Naturschützer kritisieren Pläne zur Tiefgarage in MöschenfeldUpdate 

Möschenfeld_Geplante Tiefgarage_Neu

Update vom 15.09.2021:

Die Änderung des Flächennutzungsplans wurde mehrheitlich von den Gemeinderäten, mit 2 Gegenstimmen der Grünen beschlossen.
Max Wallleitner (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich mit den Änderungen an den Plänen für den Bau der Tiefgarage zufrieden, da nun keine Bäume gefällt müssen. Dennoch warf er erneut die Frage auf, warum und für wen eine Tiefgarage dieser Größe gebaut werden soll, da seiner Information nach genügend Parkmöglichkeiten für Kirchenbesucher, Wanderer und auch Anwohner vorhanden seien.
Karl Humplmair Jun. hoffte, dass sich die positive Zusage des Gemeinderats auch auf die weiteren Verhandlungen mit der Wilhelm von Finck GmbH bezüglich der fehlenden Radweggrundstücke auswirkt. Der 1. BürgermeisterKlaus Korneder hoffte das auch, gab aber zu Bedenken, da die Zusage für die Tiefgarage natürlich in keinem Zusammenhang mit den Radwegen verhandelt werden dürfe, da es sich ja sonst um ein Koppelgeschäft handeln würde.
Hinter den Kulissen wird vermutet, dass die Agrar Grasbrunn GmbH, ein Unternehmen der Wilhelm von Finck Gruppe, bereits weitere Pläne für Möschenfeld in der Schublade hat und die Tiefgarage nur der Anfang ist.

Wir dürfen trotzdem gespannt sein, ob wir in absehbarer Zeit einen durchgehenden Radweg von Harthausen über Grasbrunn bis nach Neukeferloh zu sehen bekommen.


In der heutigen Sitzung des Bau-, Umwelt und Verkehrsausschusses wird erneut über den Bau einer Tiefgarage in Möschenfeld diskutiert.

Die bisherige Fläche mit einer Größe von ca. 3.150 qm, die bisher als “Landwirtschaft” eingetragen war, soll zukünftig als Sondernutzungsfläche “Parken” umgewandelt werden. Der Bau-, Umwelt und Verkehrsausschuss hatte der Änderung zugestimmt.

Die Vorsitzende des BUND Naturschutz Doris Dorschner-Wallleitner initiierte daraufhin eine Online-Unterschriftenaktion gegen den Bau der Tiefgarage, die bis heute 552 Bürger unterschieben haben.

Die bisher geplante Tiefgarage soll zum Schutz der bestehenden Linde um ca. 5 Meter nach Norden verschoben werden. Außerdem sollen 5 weitere Laubbäume gepflanzt werden. Der Grünstreifen an der Nordseite verkleinert sich dadurch und damit der Abstand der geplanten Hecke zum Baukörper. Die Dimensionen des geplanten ober- und unterirdischen Bauvorhabens mit einer Fläche von ca. 25 x 90 Metern für ca. 60 unterirdischen und ca. 45 oberirdischen Parkplätzen bleiben bestehen.

In einer Veröffentlichung kritisiert der Bund Naturschutz beigefügten Bericht zur Begründung des Vorhabens und dem Umweltbericht für das Bauvorhaben der heutigen Beschlussvorlage. So werden u. a. die Argumente der Kfz-Stellplatzproblematik der Wohn- und Arbeitsflächen in Möschenfeld und die Parkplatzprobleme und der bestehenden Bäume durch die Bauarbeiten infrage gestellt.

Die geplante Tiefgarage soll auf dem in Privatbesitz befindenden Grundstück der Familie von Finck entstehen. Die Gemeindeverwaltung befindet sich nach Aussage des 1. Bürgermeister Klaus Korneder seit geraumer Zeit in Verhandlungen mit der Wilhelm von Finck Hauptverwaltung GmbH, um die restlichen Teilstücke für den Radweg Harthausen-Grasbrunn zu erwerben.

Ob und ggf. inwieweit weitere Diskussionen um den Bau der Tiefgarage die Verhandlungen um die Radweggrundstücke zwischen Gemeindeverwaltung und der Wilhelm von Finck Hauptverwaltung GmbH weiter verzögern, bleibt abzuwarten.

Foto: Grasbrunn Aktuell

2 Antworten auf “Naturschützer kritisieren Pläne zur Tiefgarage in MöschenfeldUpdate 

  1. Ich kann an der Petition des BUND nichts Positives sehen.
    Der jetzige Parkplatz ist zwar nicht versiegelt, ist aber als Kiesfläche m. E. nicht besonders schützenswert und Bäume bleiben erhalten bzw. werden sogar ergänzt.
    Naturschutz endet zwar nicht an irgendwelchen Grenzen, aber wenn Personen auf der Liste stehen, die in Schwabing wohnen und die Gesamtsituation gar nicht kennen, dann muss ich mich fragen, wieviel der Stimmen „erbettelt“ wurden?
    Das Haus von Finck geht mit baulichen Veränderungen in Möschenfeld sehr bedacht um, darum sollte man den Planern auch Vertrauen schenken.
    Sollte das Vorhaben abgelehnt werden, werden Grundstücksverhandlungen bezüglich des dringend erforderlichen Radweges sehr sehr schwierig werden.
    Geht hier ein fraglicher Naturschutz vor Personenschutz insbesondere auch für Kinder?

    1. Auf alle Fälle brauchen wir einen Radweg von und nach Harthausen! Die Gemeinde versucht seit Jahrzehnten Grundstücke für diesen Radweg zu sichern. Dass diese Versuche bislang gescheitert sind, hängt aber nicht mit dem Bau dieser fragwürdigen Tiefgarage zusammen. Außerdem wäre ein solches Verbindungsgeschäft nicht legal.

      Meiner Meinung nach hat die Petition eine Verbesserung in der Planung erzielt. Bei der ursprünglichen Planung waren einige alte Bäume in Gefahr. Mit dem geplanten Abstand bekommt die alte Linde z.B. Platz und wird hoffentlich den Eingriff überleben. Unterschrieben haben die Petition nicht nur „Schwabinger“ wie Sie in Ihren Kommentar erwähnen, sondern 261 Grasbrunner!

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