Die Windkraftpläne im Höhenkirchner Forst sind seit ihrer Ankündigung ein heißes Thema in der Region. Bereits im November 2024 berichtete Grasbrunn Aktuell über das ursprünglich geplante Windkraftprojekt, das aufgrund von Bedenken aus der Bevölkerung und der Politik immer wieder in den Fokus geriet.
Die Idee, im Höhenkirchner Forst mehrere Windräder zu errichten, stieß auf Widerstand – insbesondere aus den Ortsteilen Harthausen und Höhenkirchen. Seitdem zieht sich die Debatte über die Belastung der Anwohner und die potenziellen Auswirkungen des Projekts wie ein roter Faden durch die kommunalen Diskussionen.
Im Dezember 2025, eskalierte die Diskussion um das Windkraftprojekt ein weiteres Mal, als Karl Humplmair, jun., Gemeinderat der CSU, offiziell einen Antrag stellte, der auf eine Verschiebung der Windräder innerhalb der geplanten Konzentrationsflächen abzielt.
Ziel ist es, die geplanten Windräder in südliche Richtung zu verschieben – weg von der Wohnbebauung, um die optische Beeinträchtigung für die Anwohner von Harthausen zu minimieren. Humplmair stützt sich dabei auf Visualisierungen des Projekts „Höhenkirchner Forst II“, die erst klar die Beeinträchtigung der Lebensqualität in Harthausen aufzeigten.
Die Bedenken hinsichtlich der Sichtbarkeit und der ästhetischen Belastung der geplanten Windräder am Ayinger Weg sind nicht neu. Schon in einem Artikel von Grasbrunn Aktuell im September 2025 wurde die Windkraft als Wahlkampfthema diskutiert, bei dem auch die optische Beeinträchtigung und die Lärmbelastung als zentrale Kritikpunkte zur Sprache kamen. Humplmair, der sich mit den Bedenken der Bürger identifiziert, betont, dass die jetzige Planung für die Bürger von Harthausen nicht akzeptabel sei.
In seiner Beschlussvorlage 17/2026 vom 24.02.2026 gibt es zwar eine diplomatischere Haltung seitens der Gemeinde, jedoch werden die Forderungen von Humplmair nicht gänzlich unterstützt.
Die Gemeinde Grasbrunn räumt ein, dass die optische Belastung subjektiv schwer wiegt, jedoch rechtlich gesehen die geplanten Windräder in den gültigen Konzentrationsflächen liegen und die gesetzlichen Abstände einhalten. Diese Position entspricht der rechtlichen Einschätzung, die auch schon in der Verwaltung des Landkreis München geteilt wird. Demnach können die Windräder, solange sie die gesetzlichen Vorschriften erfüllen, nicht ohne weiteres verschoben oder verhindert werden.
Eine weitere Herausforderung, die von Humplmair angesprochen wird, betrifft den Wasserschutz. Auch in diesem Punkt fordert der Gemeinderat eine genauere Prüfung der Auswirkungen auf die Wasserversorgung der Region, da die Nähe zu Wasserschutzgebieten potenziell problematisch sein könnte. In der Beschlussvorlage heißt es jedoch, dass nach aktuellem Stand keine zwingenden Ausschlüsse durch Wasserschutzzonen vorliegen.
Da die Bürgerwind Höhenkirchner Forst GmbH & Co.KG als Vorhabenträger für das Projekt verantwortlich ist, hat die Gemeinde Grasbrunn keine rechtliche Möglichkeit, die Windräder zwingend zu verschieben. Die Gemeinde hat daher in ihrem Beschluss lediglich eine „eindringliche Bitte“ formuliert, die von allen Gemeinderäten unterstützt wurde.
Humplmair selbst appelliert auch an das gute Verhältnis zu den Nachbargemeinden Oberpframmern und Egmating, um im Sinne des regionalen Friedens eine Lösung zu finden, die sowohl die ökologische Notwendigkeit der Windkraft als auch die Interessen der Anwohner berücksichtigt.
Die Thematik rund um den Höhenkirchner Forst II wird sich weiterhin als politischer Brennpunkt herausstellen, da sie das Spannungsfeld zwischen regionaler Entwicklung, Umweltschutz und den Interessen der Anwohner widerspiegelt.
Das jüngste Vorgehen des Grasbrunner Gemeinderats unterstreicht jedoch auch, wie wichtig es ist, bei solchen Projekten die Bedürfnisse der Bürger in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig die regionalen Verhältnisse mit den übergeordneten Zielen der Energiewende in Einklang zu bringen. Die nächste Zeit wird zeigen, wie die Debatte weiter verläuft und ob es zu einer Einigung zwischen den verschiedenen Akteuren kommen wird.
Beitragsbild: Visualisierung für das Windenergieprojekt Höhenkirchner Forst II, HÖH 27: Harthausen südlicher Ortsausgang am Ayinger Weg

Günstiger, klima- und geopolitisch weniger problematischer Strom muss irgendwo herkommen. Bis wirtschaftlich nutzbare Kernfusion verfügbar ist, wird es noch länger dauern. Bis dahin sind Wind und Sonne gangbare Möglichkeiten, deren Anblick aus der relativen Ferne hoffentlich für ein paar Jahrzehnte ertragen werden kann.