Der Gemeinderat Grasbrunn hat in seiner Sitzung am 28. Juli 2026 den entscheidenden Beschluss für die Errichtung einer 3-fach Tennishalle des Tennisclubs Neukeferloh e. V. (TCN) gefasst. Der Ratssaal war dabei mit rund 30 Zuschauern (vorwiegend Mitgliedern des Tennisclubs) so voll wie selten. Grundlage der Entscheidung war die Beschlussvorlage 140/2026 der Gemeindeverwaltung sowie eine ausführliche Präsentation, die TCN-Vorstand Hans Greineder gemeinsam mit seinem Sohn Michael Greineder den Grasbrunner Gemeinderäten vorstellte.
Die Geschichte der neuen Tennishalle reicht weit zurück: Bereits 2007 begann der damalige TCN-Vorstand mit ersten Planungen für eine feste Halle. Da eine größere Lösung damals nicht darstellbar war, einigte man sich auf eine 1-Feld-Traglufthalle, die 2009 als Provisorium in Betrieb ging und bis heute genutzt wird. Ab 2015 nahm der Verein erneut Anlauf für eine dauerhafte Alternative; ein zunächst diskutierter Standort nördlich des Wirtshauses im Bannwald scheiterte am Widerstand der Bayerischen Forstverwaltung.
Konkreter wurde das Vorhaben am 31. Mai 2022, als der TCN dem Gemeinderat und zahlreich anwesenden Vereinsmitgliedern erstmals Pläne für eine 3-fach-Halle mit Anbau präsentierte. Hintergrund war damals bereits der wirtschaftliche Druck: Die Energiekosten für Gas, Strom, Gebläse und Heizung der Traglufthalle waren im Zuge des Kriegs in der Ukraine um 450 Prozent gestiegen. Am 25. Juli 2023 folgte der nächste Meilenstein: Der Gemeinderat stimmte mit 17 zu 1 Stimmen der 16. Änderung des Flächennutzungsplans sowie der 2. Änderung des Bebauungsplans Nr. 48 „Waldsportplatz“ zu und ebnete damit planungsrechtlich den Weg.
Zum offenen Konflikt kam es im März 2025: Mit Schreiben vom 10. Februar 2025 beantragte der TCN unter Vorsitz von Hans Greineder finanzielle Unterstützung der Gemeinde und verknüpfte dies mit drei zentralen Forderungen. Die Betriebskosten der Traglufthalle lagen zu diesem Zeitpunkt bei rund 4.200 Euro monatlich und galten als wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Die Gemeinderatssitzung vom 25. März 2025 brachte zunächst weitreichende, aber noch nicht abschließende Entscheidungen – der TCN hatte vorher signalisiert, das Projekt maßgeblich aus eigenen Mitteln stemmen zu wollen.
Möglich wurde die jetzige Lösung erst durch den zwischenzeitlichen Ankauf der betroffenen Grundstücke (Flurnummern 106/2, 106/4 und 106/9) durch die Gemeinde Grasbrunn selbst.
Davor stand lediglich eine Verlängerung des Erbbaurechts im Raum. Die Gemeinde übernimmt nun die Kosten für Ausgleichsflächen und Erschließung, abzüglich der Förderung durch den BLSV (Bayerischer Landes-Sportverband), und stellt dem TCN ein Darlehen von bis zu 1,6 Millionen Euro zur Verfügung, rückzahlbar über 30 Jahre mit Zinsen. Bei Zahlungsausfall würden Grund und Halle an die Gemeinde fallen.
Die Gesamtinvestition beziffert der TCN auf rund 2.321.000 Euro netto, finanziert über BLSV-Förderung, BLSV-Darlehen, Vereinseigenmittel, avisiertes Crowdfunding und das Gemeindedarlehen als größten Posten.
SPD und zwei Grünen-Vertreter stimmten dagegen und verwiesen auf frühere Zusagen des Vereins zur Eigenfinanzierung; CSU, FWG, FDP und Bürgermeister Sebastian Stüwe stimmten dafür. Der TCN zählt inzwischen 491 Mitglieder, davon 198 Jugendliche, und verbuchte allein im vergangenen Jahr 100 Neuaufnahmen. Baustart ist für Anfang 2027 geplant.
Beitragsbild: Beispielbild Tennishalle

Es wäre interessant zu erfahren wie hoch die Kosten für die Ausgleichsflächen und die Erschließung sind, die die Gemeindebürger für den 500 Mitglieder großen Verein übernehmen.
Ach, nur 180.000€