Nahversorgungszentrum Neukeferloh: Wer sind die Investoren?

Erste Grasbrunner Fraktion lehnt NVZ Neukeferloh ab

Update:
Aufgrund der kreativen Kommentare, haben wir uns entschlossen, das Beitragsbild zu aktualisieren 😉

Am 25. Juli 2022 findet im Bürgerhaus Neukeferloh ab 18:30 Uhr eine Informationsveranstaltung
der Investoren und Projektplaner des Projekts „Nahversorgungszentrum Neukeferloh“ statt.
Bereits vor fünf Jahren sind die Investoren bei der Gemeinde Grasbrunn mit ihrem Projekt vorstellig geworden, um im 35.000 m² großem Bannwald zwischen Luisenweg und der Wasserburger Landstraße ein Einkaufszentrum mit Tankstelle, Fastfood-Restaurant, Discounter, Supermarkt und Drogeriemarkt zu bauen.

Schon in der Gemeinderatssitzung am 31.05.2022 wurde das Bauvorhaben vorgestellt und stieß bei den anwesenden Bürgern (die sich in der öffentlichen Sitzung nicht äußern dürften) auf heftige Kritik. Lesen Sie dazu unseren Artikel vom 15.12.2021.

Doch wer steckt eigentlich hinter den Plänen?

  1. Die Familie von Finck
    Der ausgewiesene Bannwald gehört der Familie von Finck, die das Gelände zwischen Luisenweg und Wasserburger Landstraße wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen will.
  2. Michael Dreier (Investor)
    Einer der Investoren ist Michael Dreier aus Baldham, dessen Familie seit vielen Jahren Küchen in Haar verkauft. Im Dreier Küchen-Gebäude in der Hans-Pinsel-Straße 1 in Haar ist u.a. auch eine Admiral-Spielhalle untergebracht.
  3. Johann Schöb (Investor und Projektplaner)
    Schöb ist zusammen mit Michael Dreier Gesellschafter der DS Kapital GmbH in Wolfertschwenden. Die Schöb Projektentwicklung aus Kempten ist der Planer hinter dem Nahversorgungszentrum.

Auf der Internetseite der Projektentwicklung Schöb findet man wenig Hinweise auf bisherige Projekte, über verschiedene Artikel auf den Internetseiten diverser Zeitungen schon mehr.

2010 realisierte Schöb im Auftrag von Investor Karl-Heinz Fink die Admiral-Spielhalle, in Horb-Bildechingen im Schwarzwald, die 2011 eröffnet wurde. Lesen Sie hierzu den Artikel aus dem Schwarzwälder Boten vom 30.07.2010.

2011 wollte Schöb in Anzing eine weitere Spielothek bauen. Die Gemeinde Anzing und ihre Bürger waren wenig begeistert von diesen Plänen und schaffte es nur nach Rücksprache mit dem Bayerischen Gemeindetag und einer Änderung des Bebauungsplans, das Projekt zu verhindern. Ob Anzing Schadensersatz an Johann Schöb zahlen musste, ist nicht bekannt.
Lesen Sie hierzu den Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 14.03.2011.

2015 plante Schöb im denkmalgeschützten Bahnhof in Berchtesgaden ebenfalls ein Spielhalle eröffnen. Nachdem die Marktgemeinde Berchtesgaden, die das Projekt von Anfang an abgelehnt hatte, gegen die Genehmigung des Landratsamtes geklagt hatte, zog Schöb kurz vor dem Verhandlungstermin am Münchner Verwaltungsgericht seinen Bauantrag zurück.
Lesen Sie hier dazu den Artikel aus dem Berchtesgadener Anzeiger vom 14.10.2015.

Aber zurück nach Grasbrunn: Auf der Informationsveranstaltung im Bürgerhaus wollen die Investoren nun die Bürger der Gemeinde Grasbrunn für ihr Projekt gewinnen. Im Vorfeld versuchte Johann Schöb bereits einige Anwohner aus dem Luisenweg in Neukeferloh in persönlichen Telefonaten von den Vorteilen des Nahversorgungszentrums zu überzeugen.

Mittlerweile hat sich eine Interessengemeinschaft gebildet, die per Einwurf-Flugblatt und mit Plakaten zum Protest gegen das Projekt aufruft.

Wir werden nach der Veranstaltung über den Verlauf des Abends berichten.

