Mit einem persönlichen Empfang im Rathaus hat sich Klaus Korneder, 1. Bürgermeister der Gemeinde Grasbrunn im März bei Josef Stettner für dessen außergewöhnliches Engagement bedankt. Anlass war das bevorstehende Ende des Helferkreises Asyl Grasbrunn-Vaterstetten, der zum Jahresende 2026 nach zwölf Jahren seine Arbeit einstellen wird. Für Korneder war es ein wichtiges Anliegen, dieses Kapitel nicht geräuschlos ausklingen zu lassen, sondern den Einsatz der Beteiligten ausdrücklich zu würdigen.
Die Anfänge des Helferkreises reichen zurück ins Jahr 2014. Damals kündigte das Landratsamt die Einrichtung einer Notunterkunft für bis zu 50 Asylbewerber im Technopark Neukeferloh an. Die Reaktionen in der Bevölkerung waren vielfältig, doch es zeigte sich schnell eine große Bereitschaft zum Mitmachen. Auf Einladung von Bürgermeister Korneder kamen am 6. November 2014 zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im Bürgerhaus Neukeferloh zusammen. Aus diesem ersten Austausch entstand nur wenige Wochen später, am 3. Dezember 2014, der Helferkreis Asyl Grasbrunn-Vaterstetten.
Von Beginn an prägten engagierte Persönlichkeiten die Arbeit, darunter Renate Grunow und Josef Stettner. Während sich Grunow später zurückzog, führte Stettner den Helferkreis über viele Jahre hinweg weiter und wurde zu dessen prägendem Gesicht. Gerade in den Anfangsjahren war der Einsatz enorm. Es ging nicht nur um organisatorische Fragen, sondern oft um ganz praktische Hilfe im Alltag. Unterstützung bei Asylverfahren, Begleitung zu Behörden, Organisation von Deutschkursen oder die erste Orientierung in einer neuen Umgebung gehörten zu den täglichen Aufgaben. In Spitzenzeiten investierte Stettner bis zu 25 Stunden pro Woche in diese ehrenamtliche Tätigkeit, getragen auch von der Unterstützung seiner Familie.
Mit der Zeit veränderten sich die Anforderungen. Aus der ersten Hilfe wurde zunehmend Integrationsarbeit. Geflüchtete fanden Ausbildungsplätze oder Arbeit, Kinder wurden in Schulen und Kindergärten integriert, und viele begannen, sich ein eigenständiges Leben aufzubauen. Der Helferkreis begleitete diese Entwicklung über Jahre hinweg und blieb dabei ein verlässlicher Ansprechpartner, insbesondere bei der oft schwierigen Wohnungssuche.
Wie über die Jahre hinweg deutlich wurde, war der Helferkreis nicht nur eine organisatorische Struktur, sondern auch ein Ausdruck gelebten Miteinanders in der Gemeinde. In Spitzenzeiten engagierten sich bis zu 400 Ehrenamtliche – eine Zahl, die zeigt, wie breit die Unterstützung in der Bevölkerung verankert war.
Dass sich der Helferkreis nun zum Jahresende 2026 auflöst, ist vor allem den veränderten Rahmenbedingungen geschuldet. Die Situation hat sich in vielen Bereichen stabilisiert, gleichzeitig wurden viele professionelle Strukturen aufgebaut.
Die Gemeinde beschäftigt inzwischen zwei Integrationshelferinnen, auch das Landratsamt und die Caritas sind weiterhin aktiv in die Betreuung eingebunden. Aufgaben, die früher ausschließlich ehrenamtlich getragen wurden, sind heute auf mehrere Schultern verteilt.
Mit dem Ende des Helferkreises schließt sich damit ein bedeutendes Kapitel der jüngeren Gemeindegeschichte. Was bleibt, ist die Erinnerung an viele Jahre intensiver Unterstützung, an unzählige Begegnungen und an ein Engagement, das weit über das Selbstverständliche hinausging. Der Einsatz von Josef Stettner und der vielen Helferinnen und Helfer hat das soziale Gefüge in Grasbrunn nachhaltig geprägt und gezeigt, wie viel durch gemeinschaftliches Handeln möglich ist.
Beitragsfoto: Nicole Jung, Josef Stettner und Ehefrau vom Helferkreis Asyl und Klaus Korneder.

Wer sich im Helferkreis aktiv für seine Mitmenschen eingesetzt hat, kann ermessen welches unglaubliches Engagement gerade Bepp Stettner geleistet hat! Der Helferkreis hat sehr anschaulich gezeigt, was man alles erreichen kann, aber auch wo die „Schwachstellen“ und Stolpersteine liegen um ein vernünftiges Ergebnis zu erreichen.
Lieber Bepp und auch allen anderen, vergelt`s Gott für das beeindruckende Engagement und Danke, ich hab` viel gelernt.