Grasbrunn veröffentlicht Bestandsanalyse der kommunalen Wärmeplanung

Die Wärmeversorgung der Zukunft beginnt heute: Grasbrunn nimmt zentrale Weichenstellung für kommunale Wärmeplanung vor.
Vortrag: Fernwärme - nachhaltige Wärmeversorgung für die Gemeinde Grasbrunn

Am 24. Juni 2025 hat der Gemeinderat Grasbrunn die Ergebnisse der Bestandsanalyse zur kommunalen Wärmeplanung offiziell zur Kenntnis genommen. Damit wird der gesetzlich geforderte Schritt für eine nachhaltige, effiziente und langfristig klimaneutrale Wärmeversorgung der Gemeinde eingeleitet.

Die kommunale Wärmeplanung ist bundesweit vorgeschrieben. Städte und Gemeinden unter 100.000 Einwohnern müssen bis 2028 einen konkreten Wärmeplan vorlegen. Das Ziel: eine CO₂-neutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045. Bereits bis 2030 soll die Hälfte des Wärmebedarfs in Gebäuden klimaneutral gedeckt werden.

Die Bestandsanalyse, durchgeführt durch RIWA GmbH im Auftrag der ARGE Geothermie und Wärmewende, liefert detaillierte Daten zur aktuellen Versorgungslage. Insgesamt wurden über 1.900 Wohngebäude sowie 80 öffentliche und gewerbliche Gebäude in den Ortsteilen Neukeferloh, Grasbrunn, Keferloh, Harthausen und Möschenfeld betrachtet. Derzeit basieren rund 78 % der Wärmeversorgung noch auf fossilen Energieträgern. Besonders hoch ist der Erdgasanteil – mit etwa 950 angeschlossenen Gebäuden und einem Verbrauch von rund 16,3 GWh jährlich.

Für große Teile des Gemeindegebiets wurden sogenannte Fokusgebiete definiert – Areale mit besonders guter Eignung für künftige Wärmenetze. In Neukeferloh etwa könnten bestehende Netze wie das der „Winkler Gründe“ integriert und mit neuen Siedlungen sowie der Grundschule Neukeferloh verbunden werden. Auch in Harthausen, Grasbrunn und Keferloh bieten Potenziale, wie eine mögliche Integration bestehender Infrastrukturen oder Nutzung von Abwärme aus Gewerbebetrieben.

Parallel dazu läuft eine Bürgerbefragung zur Anschlussbereitschaft, bisher mit über 300 Rückläufen und mehr als 200 Interessensbekundungen für einen Netzanschluss.

Die nächsten Schritte erfordern eine tiefere Untersuchung der Fokusgebiete, technische Machbarkeitsprüfungen, Standortprüfungen für Energiezentralen sowie die Entwicklung konkreter Maßnahmen- und Umsetzungsstrategien. Ein fertiger Wärmeplan soll bis Ende 2025 dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Im Haushaltsplan der Gemeinde sind für 2025 insgesamt rund 1,6 Mio. Euro verfügbar, davon wurden 25.000 Euro speziell für die Planung im Rahmen der ARGE bereitgestellt.

Das PDF der Präsentation zur Bestandsanalyse ist auf der Website der Gemeinde verfügbar. Bürgerinnen und Bürger können weiterhin an der Umfrage zur kommunalen Wärmeplanung teilnehmen.

 

 

 

 

 

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