 

17 Antworten auf “Nahversorgungszentrum Neukeferloh: Wer sind die Investoren?

  1. Die heutige Veranstaltung war, von Seiten der Investoren, eine bodenlose Frechheit, doch unser Bürgermeister hat dem Fass den Boden ausgeschlagen. Er hat sich doch tatsächlich dafür ausgesprochen, das Projekt zu prüfen und gleichzeitig die Idee eines Ärztezentrums für gut befunden. Ist dieser Bürgermeister noch zu retten???? Herr Korneder, wir fordern sie auf: Treten sie unverzüglich von allen Ämtern zurück!!!
    Ein Bürgermeister, der die Zeichen der Zeit nicht erkennt, ist für unsere Gemeinde nicht länger tragbar!!! …wie stehen die übrigen SPD- und CSU-Mitglieder zu diesem Projekt?
    Hinweis: Die FWG, BFG und die Grünen haben sich bei der heutigen Veranstaltung klar gegen das Projekt ausgesprochen!

  2. Wir Grünen lehnten dieses Projekt von Anfang an ab,
    Der Bannwald dürfe nach dem bayerischen Waldgesetz nur abgeholzt werden, wenn zwingende Gründe des allgemeinen Wohls dafür sprächen. Das sehen wir hier nicht. Vielmehr drohen zusätzlicher Lärm und Emissionen. Auch sei die beabsichtigte Neuversiegelung von 20.000 Quadratmeter der insgesamt 35 000 Quadratmeter großen Fläche im Hinblick auf die Klimakrise mehr als bedenklich.

    Für den Fall, dass diese Bauvorhaben im Gemeinderat genehmigt wird, werden wir Grünen, sowie Bund Naturschutz, uns gegen das Vorhaben zur Wehr setzen. Brauchen wir wieder ein neues Bürgerbegehren in der Gemeinde Grasbrunn?

  3. Warum tut unsere Gemeinde nichts für den Schutz des Klimas, gegen Lärmbelästigung, für den Bannwald etc.? Herrn Korneder, was machen SIE für uns?

    1. Wie man auf der lächerlichen Veranstaltung sehen konnte, hat Schöb offenbar den Fuß längst in der Tür. Warum, denkst Du, bekommt ein „Investor“ eine öffentliche Räumlichkeit, die wir alle mit Steuern mitfinanziert haben quasi umsonst zur Verfügung gestellt zur Präsentation eines Projekts, dass der Mehrung des privaten Reichtums dieser „Experten“ dient. Herr Korneder- legen Sie mal offen, ob sie die Halle an die Herren vermietet oder sie einfach für lau überlassen haben! Die Rechnung möchten wir aber gerne sehen.

  4. UNGLAUBLICH! Unsere Gemeinde weiß seit Jahren von diesen Plänen und was macht sie? NICHTS! Wer verdient da mit? Warum haben wir einen Bürgermeister, wenn er nichts für das Gemeindewohl tut? Umweltschutz ist das Gebot der Stunde! Herr Bürgermeister, wachen Sie endlich auf, oder es ist dahin mit Ihrer Wiederwahl.

    1. So fluffig und wolkig, wie sich Herr Korneder gestern minutenlang am Mikro ausgebreitet hatte, ohne etwas zu sagen, läßt natürlich unschöne Schlußfolgerungen zu, keine Frage, Jörg.

  5. Dachte auch der Bürgermeister sollte sich für die Belange der Bürgerinnen und Bürger einsetzten. Von dieser Seite kam leider nur die Äußerung, wir bräuchten eine Apotheke vielleicht passend neben eine Spielhalle. Finde das, um es mal gelinde auszudrücken, komisch.

    1. Liebe Jutta,
      Wegen seiner Wurstigkeit ist höchstes Mißtrauen angesagt.
      Eine Apotheke im Gewerbegebiet.Unsinn.
      In Vaterstetten ist eine, die Anker Apotheke in Haar ist unweit.
      Ablenkungsmanöver und totaler Quatsch.
      Das wird aufgrund der Parkplatzgröße zum LKW Autohof, Spielhalle.
      Dann ist es im Zuge einer gewissen Verwahrlosung nicht weit bis zu mobiler Prostitution.

