Windkraft als Wahlkampfthema

Die Windkraft ist zurück auf der politischen Bühne – und im Wahlkampf 2026 wird sie vor allem in Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Grasbrunn zum Prüfstein.
Windkraft als Wahlkampfthema

Kaum ein Thema spaltet die Kommunen im Landkreis München so sehr wie die Windkraft.
In Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird seit Jahren um den Ausbau im Höhenkirchner Forst gerungen. Bürgerinitiativen, Klagen und parteipolitische Verzögerungen haben dafür gesorgt, dass bisher kein Rotor steht – obwohl die Voraussetzungen günstig wären. Mit der Kommunalwahl 2026 rückt die Frage nun ins Zentrum: SPD, CSU, Grüne und Unabhängige Bürger treten an, und alle müssen sich klar bekennen – bleibt man beim Abwarten oder wagt man den Schritt nach vorn?

Auch in Grasbrunn ist die Lage angespannt. Die Gemeinde hat Potenzialflächen für Windkraft ausgewiesen, die Diskussion darüber verlief jedoch ähnlich wie im Nachbarort: kontrovers, von Skepsis begleitet und teilweise von Ängsten um Landschaftsbild und Immobilienwerte bestimmt. Gleichzeitig sorgt die geplante Geothermie-Zentrale am Bolzplatz Neukeferloh für hitzige Debatten. Damit ist Grasbrunn gleich doppelt mit Energieprojekten konfrontiert – und muss Antworten finden, wie Klimaschutz und Lebensqualität miteinander vereinbar bleiben.

Eine zusätzliche Unsicherheit bringt die Bundespolitik ins Spiel. Das Referenzertragsmodell, das wild-schwächeren Standorten in Bayern überhaupt erst die Wirtschaftlichkeit sichert, steht auf der Kippe. Sollte es abgeschafft werden, droht das Aus für Projekte im Höhenkirchner Forst – und auch die Grasbrunner Pläne würden massiv geschwächt. Ohne diese Förderung lässt sich kein Bürgerwindpark realisieren. Der Landkreis München könnte so ins Hintertreffen geraten, während der Druck wächst, fossile Energieimporte zu senken.

Die Bürgermeisterwahl 2026 wird damit zu einer Abstimmung über die Energiewende im Kleinen. Höhenkirchen-Siegertsbrunn entscheidet, ob es den Stillstand beendet und den Ausbau endlich anpackt. Grasbrunn muss sich klarer zu seinen Windkraftflächen positionieren und zugleich den Konflikt um die Geothermie lösen. In beiden Fällen geht es um mehr als nur Technik – es geht um Glaubwürdigkeit in der Klimapolitik und die Frage, ob lokale Entscheidungen den Unterschied machen können.

Die Gegner sind laut und gut organisiert – mit Klagen, Protesten und Parolen. Doch die Befürworter dürfen nicht länger defensiv bleiben. Denn Klimaschutz entscheidet sich nicht irgendwann, sondern hier und jetzt, in den Rathäusern von Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Grasbrunn. Wer bremst, riskiert den Anschluss. Wer mutig handelt, gibt der Region eine echte Chance, Teil der Lösung zu werden.

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