Kesselfleischessen in Harthausen – Wenn der Fasching deftig endet

Mit dampfendem Kessel, 45 Kilo Fleisch und viel Gemeinschaftssinn ließen die Stockschützen und die Feuerwehr Harthausen am Faschingsdienstag eine 37 Jahre alte Tradition hochleben.
Kesselfleischessen in Harthausen – Wenn der Fasching deftig endet

Wenn es am Faschingsdienstag schon früh am Morgen nach Brühe, Gewürzen und frisch gekochtem Fleisch rund um das Feuerwehrgerätehaus in Harthausen duftet, dann wissen die Eingeweihten: Es ist wieder Zeit für das traditionelle Kesselfleischessen. Seit nunmehr 37 Jahren laden die Stockschützen und die Feuerwehr Harthausen ihre Mitglieder zu diesem besonderen Treffen ein – und beschließen damit ganz bewusst die närrische Zeit auf bodenständige Art.

Bereits um 8:00 Uhr morgens wurde angeheizt. Kommandant Mathias Friesinger stand persönlich am Kessel und hatte die Regie über das Geschehen. Rund 45 Kilogramm Fleisch – vor allem Wammerl, Schulterstücke und Innereien – wanderten nach und nach ins heiße Wasser. Verfeinert wurde die Brühe mit Karotten, Sellerie, Lauch und Zwiebeln. Was nach klassischer Hausmannskost klingt, ist in Harthausen ein kleines Ritual. Und wie bei jedem Ritual gilt: Einer behält den Überblick. Friesinger ließ keinen der neugierigen Zaungäste an den Kessel. Viele verfolgten interessiert das Geschehen, doch das Portionieren blieb Chefsache.

Während draußen der Kessel vor sich hin dampfte, lief im Inneren des Feuerwehrgerätehauses die Vorbereitung auf Hochtouren. In der Küche bereitete ein eingespieltes Team Blut- und Leberwürste vor, dazu Kraut, frisches Brot und die passenden Getränke. Auch aus dem „Nebenprodukt“ wurde etwas Besonderes gemacht: Aus der kräftigen Brühe entstand eine herzhafte Metzelsuppe, die ebenfalls großen Anklang fand.

Punkt 12:00 Uhr war es dann so weit. Die ersten Teller wurden gefüllt, die ersten Gäste nahmen Platz. Die Räume im ersten Stock des Gerätehauses waren gut besetzt. Viele bekannte Gesichter, viel Gelächter, viel Gesprächsstoff. Auf große Maskierungen wurde in diesem Jahr eher verzichtet. Wer jemanden in Verkleidung entdecken wollte, musste schon genau hinsehen. Der Fokus lag klar auf dem gemeinsamen Essen und dem geselligen Beisammensein.

Was die Veranstaltung seit fast vier Jahrzehnten auszeichnet, ist neben der Organisation vor allem ihr Charakter. Das Kesselfleischessen ist keine öffentliche Großveranstaltung, sondern ein Treffen der Mitglieder. Finanziert wird es durch Spenden. Sollte am Ende doch einmal ein Defizit entstehen, würden die Vereinskassen einspringen. Doch das war bislang noch nie nötig. Im Gegenteil: Am Ende bleibt regelmäßig ein kleiner Überschuss, der wiederum den beiden Vereinen zugutekommt.

Gerade in Zeiten, in denen vieles schnelllebig geworden ist, zeigt sich hier, wie wichtig gelebte Tradition und ehrenamtliches Engagement für das Dorfleben sind. Feuerwehr und Stockschützen stehen nicht nur für ihre jeweiligen Aufgaben, sondern auch für Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Das Kesselfleischessen ist dafür ein sichtbares Zeichen.

So endete der Fasching in Harthausen nicht mit großem Trubel, sondern mit dampfenden Tellern, ehrlicher Küche und dem guten Gefühl, Teil einer gewachsenen Gemeinschaft zu sein. Und wenn Kommandant Friesinger im kommenden Jahr wieder um 8 Uhr den Kessel anheizt, wird man wissen: Die Tradition lebt weiter.

Beitragsfoto: Die Harthauser Feuerwehrführung v.l.n.r. 1. Vorständin Elisabeth Schmid, 2. Vorstand Sven Heiber, Kommandant Mathias Friesinger und Vize Daniel Blechinger
© Wolfgang Mende

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