Höhenkirchner Forst: Windkraft-Projekt vor dem Aus?

Das geplante Windkraftprojekt der Gemeinden Egmating, Oberpframmern und Höhenkirchen-Siegertsbrunn steht zunehmend unter Druck. Nach einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) mussten die Bauarbeiten gestoppt und der gesamte Plan überarbeitet werden.
Höhenkirchner Forst: Windkraft-Projekt vor dem Aus?

Die Gründe: Wasserschutzauflagen und mögliche Alternativstandorte, die das Gericht für unzureichend geprüft hielt. Doch was bedeutet das für die Zukunft des Projekts – und für den Ausbau der Windkraft in Bayern insgesamt?

Ursprünglich wollten die drei Gemeinden mit Unterstützung ihrer Bürgerinnen drei Windräder im Höhenkirchner Forst errichten. Nun, nach der gerichtlichen Entscheidung und aufgrund steigender Kosten, sollen es fünf Anlagen werden, um das Projekt finanziell zu stabilisieren. Höhenkirchen-Siegertsbrunns Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) betonte am Freitag, dem 1.11.2024 auf einer Informationsveranstaltung im Gymnasium in Siegertsbrunn: Gebe man das Projekt auf, würden Investoren Windräder auf den Flächen errichten – jedoch ohne kommunale Mitbestimmung. Dies könnte unkontrollierten Ausbau nach sich ziehen.

Die VGH-Entscheidung unterstreicht die Hürden, die bayerische Kommunen beim Ausbau der Windkraft bewältigen müssen. Nach langjährigen Planungen und bereits begonnenen Bauarbeiten kam das Urteil wie ein „Schlag ins Gesicht“. Angesichts der Verzögerungen stellt sich die Frage: Welche Chancen hat ein lokales Windkraftprojekt in Bayern überhaupt?

Bayern hinkt beim Windkraftausbau im Bundesvergleich deutlich hinterher. Zwar wurden zuletzt Gesetze gelockert, doch politische und bürokratische Hürden bleiben. Wenn man bedenkt, dass schon für genehmigte Standorte das Planungschaos droht, scheint die „Energiewende made in Bayern“ eine kaum zu erreichende Vision.

Mit den aktuellen Verzögerungen und Mehrkosten ist die Zukunft des Projekts ungewiss. Zwar geben die Gemeinden nicht auf, aber ohne zügige politische Unterstützung und effizientere Verfahren steht der Höhenkirchner Forst symbolisch für Bayerns gesamtgesellschaftliches Problem im Windkraftausbau. Ob das Projekt eine Chance auf Verwirklichung hat, bleibt abzuwarten – aktuell deutet vieles jedoch auf Stillstand statt Fortschritt.

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