Wer am ersten August-Wochenende verreist, braucht vor allem eins: Geduld. In allen Bundesländern sind jetzt Sommerferien – auch in Bayern und Baden-Württemberg. Das bedeutet: Volle Raststätten, überfüllte Autobahnen und kilometerlange Staus. Bereits seit Tagen warnen ADAC und Polizei vor einem der staureichsten Wochenenden des Jahres. Betroffen sind vor allem die klassischen Urlaubsrouten Richtung Süden, aber auch Heimreiserouten sind zunehmend verstopft.
Schon im vergangenen Jahr berichtete Grasbrunn Aktuell über ähnliche Reisebedingungen – doch 2025 droht die Lage durch zahlreiche Baustellen, Grenzkontrollen und Baumaßnahmen im Ausland zusätzlich zu eskalieren.
Diese Autobahnen sollten Reisende meiden
Laut ADAC gehören unter anderem folgende Autobahnen zu den kritischsten Abschnitten – auch für Urlauber aus dem Raum München und dem Landkreis München:
- A99 (Umfahrung München): Dauerbrenner unter den Stauverursachern – hier treffen Urlaubs- und Berufsverkehr zusammen.
- A93 (Inntaldreieck – Kufstein) und A8 (Salzburg – München): Urlauber in Richtung Österreich und Italien treffen auf Urlauber aus Osteuropa auf dem Rückweg.
- A95 und B2 (München – Garmisch-Partenkirchen): Besonders samstags brechen die Straßen in Richtung Alpen regelmäßig zusammen.
- A96 (München – Lindau): Ein Nadelöhr für alle, die an den Bodensee oder weiter in die Schweiz wollen.
In Österreich, Italien, Slowenien und der Schweiz sind nicht nur die Straßen voll, sondern auch viele Baustellen aktiv. Besonders angespannt ist die Lage an der Luegbrücke auf der Brennerautobahn (A13), wo seit Monaten gebaut wird. Obwohl die Brücke zweispurig befahrbar bleibt, reicht eine kleine Störung, um kilometerlange Staus auszulösen.
Der ADAC Südbayern rät ausdrücklich, den Samstag als Reisetag zu vermeiden. Früh starten hilft nur bedingt, denn auch die Idee, um 3:00 Uhr morgens zu starten, ist längst kein Geheimtipp mehr. Alternativrouten wie der Reschenpass sind aktuell ebenfalls keine Lösung – auch dort wird gebaut.
Die Tauernautobahn (A10) ist nach Abschluss der Bauarbeiten an der Tunnelkette Golling–Werfen wieder zweispurig befahrbar – ein kleiner Lichtblick.
Abfahrtssperren, Kontrollen und Fahrverbote
An der Inntalautobahn (A12) und auf der Fernpass-Route gelten in Tirol an Wochenenden Abfahrtssperren für den Ausweichverkehr. Das soll Ortsdurchfahrten schützen, blockiert aber gleichzeitig viele Navi-Umleitungen.
Hinzu kommen verstärkte Grenzkontrollen – vor allem an den Übergängen Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93). Auch bei der Ausreise aus Deutschland kann es stauen – etwa nach Tschechien, Frankreich, Polen oder Dänemark.
Rettungsgasse – was viele falsch machen
Ein oft unterschätzter Faktor im Stau: die Rettungsgasse. Sie muss bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden – nicht erst bei Blaulicht. Wer auf dem linken Fahrstreifen ist, fährt nach links, alle anderen nach rechts. In engen Baustellenbereichen ist ein versetztes Fahren mit ausreichend Abstand sinnvoll, damit sich im Ernstfall Platz schaffen lässt.
Verstöße gegen die Rettungsgassenregelung kosten bis zu 320 Euro Bußgeld und bedeuten Punkte in Flensburg.
Tipps für Reisende:
- Planung ist alles: Wer kann, sollte Dienstag bis Donnerstag reisen – hier ist die Staugefahr deutlich geringer.
- Zeitpuffer einplanen: Gerade bei langen Fahrten Richtung Italien oder Kroatien kann eine Verzögerung von 2–4 Stunden realistisch sein.
- Echtzeitinformationen nutzen: Die ASFINAG-Webseite bietet aktuelle Staumeldungen und Webcams, besonders nützlich für die Brennerroute.
- Nicht jeder Navi-Tipp ist sinnvoll: Umleitungen über Landstraßen sind schnell überlastet – besser auf aktuelle Verkehrsmeldungen hören als blind auf das Navi vertrauen.
Auch wenn das Verkehrschaos kaum zu vermeiden ist, hilft gute Vorbereitung, das Schlimmste zu umgehen. Wer sich frühzeitig über Engstellen informiert, Stoßzeiten meidet und für Notfälle wie Wasser, Snacks und Unterhaltung im Auto sorgt, kommt entspannter ans Ziel – wenn auch nicht unbedingt schneller.

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