnungen und trägt dazu bei, historische Verantwortung und europäische Werte gemeinsam zu reflektieren.

aus Le Rheu auch zu Gast in der Partnergemeinde Grasbrunn. Erster Bürgermeister Sebastian Stüwe
empfing sie im Rathaus Neukeferloh.
Natürlich durfte auch der Fußball nicht fehlen. Nur wenige Tage vor dem WM-Spiel Frankreich gegen Norwegen fragte Bürgermeister Stüwe die Jugendlichen nach dem besten französischen Nationalspieler. Die Antwort „Mbappé“ kam prompt. Mit einem Augenzwinkern widersprach der Rathauschef jedoch und erklärte, Michael Olise sei die richtige Wahl – schließlich spiele dieser auch für den FC Bayern München. Für zusätzliche Lacher sorgte Deutschlehrer Alain Esseuil, der passend dazu seine FC-Bayern-Turnschuhe präsentierte.
Zum Abschluss erhielt jeder Gast ein Wiesnherz als Erinnerung an den Besuch in Grasbrunn. Eine kleine Geste, die symbolisch für das steht, was die Partnerschaft seit Jahrzehnten ausmacht: persönliche Begegnungen, gemeinsame Erlebnisse und Freundschaften, die weit über Ländergrenzen hinausreichen. In einer Zeit, in der Europa oft über politische Herausforderungen diskutiert, zeigen solche Austauschprogramme, dass Verständigung und Zusammenhalt vor allem dort entstehen, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

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