Müllansammlung am Schwabener Weg in Neukeferloh sorgt für Ärger

Vor dem Haus im Schwabener Weg 1 türmen sich seit Tagen Müll und Sperrabfall.– und mit ihm die Fragen nach Verantwortung und Konsequenzen. Für die umliegenden Anwohner ist die Situation inzwischen unhaltbar.
Müllansammlung am Schwabener Weg in Neukeferloh sorgt für Ärger

Das Gebäude im Schwabener Weg 1 in Neukeferloh sorgt seit Jahren immer wieder für Diskussionen. Lange bevor das Haus als Studentenwohnheim in die Schlagzeilen geriet, plante der Eigentümer, die Immobilie an eine soziale Einrichtung zu vermieten, die dort Mädchen aus schwierigen familiären Verhältnissen unterbringen wollte. Das Vorhaben stieß jedoch in der Nachbarschaft auf erheblichen Widerstand. Nach Gesprächen mit Anwohnern zog sich die Organisation schließlich aus dem Projekt zurück, sodass die Pläne nicht umgesetzt wurden.

Von 2016 bis 2021 wurde das Haus zunächst von einer Großfamilie mit tielweise 25 Personen bewohnt. Wie Grasbrunn Aktuell bereits im Artikel „Ein ehrenwertes Haus in Neukeferloh“ berichtete, kam es damals immer wieder zu Beschwerden aus der Nachbarschaft. Die hohe Belegung des Hauses und verschiedene Konflikte sorgten dafür, dass sich Anwohner und Behörden, Polizei und Staatsanwaltschaft mehrfach mit der Immobilie beschäftigen mussten.

Im Herbst 2022 folgte die nächste Entwicklung. Die linke Doppelhaushälfte wurde als Studentenwohnheim genutzt. Auch damals berichteten wir ausführlich über das Vorhaben. Am Briefkasten des Hauses war zunächst die Bezeichnung „DITIB Südbayern“ angebracht. Nach Erscheinen unseres Artikels wurde das Schild jedoch wieder entfernt. Der damalige Pächter erklärte, dass nicht die DITIB Mieterin des Hauses sei, sondern dort ausschließlich Studenten wohnen würden. Unabhängig davon beschäftigte die geplante Nutzung als Studentenwohnheim über Monate sowohl die Gemeinde Grasbrunn als auch das Landratsamt München.

Im Dezember 2022 berichtete Grasbrunn Aktuell über den noch ausstehenden Bescheid des Landratsamtes. Im Februar 2023 folgte schließlich die Entscheidung: Das Landratsamt München bestätigte, dass die Nutzung des Gebäudes als Wohngemeinschaft beziehungsweise Studentenwohnheim baurechtlich zulässig sei. Damit war das Verfahren aus baurechtlicher Sicht abgeschlossen, auch wenn das Gebäude in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin immer wieder Thema blieb.

Nun sorgt das Haus erneut für Schlagzeilen – diesmal allerdings wegen eines Müllbergs, der sich in den vergangenen beiden Wochen in der Einfahrt angesammelt hat. Die rund 20 männlichen Bewohner räumten nach und nach ihre Zimmer und stellten nahezu ihren gesamten Hausrat vor dem Gebäude ab. Möbel, Matratzen, Kleidung, Bettwäsche, gelbe Säcke, Hausmüll und zahlreiche weitere Gegenstände bedecken inzwischen die Einfahrt und bieten ein Bild, das viele Anwohner fassungslos zurücklässt.

Nach Angaben mehrerer Bewohner soll ihnen der Pächter, der das Haus bis April 2027 von Eigentümer Dr. Reiner Maria Gohlke (92) gepachtet haben soll, zum Ende Juni 2026 gekündigt haben. Als Grund nennen die Bewohner, dass sie die nach eigenen Angaben monatliche Miete von rund 5.000 Euro nicht mehr bezahlen wollten. Das Haus ist mittlerweile unbewohnt, was bliebt ist der Müll.

Mit jedem weiteren heißen Sommertag verschärfte sich die Situation. Während der Hitzewelle entwickelten sich aus dem offen gelagerten Müll starke Gerüche, die sich in der Nachbarschaft ausbreiteten. Nach den zwischenzeitlichen Regenfällen wurden zahlreiche Müllsäcke durchnässt, Abfälle verteilten sich teilweise auf dem Grundstück und Fliegen machten sich breit. Für die Anwohner ist die Situation inzwischen nicht nur ein optisches Ärgernis, sondern auch ein hygienisches Problem.

Dass der Müll auch für Tiere gefährlich werden kann, zeigte ein Vorfall in diesen Tagen. Eine Bürgerin entdeckte einen Igel, der sich in einem gelben Sack verfangen hatte und sich nicht mehr selbst befreien konnte. Das Tier konnte gerettet werden. Der Vorfall verdeutlicht jedoch, welche Folgen achtlos abgestellte Abfälle auch für die heimische Tierwelt haben können.

Nach Informationen von Grasbrunn Aktuell wurden sowohl die Gemeindeverwaltung als auch Grundstückseigentümer Reiner Gohlke bereits vor rund einer Woche über die Zustände informiert. Bislang ist der Müllberg jedoch unverändert geblieben.

Der aktuelle Fall wirft erneut die Frage auf, wer letztlich Verantwortung übernimmt. Eigentümer, Pächter und ehemalige Bewohner nehmen dabei unterschiedliche Rollen ein. Für die Anwohner ist diese juristische Unterscheidung allerdings zweitrangig. Sie wünschen sich vor allem, dass der Müll zeitnah beseitigt wird und die Einfahrt nicht länger als Ablageplatz für Sperrmüll und Hausrat dient.

Damit schreibt das Haus im Schwabener Weg 1 seine lange Geschichte fort. Von den gescheiterten Plänen für ein Wohnheim für Mädchen aus schwierigen Verhältnissen über die Zeit der Großfamilie, die Debatten um das Studentenwohnheim bis hin zum heutigen Müllproblem hat die Immobilie die Gemeinde immer wieder beschäftigt.
Für die Nachbarschaft bleibt zu hoffen, dass dieses Kapitel schneller endet als viele der vorangegangenen.

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