Keferloh kämpft mit wilder Müllhalde

Das brachliegende Gewerbegebiet Greenpark Keferloh II entwickelt sich immer mehr zu einer illegalen Müllablagerung neben dem Gut Keferloh.
Keferloh kämpft mit wilder Müllhalde

Wo eigentlich ein modernes Gewerbegebiet entstehen sollte, prägen inzwischen Müll, abgestellte Lastwagen und unfertige Straßen das Bild. Das Gelände des geplanten Greenpark Keferloh II in Keferloh sorgt seit Monaten für Kritik. Immer häufiger werden dort offenbar unerlaubt Abfälle entsorgt. Für viele Anwohner und Besucher ist das Areal inzwischen zu einem sichtbaren Schandfleck geworden, direkt gegenüber des beliebten Antikmarkts in Keferloh, der jeden Monat zahlreiche Besucher anzieht.

Im Grasbrunner Gemeinderat wurde die Situation in mehreren Sitzungen des vergangenen Jahres bereits wiederholt angesprochen. Gemeinderatsmitglieder kritisierten demnach, dass das Gelände zunehmend wie eine wilde Mülldeponie genutzt werde. Passiert sei bislang jedoch wenig. Vor Ort liegen Bauschutt, Verpackungsmaterialien und verschiedene Abfälle teilweise offen herum. Gleichzeitig dienen Teile des Geländes offenbar weiterhin als Abstellfläche für Schwerlasttransporter und Baufahrzeuge.

Dabei war das Projekt ursprünglich als Erweiterung des bestehenden Gewerbestandorts gedacht. Die Münchner ATMIRA Zentrale Dienste GmbH plante dort unter dem Namen „Greenpark Keferloh II“ neue Gewerbeflächen als Fortsetzung des bereits realisierten Greenpark Keferloh I mit der Allianz-Druckerei.
Noch Ende 2023 wurde die Erweiterung öffentlich vorgestellt. Grasbrunn Aktuell hatte damals im Artikel „Greenpark in Keferloh wird erweitert“ über die Ausbaupläne berichtet und die Hoffnungen auf eine weitere wirtschaftliche Entwicklung des Standorts aufgegriffen.

Greenpark in Keferloh wird erweitert
So hatte die Atmira GmbH das Gelände „Greenpark II“ in Keferloh geplant.

Heute erinnert auf dem Gelände jedoch wenig an ein modernes Gewerbeprojekt. Stattdessen sorgt vor allem der zunehmende Müll für Ärger. Besonders kritisch sehen viele Bürger dabei den Eindruck, den Besucher des Antikmarkts oder Durchreisende von Keferloh erhalten. Gerade an Markttagen fällt der Zustand des Geländes unmittelbar ins Auge.
Die Baustelle selbst scheint seit längerer Zeit weitgehend stillzustehen. Straßen und Erschließungsflächen wurden nie vollständig fertiggestellt. Auch die wirtschaftliche Situation der Projektgesellschaft wirft inzwischen Fragen auf. Die ATMIRA Zentrale Dienste GmbH scheint sich in Schwierigkeiten zu befinden. Patrick Stelzer ist seit Februar 2024 nicht mehr Geschäftsführer des Unternehmens. Eine Anfrage von Grasbrunn Aktuell zu den aktuellen Entwicklungen blieb unbeantwortet.

Interessant ist gleichzeitig, dass die ATMIRA-Gruppe noch im Mai 2024 öffentlich eine umfangreiche Finanzierungsverlängerung für ein Großprojekt in Erfurt bekanntgab. In einem Bericht des Branchenportals deal-magazin.com wurde dabei von einer Prolongation über insgesamt mehr als 205 Millionen Euro gesprochen. Dort trat Patrick Stelzer weiterhin als Geschäftsführer der ATMIRA-Gruppe auf. Das Unternehmen präsentierte sich dabei als Entwickler moderner Logistik- und Gewerbeimmobilien mit großen Zukunftsprojekten.

Für viele Bürger in Keferloh steht derzeit allerdings weniger die Zukunft als vielmehr der aktuelle Zustand des Geländes im Mittelpunkt. Die Sorge wächst, dass sich die Fläche dauerhaft zu einer ungeordneten Müllablagerung entwickelt. Besonders problematisch erscheint dabei, dass das Areal seit Monaten offen zugänglich wirkt und offensichtlich immer wieder für illegale Ablagerungen genutzt wird.

Bereits vor einigen Jahren hatte es rund um das Projekt Diskussionen über Verzögerungen und Baustillstände gegeben. Schon 2021 berichtete Grasbrunn Aktuell über Probleme an der Keferloher Straße. Mit der später angekündigten Erweiterung verbanden viele die Hoffnung auf einen Neustart und eine geordnete Entwicklung des Gewerbestandorts. Inzwischen überwiegt jedoch bei vielen Bürgern die Frage, wann das Gelände überhaupt wieder in einen ordentlichen Zustand versetzt wird.

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2 Antworten auf “Keferloh kämpft mit wilder Müllhalde

  1. Es wurden Naturflächen versiegelt und Lebensräume von Amphibien zerstört. Im nahegelegenen Wald findet man ebenso die Müllablagerungen. Ein sinnvolles, durchdachtes Entwicklungskonzept war und ist es nicht. Der Gesamtschaden ist weitaus grösser als der materielle Nutzen. Und trotzdem plant man immer weiter in Richtung herkömmliche Flächenversiegelung, Bebauung, Verkehr.

  2. Die Missstände im Gewerbegebiet Keferloh wurden von Seiten der Grünen im Gemeinderat bereits mehrfach angesprochen und thematisiert. Leider wurden wir immer wieder damit vertröstet, dass das Thema „zu einem späteren Zeitpunkt“ auf die Tagesordnung komme. Passiert ist jedoch nichts.
    Inzwischen ist die Situation derart eskaliert, dass sich dort faktisch eine illegale Müllablagerung entwickelt hat. Genau deshalb ist es wichtig, die Öffentlichkeit über die Presse auf diese Zustände aufmerksam zu machen.
    Jetzt darf nicht weiter abgewartet werden. Das Gelände muss gesichert, der Müll fachgerecht entfernt und endlich konsequent gehandelt werden.

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