Grasbrunn bekommt Unterstützung für mehr Artenvielfalt

Grasbrunn gehört zu acht bayerischen Kommunen, die für das Förderprogramm "KomBi" zum kommunalen Biodiversitätsschutz ausgewählt wurden.
Grasbrunn bekommt Unterstützung für mehr Artenvielfalt

Grasbrunn soll beim Schutz der biologischen Vielfalt einen Schritt weiterkommen. Die Gemeinde wurde als eine von nur acht Kommunen in Bayern für das Förderprogramm „KomBi – Bayerische Kommunen verstärken den Biodiversitätsschutz“ ausgewählt. Damit erhält Grasbrunn fachliche Unterstützung und Fördermittel, um konkrete Maßnahmen für mehr Artenvielfalt vor Ort zu entwickeln.

Den Anstoß für die Bewerbung gab Doris Dorschner-Wallleitner vom BUND Naturschutz, Ortsgruppe Grasbrunn. Sie machte die Gemeinde auf die Möglichkeit aufmerksam und brachte damit die Bewerbung für die „Kommunalwerkstatt Biodiversität“ ins Rollen. Dass Grasbrunn nun zu den ausgewählten Kommunen gehört, ist damit auch ein Ergebnis des Engagements der örtlichen Naturschutzgruppe.

Das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Projekt soll Kommunen einen vergleichsweise niederschwelligen Einstieg in den strategischen Biodiversitätsschutz ermöglichen. Auch Grasbrunn erhält dabei Unterstützung, um das bisherige Engagement für den Erhalt der Artenvielfalt weiterzuentwickeln.

Das Verfahren ist in drei Schritte gegliedert. Zunächst untersucht ein Fachbüro die vorhandenen naturschutzfachlichen Daten. Dabei sollen Stärken, Potenziale und mögliche Handlungsfelder der Gemeinde sichtbar werden.

Anschließend sollen Bürgerinnen und Bürger, Vereine und weitere Fachstellen ihre Ideen und Erfahrungen einbringen. In einem gemeinsamen Workshop werden unter anderem die Bereiche Siedlungsräume, Wald, Gewässer und Offenland betrachtet. Auch die Umweltbildung spielt eine Rolle.

Am Ende soll daraus ein konkretes Aktionsprogramm für Grasbrunn entstehen. Es soll der Gemeinde als Leitfaden für weitere Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt dienen.

Welche Projekte am Ende tatsächlich umgesetzt werden, ist derzeit noch offen. Denkbar sind beispielsweise zusätzliche Streuobstwiesen, Maßnahmen zum Schutz von Vögeln oder die Schaffung beziehungsweise Aufwertung von Lebensräumen durch Wassergräben, Totholzhaufen und Biotope.

Auch Exkursionen und Informationsveranstaltungen könnten Teil des späteren Aktionsprogramms werden. Damit würde das Projekt nicht nur Flächen und Lebensräume in den Blick nehmen, sondern auch die Menschen stärker für die heimische Natur sensibilisieren.

Für Grasbrunn stehen im Rahmen des Programms 15.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Damit kann ein externes Fachbüro beauftragt werden. Die Förderung beträgt insgesamt 85 Prozent; nach den vorliegenden Informationen ist für Grasbrunn voraussichtlich kein Eigenanteil erforderlich.

Getragen wird die „Kommunalwerkstatt Biodiversität“ unter anderem vom BUND Naturschutz und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Für Grasbrunn beginnt damit nun die konkrete Arbeit: Welche Naturschutzpotenziale gibt es in der Gemeinde bereits – und wo könnte künftig noch mehr für die Artenvielfalt getan werden?

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