Wer glaubt, Feuerwehrleute würden hauptsächlich Brände löschen, kennt offenbar die Freiwillige Feuerwehr Grasbrunn noch nicht. Denn wie sich auf der Jahreshauptversammlung Ende Februar im Gerätehaus herausstellte, löschen die Ehrenamtlichen nicht nur Feuer, sondern auch Durst, Langeweile und gelegentlich sogar schlechte Laune im gesamten Gemeindegebiet.
Vorstand Christian Kapfhammer blickte dabei auf ein ausgesprochen erfolgreiches Vereinsjahr 2025 zurück. Vier Veranstaltungen habe die Feuerwehr organisiert – ein Wert, der laut internen Berechnungen ungefähr der Menge an gesellschaftlichem Leben entspricht, die eine durchschnittliche bayerische Gemeinde sonst in drei Jahren erreicht.
Traditionell begann das Jahr mit der legendären Cocktailnacht im Januar. Wie schon in den vergangenen Jahren war die Veranstaltung restlos ausverkauft. Beobachter berichten, dass manche Besucher ihre Tickets bereits sichern, bevor sie überhaupt wissen, ob sie an dem Abend Zeit haben. Ein ähnliches Phänomen hatte Grasbrunn Aktuell bereits in früheren Berichten beschrieben: Wer einmal dabei war, kommt wieder – manchmal sogar freiwillig.
Auch das Faschingstreiben entwickelte sich erneut zu einem Publikumsmagneten. Augenzeugen berichten von ausgelassenen Tänzen, kreativen Kostümen und mindestens zwei Personen, die erst gegen Mitternacht bemerkten, dass sie versehentlich in der falschen Gemeinde feiern.
Besonders spannend verlief das Dorffest auf dem Dorfplatz. Laut Feuerwehr war es ein voller Erfolg – was vor allem daran lag, dass Grasbrunn an diesem Abend wie durch ein kleines Wunder von Gewitter und Starkregen verschont blieb. Meteorologen sprechen seitdem von einem bisher unerklärlichen Wetterphänomen, das vermutlich mit einer Mischung aus Glück, Gebeten und ausreichend aufgebauten Bierbänken zusammenhängt.
Den krönenden Abschluss des Jahres bildete wie immer der Adventsumtrunk am Gerätehaus. Auch hier konnte eine durchweg positive Bilanz gezogen werden. Experten vermuten inzwischen, dass der Duft von Glühwein und Bratwürsten im Dezember ein wichtiger Bestandteil der lokalen Klimastabilität ist.
Besonders lobte Vorstand Kapfhammer die vielen Vereinsmitglieder für ihren Einsatz bei diesen Veranstaltungen. Ein großes Dankeschön ging auch an die Jugendfeuerwehr, die laut seinen Worten eine „wichtige Säule im Verein“ darstellt. Insider berichten sogar, dass manche Veranstaltungen ohne die Jugendfeuerwehr vermutlich nur halb so schnell aufgebaut wären – und doppelt so lange dauern würden.
Während der Verein also gesellschaftlich das Dorfleben rettet, kümmert sich die aktive Mannschaft weiterhin um das, wofür sie eigentlich da ist: Einsätze. Kommandant Johannes Bußjäger berichtete von insgesamt 110 Einsätzen im Jahr 2025, davon 29 überörtlich. Besonders häufig rückte die Feuerwehr zur Unterstützung des Rettungsdienstes bei Reanimationen aus.
Hier habe sich laut Bußjäger die große Zahl an First-Responder-Kräften bewährt. Diese sorgen dafür, dass im Notfall schnell Hilfe vor Ort ist. Gerade in Gemeinden im Münchner Osten zeigt sich, wie wichtig engagierte Ehrenamtliche für die medizinische Erstversorgung sind.
