Es kam, wie es kommen musste – oder wie man im Volksmund sagt: Die Spatzen pfiffen es bereits seit letztem Jahr von den Dächern. Unsere Grüne Glasfaser (UGG) hat offiziell das Handtuch geworfen und verlässt das digitale Schlachtfeld in unserer Gemeinde.
Nachdem man die Redaktion von Grasbrunn Aktuell aufgrund unseres Artikels „Glasfaser in Grasbrunn: Grünes Licht? Eher grüne Schilder“ im November 2025 noch mit der Eleganz eines beleidigten Großkonzerns und der Androhung rechtlicher Schritte mundtot machen wollte, herrscht nun traurige Gewissheit. Die aktuelle Mitteilung zum Glasfaserausbau auf der offiziellen Webseite der UGG lässt keine Fragen mehr offen: Der Ausbau wird nicht wie großspurig angekündigt durchgeführt.
Wer hätte gedacht, dass das versprochene „Grüne Licht“ eigentlich nur bedeutete, dass die grünen vor sich hin welkenden Werbeschilder in den Vorgärten nun getrost als bunter Plastikmüll entsorgt werden können?
Bereits im Juni 2025 berichteten wir über die ersten Verzögerungen beim UGG-Ausbau, doch damals wollte man das Jahr noch für eine „saubere Planung ohne Schnellschüsse“ nutzen.
Dass diese Planung so extrem sauber war, dass am Ende gar kein einziges Kabel im Boden landete, ist eine Ironie, die man erst einmal verdauen muss.
Viele Bürger, die bei der Infoveranstaltung Ende 2024 Verträge bei o2 unterschrieben haben, wurden über Monate hinweg an der Telefonhotline vertröstet.
Die Standardantwort lautete stets: „Der Ausbau verzögert sich, aber die Verträge behalten ihre Gültigkeit.“ Ein schwacher Trost für alle, die auf moderne Bandbreiten hofften.
Hintergrund des Rückzugs dürften Berichte über Strategiewechsel der Finanziers und Insolvenzen bei beteiligten Ausbaupartnern sein, die jetzt zur endgültigen Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und dem Aus für Grasbrunn führten.
Doch während die UGG ihre Wunden leckt, schafft die Konkurrenz handfeste Fakten. Am 22. April 2026 fiel in Keferloh der symbolische Startschuss für den echten Netzausbau durch die Deutsche Telekom. Mit dem offiziellen ersten Spatenstich beginnt nun die Ära der Glasfaseranschlüsse, die tatsächlich bis ins Wohnzimmer reichen. Die Telekom verfolgt dabei das Ziel, bis 2030 rund 25 Millionen Haushalte zu versorgen, auch um der geplanten Kupfernetz-Abschaltung im Jahr 2035 zuvorzukommen.
Interessierte Bürger konnten sich am 29. April 2026, um 19:00 Uhr im Bürgerhaus Harthausen bei der Infoveranstaltung der Telekom zum Glasfaserausbau informieren. Dort werden die Planungen, der Ablauf der Bauphasen sowie die technischen Möglichkeiten im Detail vorgestellt. Zudem haben Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, individuelle Fragen direkt zu klären und sich über Anschlussmöglichkeiten zu informieren.
Ergänzend zur Informationsveranstaltung im Bürgerhaus läuft seit Januar 2026 auch eine Haustürberatung, bei der Anwohner direkt vor Ort beraten werden. Zusätzlich können Interessenten ihren Anschluss bereits seit dem 17. November 2025 online buchen.
Weitere Details zum Ausbau sind über die kostenlose Servicenummer 0800-2266100 oder über die Webseite der Deutschen Telekom oder über Fonland in Baldham abrufbar.
Der Baubeginn ist fest für das zweite Quartal 2026 terminiert. Für die enttäuschten o2-Kunden gibt es ein Lichtblick: Wer seit mehr als 12 Monaten auf den Anschluss wartet, kann rechtlich vom Vertrag zurücktreten und endlich auf ein Pferd setzen, das auch wirklich losläuft.

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