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30 Kilo Heimat – Filmvorführung in der Gemeindebücherei Grasbrunn

Am Freitag, dem 15. Mai, lädt die Gemeindebücherei Grasbrunn um 19.30 Uhr zu einem besonderen Filmabend ein. Gezeigt wird die eindrucksvolle Dokumentation „30 Kilo Heimat“, die sich auf sehr persönliche und zugleich universelle Weise mit den Themen Flucht, Verlust und Versöhnung auseinandersetzt.
Im Mittelpunkt des Films steht die Zeitzeugin Christl Eibl, geboren 1940 im heutigen Tschechien, im damaligen Chodský Újezd (Heiligenkreuz). Gemeinsam mit ihrem Enkel, dem jungen Regisseur Michael Eibl, begibt sie sich auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Was als familiäres Projekt beginnt, entwickelt sich zu einem berührenden Zeitdokument über das Schicksal der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Christl Eibl war erst fünfeinhalb Jahre alt, als sie im Frühsommer 1946 mit ihrer Familie aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Die Anordnung war eindeutig und ließ keinen Spielraum: Innerhalb von drei Stunden mussten sie sich mit nur „30 Kilo Gepäck“ am Dorfplatz einfinden. Diese drastische Begrenzung steht sinnbildlich für den Verlust von Heimat, Sicherheit und Identität, den Millionen Menschen in dieser Zeit erlebten. Insgesamt waren rund zwölf Millionen Deutsche von Flucht und Vertreibung betroffen, etwa zwei Millionen von ihnen fanden in Bayern eine neue Heimat.
Der Film begleitet Christl Eibl zurück an die Orte ihrer Kindheit. In ruhigen Bildern und mit viel Raum für Erinnerungen erzählt sie von ihrem früheren Leben, von Freundschaften, von vertrauten Wegen und von Momenten, die sich tief eingeprägt haben. Besonders eindrucksvoll ist der Besuch ihres ehemaligen Elternhauses, bei dem es zu einer bewegenden Begegnung mit den heutigen Bewohnern kommt. Ohne große Inszenierung entsteht hier ein Moment echter Menschlichkeit, der lange nachwirkt.
Doch „30 Kilo Heimat“ ist weit mehr als ein Rückblick. Der Film zeigt auch, wie prägend der Verlust der Heimat über Generationen hinweg sein kann. Die emotionale Last wird oft unbewusst weitergegeben, ein Phänomen, das heute als transgenerationales Trauma beschrieben wird. In Gesprächen nach bisherigen Vorführungen wurde deutlich, wie sehr der Film dazu beitragen kann, diese oft verborgenen Erfahrungen sichtbar zu machen. Fachleute sehen in ihm sogar eine heilende Kraft, weil er Raum für Austausch, Verständnis und Versöhnung schafft.
Gleichzeitig schlägt der Film eine Brücke in die Gegenwart. Die Erfahrungen von damals lassen sich in vieler Hinsicht mit heutigen Fluchtbewegungen vergleichen. Michael Eibl formuliert es als Wunsch, dass durch persönliche Geschichten wie die seiner Großmutter mehr Empathie für Menschen entsteht, die heute ihre Heimat verlassen müssen.
Trotz aller Schwere ist der Film von einer leisen, versöhnlichen Haltung geprägt. Christl Eibl selbst betont, wie wichtig es ist, sich zu erinnern, aber auch loslassen zu können. Ihre Geschichte ist damit nicht nur ein Zeugnis der Vergangenheit, sondern auch ein Plädoyer für Menschlichkeit und Verständigung.
Der Eintritt beträgt 10 Euro pro Person, ein Glas Wein ist im Preis inbegriffen.
Karten sind im Vorverkauf in der Bücherei sowie an der Abendkasse erhältlich.
Ein Filmabend, der bewegt, zum Nachdenken anregt und lange im Gedächtnis bleibt.