Ein besonders außergewöhnlicher Einsatz führte sechs Feuerwehrleute aus Grasbrunn sogar bis nach Thüringen. Dort unterstützten sie im Rahmen eines Hilfeleistungskontingents des Landkreises München bei Waldbränden. Zwei Fahrzeuge waren dabei im Einsatz, darunter das Tanklöschfahrzeug TLF 2000. Dieses überzeugte durch seine Geländegängigkeit – und vermutlich auch durch den unerschütterlichen bayerischen Willen, selbst in fremden Bundesländern zuverlässig Wasser zu finden.
Ebenfalls mit dabei war die Drohne der Feuerwehr Grasbrunn. Beobachter berichten, dass sie nicht nur bei der Lageerkundung hilfreich war, sondern auch eindrucksvoll bewies, dass moderne Feuerwehrarbeit inzwischen ungefähr so technisch ist wie eine kleine Raumfahrtmission.
Insgesamt leisteten die 150 aktiven Mitglieder der Feuerwehr im vergangenen Jahr beeindruckende 9.134 Stunden Dienst. Dabei sind die Stunden für Vereinsarbeit noch gar nicht eingerechnet. Rechnet man diese hinzu, komme man laut Bußjäger auf deutlich über 10.000 Stunden Engagement. Ein Wert, der laut inoffiziellen Schätzungen ungefähr der Zeit entspricht, die ein durchschnittlicher Bürger damit verbringt, über kaputte Straßenlaternen zu diskutieren.
Ein weiterer Grund zur Freude war die starke Jugendarbeit. Die Jugendgruppe unter der Leitung von Thomas Polk leistet mehr als ein Viertel der gesamten Stunden – allerdings ausschließlich in Ausbildung. Fachleute vermuten deshalb, dass Grasbrunn in einigen Jahren über eine der bestausgebildeten Feuerwehrgenerationen der Region verfügen wird.
Auch zahlreiche Beförderungen und Ehrungen standen auf der Tagesordnung. So wurden unter anderem Annabel Bräuninger zur Feuerwehrfrau und Ben Olma zum Feuerwehrmann befördert. Weitere Mitglieder erhielten Auszeichnungen für langjährige Treue – darunter sogar 40 Jahre Dienst. In Feuerwehrkreisen gilt das als ungefähr die Zeitspanne, in der man lernt, wie man ein Schlauchpaket wirklich ordentlich zusammenlegt.
Kreisbrandmeister Eduard Klas lobte besonders die Tagesalarmstärke der Feuerwehr Grasbrunn. Die Wehr sei eine feste Größe im Landkreis München und werde bei der Planung von Hilfeleistungskontingenten regelmäßig eingeplant.
Außerdem bedankte er sich für die Unterstützung bei der großen Katastrophenschutzübung im vergangenen Jahr. Ein besonderer Dank ging an Kommandant Bußjäger, der dem Landkreis seine Flächen und Maschinen für Übungen kostenlos zur Verfügung stellt. „Das ist nicht selbstverständlich“, betonte Klas.
Zum Abschluss stellte er fest, was viele im Saal ohnehin längst wussten: Auf die Feuerwehr Grasbrunn könne man sich jederzeit verlassen.
Oder, wie ein Besucher der Versammlung später zusammenfasste: „Wenn’s brennt, kommen sie sofort. Wenn’s nichts zu löschen gibt, machen sie halt eine Cocktailnacht. Irgendwas wird in Grasbrunn immer gerettet.“

Beförderungen:
- Bräuninger Annabel zur Feuerwehrfrau
- Olma, Ben zum Feuerwehrmann
- Bitzer, Andreas zum Hauptfeuerwehrmann
- Schachtner, Georg zum Löschmeister
- Zweck, Philipp zum Oberlöschmeister
Ehrungen:
10 Jahre:
- Faltermeier, Ludwig
- Fränkel, Sebastian
- Käsweber, Maximilian
- Sachse, Daniel
- Schlecht, Benjamin
20 Jahre:
- Kahlhammer-Sentef, Bettina
40 Jahre:
- Kahlhammer, Gottfried
- Semmelmann. Andreas
Feuerwehrmedaille – Bronze (15 Jahre):
- Sachse Sarah

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