Stadt Haar siegt im Gemeindecheck des Instituts der Deutschen Wirtschaft

Im neuen Gemeindecheck zeigt sich: Die Region rund um München zählt erneut zu den bestversorgten Lebensräumen Deutschlands.
Stadt Haar siegt im Gemeindecheck des Instituts der Deutschen Wirtschaft

Der aktuelle Gemeindecheck des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit – und bringt eine durchaus bemerkenswerte Rangliste hervor. Untersucht wurden 10.817 Gemeinden in Deutschland anhand von 17 Indikatoren aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitalisierung und Freizeit. Das Ergebnis überrascht nur auf den ersten Blick: Die Stadt Haar im Landkreis München landet bundesweit auf Platz 1 und wird damit als am besten versorgte Kommune Deutschlands eingestuft.

Der Bericht, der im Auftrag verschiedener Partner entstand und unter anderem auf Datenbasis des IW Köln Institut der deutschen Wirtschaft erstellt wurde, bewertet die sogenannte Daseinsvorsorge – also die Frage, wie gut Bürgerinnen und Bürger tatsächlich Zugang zu grundlegenden Leistungen haben. Ärzte, Schulen, Internetversorgung, Nahverkehr und Freizeitangebote fließen gleichermaßen in den Index ein. Haar punktet dabei in nahezu allen Kategorien und setzt sich überraschend deutlich vor deutlich größere Städte

Doch der Blick auf die Region zeigt: Haar ist kein Ausreißer, sondern Teil eines insgesamt sehr stark versorgten südostbayerischen und Münchner Umlands. Auch Gemeinden wie Feldkirchen (Platz 177), Ottobrunn (70), Neubiberg (52) oder Kirchseeon (131) schneiden im bundesweiten Vergleich hervorragend ab. Grasbrunn selbst landet auf einem soliden Platz 535 und wird ebenfalls als „sehr gut versorgt“ eingestuft – ein Ergebnis, das sich im Vergleich zu vielen Regionen Deutschlands durchaus sehen lassen kann, auch wenn im direkten Umfeld noch Luft nach oben bleibt.

Gerade in Grasbrunn zeigt sich bei genauerer Betrachtung der Umfrageergebnisse, dass neben der grundsätzlich guten Ausgangslage auch Entwicklungspotenzial gesehen wird. Besonders in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Mobilität sowie beim Freizeitangebot – insbesondere für Kinder und Jugendliche – besteht aus Sicht vieler Befragter noch Spielraum für Verbesserungen.
Auch beim Digitalausbau wird zwar bereits seit Jahren aufgeholt, dennoch wird der flächendeckende Glasfaserausbau der Deutschen Telekom, der bis Ende 2027 abgeschlossen sein soll, als entscheidender Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde gewertet.

Auffällig ist dabei die enorme Dichte an gut bewerteten Gemeinden im östlichen Landkreis München. Während im bundesweiten Schnitt viele Kommunen mit strukturellen Defiziten kämpfen, zeigt sich hier ein nahezu geschlossenes Band leistungsfähiger Infrastruktur. In vielen Berichten in der Presse wurde bereits mehrfach betont, dass die hohe Lebensqualität der Region stark mit der Nähe zur Landeshauptstadt, der guten Verkehrsanbindung sowie der insgesamt soliden sozialen Infrastruktur zusammenhängt – ein Vorteil, der sich nun auch im bundesweiten Vergleich erneut bestätigt.

Bundesweit ergibt sich dennoch ein differenziertes Bild: Während Nordrhein-Westfalen insgesamt besonders viele „sehr gut“ bewertete Gemeinden aufweist, fallen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Teilen von Rheinland-Pfalz deutlich ab. Dort häufen sich Kommunen, die in der Gesamtbewertung nur als schwach versorgt gelten. Die Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Räumen bleiben damit weiterhin ein zentrales Thema der Regionalentwicklung.

Interessant ist auch der gesellschaftliche Blickwinkel der Studie. Eine begleitende Befragung zeigt, dass etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung ihre lokale Versorgung positiv bewertet. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Wahrnehmung der Infrastruktur nicht nur von objektiven Faktoren abhängt, sondern auch von individuellen Einschätzungen geprägt ist – ein Aspekt, der in der Debatte um gleichwertige Lebensverhältnisse zunehmend Gewicht bekommt.
Im Detail zeigt die Methodik des IW, wie komplex der Vergleich tatsächlich ist: Von der Erreichbarkeit des nächsten Hausarztes bis zur Qualität der digitalen Netze, von der Anbindung an den Schienenverkehr bis zur Nähe zu Freizeitangeboten wird jeder Standort in ein fein abgestimmtes Raster eingeordnet. Besonders im Großraum München wirkt sich die hohe Dichte an Angeboten positiv auf nahezu alle Gemeinden aus – ein Vorteil, der sich nun auch im bundesweiten Ranking klar widerspiegelt.

Für die Gemeinden im Landkreis München ist das Ergebnis damit Bestätigung und Verpflichtung zugleich. Denn auch wenn Haar derzeit die Spitzenposition einnimmt, bleibt die Herausforderung bestehen, die hohe Lebensqualität langfristig zu sichern – gerade in Zeiten von Wohnraummangel, wachsendem Verkehrsaufkommen und steigenden Anforderungen an digitale Infrastruktur.

Unterm Strich zeigt der Gemeindecheck vor allem eines: Die Region rund um Grasbrunn gehört zu den Gewinnern der deutschen Infrastrukturkarte – auch wenn der Blick nach Haar aktuell ein besonders glänzendes Beispiel liefert.

Gemeindecheck der umliegenden Gemeinden um Grasbrunn:

Gemeinde
Rang insgesamt
Einstufung
Rang Bildung
Rang Gesundheit
Rang Mobilität
Rang Digital
Rang Freizeit
Aschheim
888
sehr gut ●●●●●
1.586
1.273
3.134
4.548
740
Feldkirchen
177
sehr gut ●●●●●
2.447
1.285
68
2.635
1.256
Grasbrunn
535
sehr gut ●●●●●
1.448
2.168
508
3.363
1.498
Haar
1
sehr gut ●●●●●
135
717
29
1.250
120
Hohenbrunn
304
sehr gut ●●●●●
1.805
1.718
300
3.340
1.069
Höhenkirchen-Siegertsbrunn
409
sehr gut ●●●●●
103
1.557
150
1.166
5.887
Kirchseeon
131
sehr gut ●●●●●
233
957
2.413
1.740
119
Neubiberg
52
sehr gut ●●●●●
211
1.028
369
1.270
706
Oberpframmern
4.138
gut ●●●●○
4.743
6.685
3.886
2.408
4.872
Ottobrunn

70
sehr gut ●●●●●
559
868
734
716
236
Putzbrunn
596
sehr gut ●●●●●
1.392
1.636
1.440
943
1.309
Vaterstetten
365
sehr gut ●●●●●
362
1.277
333
6.790
1.478
Zorneding
1.578
sehr gut ●●●●●
2.751
2.033
2.520
519
3.166

Hinweis: Anzahl der Gesamtränge variiert je nach Kategorie, weil für einzelne Gemeinden keine vollständigen Daten verfügbar sind. Gemeindefreie Gebiete und Forste sind im Ranking teilweise nicht enthalten.

Quelle:
Institut der deutschen Wirtschaft
(Daten herunterladen)

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