Alle zwei Jahre ist es so weit: Dann lädt Harthausen zu seinem traditionellen Dorffest ein und beweist eindrucksvoll, warum die Veranstaltung längst weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist. Auch in diesem Jahr strömten zahlreiche Besucher aus der gesamten Gemeinde Grasbrunn und den umliegenden Orten auf den Dorfplatz, um gemeinsam zu feiern.
Bei bestem Sommerwetter herrschte an beiden Tagen eine fröhliche und entspannte Atmosphäre, die einmal mehr zeigte, welchen Stellenwert das Dorffest für die Ortsgemeinschaft besitzt.
Auch viele Gemeinderäte ließen es sich nicht entgehen vorbeizuschauen und sich mit Bürgern aus der Gemeinde über dies und das auszutauschen.

Das Harthauser Dorffest lebt vor allem vom außergewöhnlichen Engagement der örtlichen Vereine. Hinter der Veranstaltung stehen der Burschenverein, das Dorftheater, die Freiwillige Feuerwehr, der Stopselclub, der Heimatkreis, der Schützenverein, die Stockschützen sowie die Krieger- und Soldatenkameradschaft. Viele Ehrenamtliche engagieren sich gleich in mehreren Vereinen und stemmen gemeinsam den aufwendigen Aufbau, die Organisation und den Betrieb der zahlreichen Stände. Dass inzwischen auch Neubürger selbstverständlich mit anpacken, zeigt, wie gut Integration und Gemeinschaft im Ort funktionieren.
Bereits vor der offiziellen Eröffnung am Samstagnachmittag füllte sich der Dorfplatz. Während die jüngsten Besucher die Hüpfburg und das Trödelkarussell eroberten, zog es die Erwachsenen zu den liebevoll gestalteten Schmankerlständen. Vom klassischen Steckerlfisch bis hin zu regionalen Spezialitäten war für jeden Geschmack etwas geboten. Besonders großen Zuspruch erhielt die Feldküche der Krieger- und Soldatenkameradschaft, die unter anderem ein Rehragout mit Spätzle, Blaukraut und Preiselbeeren servierte.
Wer es lieber süß mochte, fand in der Café-Oase mit Eis- und Kuchenspezialitäten den passenden Treffpunkt, während der Spritz-Brunnen mit Wein- und Prosecco-Spezialitäten zum gemütlichen Verweilen einlud.

Ein fester Bestandteil des Dorffestes ist inzwischen auch das Mu(h)seum im Seil-Hof. Dort konnten Besucher historische landwirtschaftliche Maschinen und Geräte aus dem vergangenen Jahrhundert besichtigen und einen Eindruck davon gewinnen, wie die Arbeit auf den Höfen früher aussah. Die Ausstellung schlägt eine Brücke zwischen der landwirtschaftlich geprägten Geschichte Harthausens und dem heutigen Dorfleben, das trotz aller Veränderungen seine Wurzeln nicht vergessen hat.
Premiere feierte in diesem Jahr das Weißbier-Karussell der Burschen, das sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt entwickelte.

Musikalisch sorgte zunächst die Harthauser Pastoral-Blosn für beste Unterhaltung, bevor am Abend die Glonner Musi übernahm. Mit fortschreitender Dunkelheit entstand eine ganz besondere Stimmung: Die von der Grasbrunner Firma AG Verastaltungstechnik eindrucksvoll in Szene gesetzte Beleuchtung von Kirche, Wasserturm und Kriegerdenkmal tauchte den Dorfplatz in ein stimmungsvolles Licht und verlieh dem Fest eine besondere Atmosphäre.
Viele Besucher ließen sich von der Musik mitreißen, sangen mit oder wagten ein Tänzchen, sodass der offizielle Festschluss um ein Uhr für manche noch längst nicht das Ende des Abends bedeutete.

Am Sonntag begann das Fest traditionell mit einem Frühschoppen. Schon kurz nach Mittag waren mehrere Hundert Besucher auf dem Dorfplatz. Selbst ein zwischenzeitlicher Nieselregen konnte der guten Stimmung nichts anhaben. Unter Sonnenschirmen und im überdachten Seil-Hof fanden die Gäste Schutz und genossen das abwechslungsreiche kulinarische Angebot. Erneut erwies sich das Rehragout als einer der gefragtesten Klassiker. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn, die den Dorfplatz bis in den Nachmittag hinein mit traditioneller Blasmusik erfüllte.
Nach dem Fest begann für die zahlreichen Helfer allerdings erst die eigentliche Arbeit. Innerhalb weniger Stunden mussten Stände abgebaut, Tische und Bänke verstaut sowie die Kreisstraße M25 vollständig geräumt werden, damit sie am Abend wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte. Ein Kraftakt, der nur dank der vielen freiwilligen Helfer gelingt.
Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigte sich erneut an der Resonanz der Besucher. An beiden Tagen war der Dorfplatz hervorragend besucht. Besonders erfreulich war, dass das Fest vollkommen friedlich verlief und keine nennenswerten Zwischenfälle zu verzeichnen waren. Der Erlös kommt wie gewohnt der Vereinsarbeit und damit unmittelbar der Dorfgemeinschaft zugute.
Das Harthauser Dorffest ist damit weit mehr als ein geselliges Wochenende. Es steht beispielhaft für den Zusammenhalt, der drittgrößten Gemeindeteil der Gemeinde Grasbrunn seit Jahrzehnten auszeichnet. Während vielerorts Ehrenamt und Vereinsleben zunehmend unter Druck geraten, beweisen die Harthauser Vereine, dass Gemeinschaft, Tradition und Engagement auch heute noch eine starke Verbindung eingehen können. Genau das macht den besonderen Charakter dieses Festes aus – und erklärt, warum sich viele Besucher schon jetzt auf die nächste Ausgabe in zwei Jahren freuen.

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