Trinkwasserbrunnen für Grasbrunn

Mit öffentlichen Trinkwasserbrunnen will die Gemeinde Grasbrunn künftig Gesundheitsschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit miteinander verbinden.
Trinkwasserbrunnen für Grasbrunn

Die Idee ist nicht neu: Bereits vor einigen Jahren hatte Gemeinderätin Inge Ziegler (Bündnis 90 / Die Grünen) im Gemeinderat angeregt, öffentlich zugängliche Trinkwasserbrunnen im Gemeindegebiet zu schaffen. Nun nimmt es konkret Gestalt an.

Hintergrund ist die Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) im Januar 2023 infolge der EU-Trinkwasserrichtlinie. Seitdem gehört die Bereitstellung von Trinkwasser an öffentlich zugänglichen Orten ausdrücklich zur kommunalen Daseinsvorsorge. Gleichzeitig gewinnt das Thema angesichts häufiger Hitzetage zunehmend an Bedeutung: Frei zugängliches Trinkwasser kann Dehydrierung vorbeugen und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum deutlich erhöhen.

Die Grabrunner Gemeindeverwaltung schlug vor, zunächst zwei Trinkwasserbrunnen zu errichten:
Einen am Bürgermeister-Wilhelm-Dresel-Park in Neukeferloh, seitlich am Vogelbrunnen beim Rathaus. Der Standort gilt als zentraler Treffpunkt, zudem liegt die Versorgungsleitung bereits direkt am Gehweg.
Den anderen am St.-Ulrich-Platz im Gemeindeteil Grasbrunn, einem wichtigen Ortszentrum und stark frequentierten Abschnitt des Isar-Panorama-Radwegs.

Darüber hinaus sollen weitere Standorte geprüft werden. Am Wasserturm in Harthausen könnte ein bislang nicht trinkwasserkonformes Waschbecken umfunktioniert werden.
Auch am Sportpark Grasbrunn besteht möglicherweise die Option, eine bestehende Anlage zu nutzen – vorausgesetzt, dort liegt tatsächlich eine geeignete Trinkwasserleitung.

Vorgesehen sind Trinkwasserbrunnen der Firma BEULCO, die den Anforderungen des DVGW-Merkblatts W 274 entsprechen. Die Anlagen verfügen über eine berührungslose Sensorsteuerung, automatische Spülintervalle gegen Stagnation und benötigen keinen Stromanschluss. Sie sind barrierefrei, robust und für den öffentlichen Raum konzipiert. In den Wintermonaten sollen sie durch die Gemeindewerke Grasbrunn (GwG) abgebaut werden, um Schäden zu vermeiden.

Das Gesundheitsamt schreibt monatliche Wasserproben sowie eine jährliche Freigabe zur Inbetriebnahme vor. Wartung und Instandhaltung sollen dauerhaft durch die GwG erfolgen.
Kosten und Förderung

Für die Installation sind 30.000 Euro im Grasbrunner Vermögenshaushalt 2026 eingeplant, hinzu kommen jährliche Betriebskosten von rund 2.000 Euro. Parallel dazu wurde ein Förderantrag für bis zu zwei Brunnen gestellt – mit einer Förderquote von bis zu 90 Prozent, maximal 10.000 Euro pro Brunnen.

Der Gemeinderat nahm den Vorschlag der Verwaltung zur Kenntnis und beschloss, zunächst zwei öffentliche Trinkwasserbrunnen im Bürgermeister-Wilhelm-Dresel-Park und am St.-Ulrich-Platz zu installieren. Die Gemeindewerke Grasbrunn (GwG) wurden zudem beauftragt, die Umnutzung weiterer Standorte zu prüfen und die Anlagen künftig zu warten und instand zu halten.

Damit setzt Grasbrunn einen Schritt um, der bereits seit Jahren diskutiert wurde – und der nicht nur an heißen Sommertagen für spürbare Erleichterung sorgen dürfte.

Beitragsfoto: BEULCO

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