Wer in den letzten Tagen über einen der drei Ortseingänge nach Harthausen gefahren ist, dem fallen sie sofort ins Auge: Die Begrüßungstafeln des Ortsteils erstrahlen in neuem Glanz. Nachdem Wind, Wetter und die vergangenen Jahrzehnte den bisherigen Tafeln deutlich zugesetzt hatten, hat der Harthauser Heimatkreis die Anlagen vollständig erneuert und dabei zugleich ein Stück Ortsgeschichte bewahrt.
Die Geschichte der Tafeln reicht mehr als drei Jahrzehnte zurück. Anlässlich der Feier zum 1.180-jährigen Bestehen Harthausens ließ die Gemeinde Grasbrunn im Jahr 1994 an den Ortseingängen Begrüßungstafeln errichten. Ursprünglich dienten sie nach den Jubiläumsfeierlichkeiten vor allem dazu, auf Veranstaltungen der Harthauser Vereine hinzuweisen. Bereits 1999 erhielten sie durch den Heimatkreis ihr bis heute prägendes Erscheinungsbild: Ein Gemälde des historischen Wasserturms machte die Tafeln zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen des Ortes. Zur 1.200-Jahr-Feier im Jahr 2014 wurden sie bereits einmal restauriert.
Nun war eine grundlegende Erneuerung erforderlich. Den Anstoß dazu gab eine Mitgliederversammlung des Harthauser Heimatkreises. Für die handwerkliche Umsetzung stellte sich der langjährige Kassier Hans Karl zur Verfügung. Gemeinsam mit weiteren Helfern fertigte er die neuen Tafeln an, entfernte die alten Anlagen und montierte die Nachfolger an den drei Ortseingängen. Damit die neuen Tafeln den Witterungseinflüssen künftig besser standhalten, wurden sie zusätzlich mit einer Kupferabdeckung versehen.
Das bekannte Motiv des Harthauser Wasserturms blieb bewusst erhalten. Die künstlerische Gestaltung übernahm erneut die Harthauser Kirchenmalerin Heike Mrasek, deren Arbeiten das Ortsbild seit vielen Jahren mitprägen. Die Materialkosten von rund 2.500 Euro trägt der Heimatkreis vollständig aus eigenen Mitteln. Für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz erhielt Hans Karl von der Vorstandschaft als Dank ein Präsent.
Dass gerade der Wasserturm als Motiv gewählt wurde, ist kein Zufall. Er zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Harthausens und steht sinnbildlich für die Geschichte des Ortsteils. Harthausen selbst wurde bereits im Jahr 814 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit der älteste Ortsteil der Gemeinde Grasbrunn. Über die Geschichte des Dorfes, die Jubiläumsfeiern und das vielfältige Engagement des Heimatkreises hat Grasbrunn Aktuell in den vergangenen Jahren immer wieder berichtet. Die neuen Ortstafeln knüpfen an dieses Engagement an und zeigen einmal mehr, wie viel ehrenamtlicher Einsatz hinter dem Erhalt der örtlichen Identität steckt.
Mit der Erneuerung der Tafeln bleibt nicht nur ein vertrauter Anblick erhalten. Sie begrüßen Besucherinnen und Besucher auch künftig mit einem Stück Harthauser Geschichte – und erinnern daran, dass Heimatpflege oft dort beginnt, wo Menschen bereit sind, Zeit, handwerkliches Können und Herzblut für ihren Ort einzubringen.
Beitragsbild v.l.n.r.: Martin Renk jun., Hans Jakob, Maximilian Moser, Hans Karl, Heike Mrasek, Martin Renk sen., 1. Vorstand Hubert Karl und seine Vertreterin Irmgard Karg.

Die erneuerten Tafeln leuchten wunderschön und erfreuen bei jeder Ortseinfahrt. Ein echter „Hingucker“, schöner denn je. Vielen Dank für die Restaurierung. 2014 habe ich sie das erste Mal gesehen – so einzigartig leuchtend schön wie jetzt nehme ich sie erstmals wahr.