Mit dem symbolischen Spatenstich am 16. März hat in Grasbrunn ein Projekt begonnen, das beispielhaft für die Verbindung von Tradition und Innovation steht. Auf einem Feld von Landwirt Georg Bockmaier entsteht eine moderne Agri-Photovoltaik-Anlage, die künftig sowohl der landwirtschaftlichen Nutzung als auch der Stromerzeugung dienen wird. Damit geht die Gemeinde einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Entwicklung, wie sie bereits in verschiedenen Projekten und Initiativen in den vergangenen Jahren immer wieder thematisiert wurde.
Die Besonderheit der Anlage liegt in ihrer Doppelfunktion. Während auf vielen Flächen die Nutzung für Energie oder Landwirtschaft getrennt erfolgt, zeigt dieses Projekt, dass beides gleichzeitig möglich ist. Auf dem Feld werden rund 1.600 Solarmodule installiert, die sich auf vier Reihen verteilen. Der großzügige Abstand von etwa 17 Metern zwischen den Reihen sorgt dafür, dass rund 88 Prozent der Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können. Auch künftig sollen hier Kartoffeln und Getreide wachsen – allerdings unter neuen Bedingungen.
Technisch setzt die Anlage auf ein sogenanntes 2P-Tracker-System. Dabei folgen die Module dem Lauf der Sonne, wodurch sich der Stromertrag im Vergleich zu fest installierten Anlagen deutlich erhöhen kann. Gleichzeitig wird durch diese bewegliche Konstruktion sichergestellt, dass ausreichend Licht auf die darunterliegenden Pflanzen fällt. Die Kombination aus moderner Technik und landwirtschaftlicher Praxis soll nicht nur die Energieausbeute steigern, sondern auch Vorteile für die Kulturen bringen. So können die Pflanzen durch die teilweise Überdachung besser vor extremen Wetterereignissen wie starker Sonneneinstrahlung, Hitzeperioden oder Starkregen geschützt werden.
Mit einer installierten Leistung von rund einem Megawatt peak wird die Anlage künftig einen spürbaren Beitrag zur regionalen Stromversorgung leisten. Gerade im Kontext steigender Energiepreise und wachsender Anforderungen an den Klimaschutz gewinnt die dezentrale Erzeugung erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung. Grasbrunn reiht sich damit in eine Entwicklung ein, die im gesamten Landkreis München vorangetrieben wird.
Auch politisch wird das Projekt entsprechend gewürdigt. Landrat Christoph Göbel hob beim Spatenstich die Bedeutung solcher Anlagen für die Energiewende im Landkreis hervor. Grasbrunns Erster Bürgermeister Klaus Korneder unterstrich die Signalwirkung für die Gemeinde und betonte, dass hier konkret sichtbar werde, wie innovative Technologien vor Ort umgesetzt werden können. Gerade die Kombination aus Landwirtschaft und Energieerzeugung sei ein wichtiger Ansatz, um Nutzungskonflikte zu vermeiden und gleichzeitig Klimaziele zu erreichen.
Für Landwirt Georg Bockmaier bedeutet das Projekt ebenfalls einen Schritt in die Zukunft. Die Landwirtschaft steht seit Jahren vor großen Herausforderungen, sei es durch klimatische Veränderungen, steigende Kosten oder schwankende Erträge. Agri-Photovoltaik kann hier eine zusätzliche Einkommensquelle schaffen und gleichzeitig die Bewirtschaftung der Flächen sichern. Dass dies in Grasbrunn nun praktisch umgesetzt wird, zeigt, wie eng Innovation und regionale Landwirtschaft zusammenarbeiten können.
Das Projekt ist damit mehr als nur eine technische Anlage. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich ländliche Räume weiterentwickeln können, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Zwischen Kartoffelreihen und Solarmodulen entsteht eine neue Form der Nutzung, die den Anforderungen der Gegenwart gerecht wird und gleichzeitig Perspektiven für die Zukunft eröffnet. Grasbrunn setzt damit ein sichtbares Zeichen für eine nachhaltige Entwicklung, die nicht nur auf dem Papier existiert, sondern direkt vor Ort erlebbar ist.
Beitragsfoto v.l.n.r. Landrat Christoph Göbel, Bürgermeister Klaus Korneder, Landwirt Georg Bockmaier und Dr. Adrian Renner, Geschäftsführer der feld.energy GmbH, beim symbolischen ersten Spatenstich. © Gemeinde Grasbrunn

„Agri-PV-Anlagen sind über das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien von 2023 grundsätzlich auf allen Ackerflächen, Flächen mit Dauerkulturen und Grünlandflächen förderfähig (ausgenommen Moorböden und Naturschutzgebiete).“
Damit muss man klar sagen, dank eines Grünen Wirtschaftsministeriums in der vorangegangenen Legislatur, können heute andere die Ernte einfahren.
Quelle: https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/klimaschutz/Agri-PV.html