  6. Das aktualisierte Beitragsbild ist passend… leider!
    Da fragt man sich, wer all das braucht? Absolut widersprüchlich zum Neukeferloher Gartenstadt-Charakter.
    Hoffentlich ergeht es uns nicht so, wie dem einst so beschaulichen Parsdorf

    1. Es liegt am entschiedenen Widerstand der Bevölkerung. Wir dürfen uns das nicht bieten lassen.
      Am Montag haben wir Gelegenheit den Herren einen unangenehmen Abend zu bereiten.
      Vehemente Ablehnung wird ihnen entgegenschlagen. Parsdorf ist ja wohl ein sehr, sehr abschreckendes Beispiel.

  7. Doch zum Glück gibt es Gras Vegas
    Wo die Sonne immer scheint
    Kühle Drinks & heiße Ladies
    Und der Roulettetisch ist dein Freund
    Yes zum Glück gibt es Gras Vegas
    der Ort mit Shows & Flair
    Hey Johann lass die Würfel rollen
    Es ist schon so verdammt lang her
    Oh Gras Vegas, Gras Vegas- Du Sündenpfuhl
    Oh Gras Vegas, Gras Vegas
    Du bist so cool

    Originaltext von Die Ärzte

    1. Nettes Gedicht. Ein Gras Vegas wird niemand wollen. Es ist doch ganz klar, wer hier den Reibach auf dem Rücken der Bevölkerung machen möchte. Unklar ist noch, wer dabei helfen wird und warum. Wenn Menschen etwas tun, stellt sich immer die klassische Frage: Cui Bono?

  8. Dass hier im sogenannten „Nahversorgungszentrum“ auch Glücksspiel angesiedelt werden soll, ist nicht nur angesichts der Geschichte eines Johann Schöb wahrscheinlich.

    Denn viele Spielhallenbetreiber aus Großstädten suchen nicht nur zur Expansion ihres „Geschäftsmodells“ händeringend neue Standorte. Hintergrund hierfür könnten die Bestrebungen der Bundesländer sein, mit einem Glücksspielstaatsvertrag Maßnahmen gegen die grassierende Spielsucht zu ergreifen. Denn ein Aspekt des Vertrags ist, dass Spielhallen einen gewissen Mindestabstand haben müssen – was in Großstädten häufig nicht gegeben ist: Schließungen drohen.

    Weitere Informationen dazu in einem Artikel der SZ aus 2016: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automatenspiel-das-ende-der-zockerbuden-1.3069516

    Ob man Hr. Schöb, als offensichtlichen Verfechter des Geschäftsmodells „Glücksspiel“, dafür verurteilt, kein Problem damit zu haben, für Spielsucht gefährdete Menschen Schulden und Niedergang auszusetzen, ist jedem selber überlassen. Bewusst sollte nur jedem Grasbrunner sein – egal ob sie/er in Neukeferloh oder einem anderen Gemeindeteil wohnt, egal ob Gemeinderat/Gemeinderätin oder Bürger/in – welches Geistes Kind man vor sich hat.

  9. Krass – Spielhallen?
    Wollen wir das nächste Las Vegas werden? Und uns umbenennen in
    LAS GRASBRUNN

    Das braucht doch kein Mensch!
    Da bin ich strikt dagegen!

  10. Angesehen davon, dass Wald abgeholzt werden soll, für Geschäfte, die bereits – teilweise sogar in Sichtweite – vorhanden sind, kann man wohl davon ausgehen, dass die nächste Spielhalle nicht lange auf sich warten lässt. Eine absolute Katastrophe für uns Anwohner!
    Durch Tankstelle, Fast-Food-Restaurant und dann Vlt noch eine Spielothek wird der Verkehr, auch Nachts, massiv zunehmen und der Lärmpegel steigt.
    Heißt demnach, 24/7 geöffnet und Kundenverkehr.
    Wir sind absolut dagegen!

    Und warum wird eine weiter Tankstelle benötigt, wenn langfristig auf E-Mobilität umgestellt / umgestiegen werden soll?!?

    1. Einfach nicht nachzuvollziehen. Jeder redet von Klimaschutz und wie wichtig Wälder sind und dann diese für Gewerbe, die man nicht braucht, abzuholzen. Sorry, geht gar nicht! Warum wird das überhaupt in Erwägung gezogen? Einfach unverständlich!

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung der von Ihnen angegebenen, personenbezogenen Daten zu.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Es werden alle Kommentare moderiert. Lesen Sie bitte auch unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.