Seit der Eröffnung der neuen Schulturnhalle zum Schuljahr 2021/2022 steht die alte Halle größtenteils leer. In den vergangenen Jahren wurde sie jedoch mehrfach genutzt.
Im Frühjahr 2022 diente sie als Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine und im Herbst 2024 trugen die Edelweißschützen Grasbrunn-Neukeferloh das Gauschießen aus.
Zum Jahreswechsel 2024/2025 bot die Gemeinde Grasbrunn dem Landratsamt München die erneute Bereitstellung als Notunterkunft für Geflüchtete an.
Mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab 2026 stellt sich die Frage, ob die Schulturnhalle künftig für schulische Zwecke genutzt werden sollte. Eine Analyse der Schülerzahlen zeigt jedoch, dass in den kommenden Jahren kein akuter Platzmangel in der Grundschule zu erwarten ist.
- Aktuell besuchen 260 Kinder die Grundschule
- Die Geburtenrate in der Gemeinde ist seit 2022 rückläufig (aktuell 50–60 Geburten pro Jahr)
- In den Spitzenjahrgängen gab es bis zu 330 Grundschulkinder gleichzeitig
- Das bestehende Betreuungsangebot durch Hort und Mittagsbetreuung deckt den Bedarf derzeit vollständig ab
Selbst mit dem Zuzug von 30 bis 40 Kindern durch das neue Baugebiet in Grasbrunn bleibt das Platzangebot in den kommenden Jahren ausreichend. Kirsten Reiser, die neue Schulleiterin der Grundschule Neukeferloh sieht daher aktuell keinen Bedarf für einen zusätzlichen Ganztagszug mit Mensa.
Die alte Schulturnhalle verursacht jährlich Betriebskosten zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Durch die Nutzung als Obdachlosenunterkunft spart die Gemeinde jedoch täglich 30 bis 80 Euro, die sonst für eine Unterbringung in einer Pension oder einem Appartement anfallen würden.
Eine weitere Option wäre der Abriss der Halle, was allerdings Kosten von ca. 150.000 Euro verursachen würde. Neben den Rückbauarbeiten müssten auch technische Anschlüsse zur angrenzenden Grundschule getrennt und das Gelände neugestaltet werden.
Der Grasbrunner Hauptausschuss hat nun in seiner Sitzung am 11.02.2025 beschlossen, die Lage erst im Jahr 2030 erneut zu bewerten. Dabei sollen die aktuelle Nutzung, der bauliche Zustand der Halle und die Bevölkerungsentwicklung – insbesondere im Hinblick auf das neue Baugebiet in Grasbrunn – berücksichtigt werden.
Bis dahin bleibt die alte Schulturnhalle als flexible Nutzungsmöglichkeit erhalten – für Menschen in Not, für Veranstaltungen und für unvorhergesehene Entwicklungen in der Gemeinde.

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