Der Gesamthaushalt belief sich 2025 auf rund 62,1 Millionen Euro, wobei Soll-Einnahmen und Soll-Ausgaben exakt übereinstimmen – ein rechnerisch perfekt ausgeglichenes Ergebnis. Ursprünglich hatte der Gemeinderat den Verwaltungshaushalt mit knapp 29,97 Millionen Euro veranschlagt, am Jahresende standen jedoch 38,6 Millionen Euro zu Buche – rund 8,6 Millionen Euro mehr als geplant. Diese unerwartete Mehreinnahme konnte in vollem Umfang dem Vermögenshaushalt zugeführt werden, der sich mit 23,5 Millionen Euro deutlich über der ursprünglichen Ansatzgröße von 6,29 Millionen Euro bewegte, wie aus dem Rechenschaftsbericht zum Haushaltsjahr 2025 der Gemeinde Grasbrunn hervorgeht, der dem Gemeinderat zur Vorlage vorgelegt wurde.
Grund dieser Entwicklung war einmal mehr die Gewerbesteuer: Mit rund 20,1 Millionen Euro erreichte sie einen neuen Höchststand und trug damit gut die Hälfte der gesamten Einnahmen der Gemeinde. Zum Vergleich: 2019 lag die Gewerbesteuer noch bei 15,5 Millionen Euro, war 2020 und 2021 pandemiebedingt eingebrochen und hat sich seither Jahr für Jahr erholt. Der Gewerbesteuer-Hebesatz blieb 2025 bei 290 Punkten stabil.
Auf der Ausgabenseite dominierte die Kreisumlage mit rund 12 Millionen Euro beziehungsweise 31,1 Prozent des Verwaltungshaushalts den größten Posten. Grund dafür ist ein spürbar gestiegener Umlagesatz: Das Landratsamt München erhöhte den Hebesatz von 48,8 auf 51,8 Punkte – eine Entwicklung, die viele Umlandgemeinden im Landkreis derzeit zu spüren bekommen, da hohe Gewerbesteuereinnahmen auch höhere Umlagezahlungen an den Landkreis nach sich ziehen. Zweitgrößter Ausgabenblock waren mit rund 9,18 Millionen Euro beziehungsweise 23,76 Prozent die Personalausgaben. Ursache waren vor allem die Tarifabschlüsse infolge der Inflation sowie Eingruppierungsanpassungen einzelner Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigt die Gemeinde derzeit 137,88 Stellen – ein Anstieg gegenüber 132,97 Stellen im Vorjahr, der sich unter anderem durch mehr Tarifbeschäftigte und zusätzliche Auszubildende erklärt.
Im Vermögenshaushalt investierte die Gemeinde rund 796.000 Euro in bewegliche Vermögensgegenstände und Grundstücke – darunter Ausstattung für Spielplätze, Bürgerhäuser und mehrere Kindertageseinrichtungen – sowie weitere rund 560.000 Euro in Baumaßnahmen. Größere Vorhaben wurden als sogenannte Haushaltsreste ins Jahr 2026 übertragen: Für die Finanzierung der Geothermie stehen weiterhin rund 3,7 Millionen Euro bereit, für Lärmschutzmaßnahmen etwa 767.000 Euro, für Straßensanierungen rund 150.000 Euro und für die Ausstattung von Kindertageseinrichtungen weitere Mittel im niedrigen sechsstelligen Bereich.
Auch die finanzielle Ausgangslage bleibt komfortabel: Zum Jahresende verfügte Grasbrunn über allgemeine Rücklagen in Höhe von rund 18,1 Millionen Euro, nach 16,8 Millionen Euro im Vorjahr. Kredite musste die Gemeinde auch 2025 nicht aufnehmen – seit Ende 2024 ist Grasbrunn vollständig schuldenfrei. Zum Vergleich: 2013 stand die Gemeinde noch mit 2,25 Millionen Euro in der Kreide. Der Weg von der Verschuldung zur kompletten Schuldenfreiheit binnen gut eines Jahrzehnts unterstreicht damit einmal mehr die stabile Haushaltsführung.

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