Graffitiwand am Waldspielplatz Neukeferloh macht Platz für Neues

Die alte Graffitiwand am Waldspielplatz in Neukeferloh soll weichen – nach der Neugestaltung passt sie nicht mehr zum neuen Erscheinungsbild des Spielplatzes.
Graffitiwand am Waldspielplatz Neukeferloh macht Platz für Neues

Was vor einigen Jahren noch als Versuch gedacht war, Graffiti und Jugendlichen am Waldspielplatz einen festen Platz zu geben, steht nun vor dem endgültigen Aus:
Die rund zwölf Meter lange Betonwand am Johann-Hackl-Ring in Neukeferloh soll abgebaut werden.
Die Entscheidung kommt nicht völlig überraschend. Bereits 2022 hatte die Gemeinde die Nutzung der damaligen Wand als Graffiti-Fläche untersagt. Damals waren die Beschwerden von Anwohnern über nächtliches Sprayen und die dabei entstehenden Dämpfe deutlich häufiger geworden. Hinzu kamen herumliegende Spraydosen und weiterer Müll rund um die Wand.
Inzwischen hat sich der Waldspielplatz jedoch deutlich verändert.

Seit dem 24. April 2026 ist dort der neue Wasserspielplatz geöffnet. Mit Wasserläufen, Pumpen, Sand- und Spielflächen sowie verschiedenen Holz- und Betonelementen wurde das Areal umfassend neu gestaltet. Der Spielplatz ist damit nicht nur attraktiver geworden, sondern hat auch ein sichtbar anderes Erscheinungsbild erhalten.

Genau in dieses neue Konzept fügt sich die Betonwand nicht mehr ein. Die Gemeinde möchte den Bereich als zusammenhängenden, kindgerechten Spiel- und Aufenthaltsraum gestalten. Die alte Graffitiwand wirkt daneben zunehmend wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.

Neben der gestalterischen Frage spielen auch die Erfahrungen der vergangenen Jahre eine Rolle. Bei der Gemeindeverwaltung gingen wiederholt Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Eltern der dort spielenden Kinder ein.
Kritisiert wurden unter anderem Geruchsbelästigungen durch Sprühfarben und Müll im Umfeld der Wand. Was für die einen eine Möglichkeit war, legal Graffiti zu sprühen, wurde für andere zunehmend zur Belastung.

Nun zieht die Gemeinde daraus die Konsequenz und will die Betonwand zurückbauen. Einen konkreten Termin gibt es bislang nicht. Der Abriss soll erfolgen, sobald ohnehin ein Abbruchunternehmen für eine andere gemeindliche Baumaßnahme im Einsatz ist.
Auf diese Weise sollen vorhandene Kapazitäten genutzt und Kosten eingespart werden. Bis der Rückbau tatsächlich erfolgt, bleibt die Wand zunächst stehen.

Ganz neu ist die Geschichte der Graffitiwand nicht. Bereits 2022 berichtete Grasbrunn Aktuell über die Schließung der damaligen legalen Graffiti-Fläche am Bolzplatz. Schon damals war deutlich geworden, dass der Spagat zwischen einem Angebot für Jugendliche und den Interessen der Anwohner nicht immer problemlos funktioniert.

Mit der Neugestaltung des Waldspielplatzes stellt sich diese Frage jetzt erneut – allerdings unter anderen Vorzeichen. Die Gemeinde hat sich inzwischen klar für eine stärker auf Kinder und Familien ausgerichtete Gestaltung des Areals entschieden.
Die Wand ist nicht unbedingt deshalb überflüssig, weil Graffiti keinen Platz mehr haben soll. Sie passt schlicht nicht mehr in das neue Bild des Waldspielplatzes.

Gleichzeitig soll die Jugendarbeit in der Gemeinde weiter gestärkt werden. Der Lemon Club im Bürgerhaus Neukeferloh ist inzwischen wieder personell vollständig besetzt.
Brian Cranford und Emelie Flögel von der Offenen Jugendarbeit sind dort mittwochs, donnerstags und freitags jeweils von 15:00 bis 19:00 Uhr für Jugendliche da. Der Treff soll Raum für Begegnungen, eigene Ideen und gemeinsame Aktivitäten bieten.
Damit verschieben sich die Schwerpunkte: Der Waldspielplatz entwickelt sich stärker zum Familien- und Kinderbereich, während Jugendliche mit dem Lemon Club einen eigenen Treffpunkt haben.

Die Betonwand steht damit sinnbildlich für den Wandel des gesamten Areals. Was früher als legale Graffiti-Fläche seinen Platz hatte, passt heute nicht mehr in die neu gestaltete Umgebung.
Oder anders gesagt: Die Spraydose hat am Waldspielplatz bald ausgedient – der Wasserhahn dafür gerade erst aufgedreht.

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Eine Antwort auf “Graffitiwand am Waldspielplatz Neukeferloh macht Platz für Neues”

  1. Ich finde es einerseits gut, dass diese Wand weg kommt. Die Jugendlichen haben oft keine Rücksicht auf die Kinder beim Spielen genommen. Ich hatte öfter Diskussionen, dass die Spraydämpfe nicht über den Spielplatz ziehen sollen, solange kleine Kinder dort spielen. Oft wurden auch leere Bierflaschen liegen gelassen. Auch liegen überall Stücke der abgeblätterten Farbe rum, kleine Kinder nehmen noch vieles in den Mund. Auf der anderen Seite finde ich es aber auch schade, wenn Jugendliche nun keine Möglichkeit mehr zum Sprayen haben. Kann man diese Wand nicht stattdessen am Skatepark beim Sportplatz aufbauen? Da gibt es in unmittelbarer Nähe keine Anwohner*innen und auch Kleinkinder spielen dort eher weniger.

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