Die Schauspielerin und Kabarettistin, bekannt aus Formaten wie „Hubert und Staller“, „Grünwald Freitagscomedy“ oder „Fraueng’schichten“, zeigte sich an diesem Abend im Bürgerhaus Neukeferloh von ihrer ganz persönlichen Seite. In rund zwei Stunden widmete sie sich mit unverwechselbarem Witz und scharfer Beobachtungsgabe der Frage, wie nah Selbstliebe und Narzissmus beieinander liegen – und was passiert, wenn man in dieser Grenzzone zu lange verharrt.
Angela Ascher, die ihre künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg absolvierte und durch ihre legendären Auftritte beim Nockherberg als Ilse Aigner-Double einem großen Publikum bekannt wurde, präsentierte ein Programm, das Humor mit Tiefgang verband. Sie spielte mit Rollenbildern, überzeichnete Klischees, brach Tabus – und nahm sich dabei selbst nie zu ernst.
Das Publikum im Bürgerhaus Neukeferloh dankte es ihr mit langem Applaus und immer wieder lautem Lachen, besonders bei den pointierten Alltagsbeobachtungen, die nur Ascher so charmant auf den Punkt bringen kann. Ob beim Schummeln auf Tinder, bei „bayerischem Männeryoga“ oder beim Vergleich von Dating damals und heute („Früher hat man in der verrauchten Kneipe die Männer wie durch einen Weichzeichner gesehen – heute braucht man dafür Instagram-Filter“) – ihre Pointen saßen, weil sie mitten aus dem Leben kamen.
Mit unerschütterlicher Selbstironie erzählte sie von Delfin-Vibratoren in der Schule, Swingerclubs in Altenerding und pubertierenden Jugendlichen im fiktiven „Reservat Neuhormoning“ – immer mit diesem Augenzwinkern, das spüren lässt: Hier steht jemand auf der Bühne, der nicht bloß Witze macht, sondern eine Haltung zeigt.
Auch die „praktischen Tipps“ aus dem Beziehungsalltag sorgten für anhaltendes Gelächter. Wenn es beim Sex in der Ehe mal länger dauern soll, solle man einfach an Brad Pitt denken – und wenn’s schnell gehen soll, an Hubert Aiwanger. Solche Momente sind typisch Angela Ascher: überraschend, direkt und trotzdem nie plump.
In der Tiefe ihres Programms steckt aber mehr als reine Komik. Ascher verknüpft Themen wie Selbstakzeptanz, Ehrlichkeit und den Mut, über sich selbst zu lachen, zu einem intelligenten, modernen Kabarettabend. Sie zeigt, dass Selbstliebe nicht mit Selbstverliebtheit verwechselt werden darf – und dass Humor eine der ehrlichsten Formen von Selbsterkenntnis ist.
Das Publikum in Neukeferloh erlebte eine Frau, die ihre Bühne liebt, ihre Pointen präzise setzt und zugleich mit einer unverstellten Herzlichkeit begeistert. „Verdammt, ich lieb’ mich“ ist kein seichtes Comedyprogramm, sondern eine Einladung, über sich selbst zu schmunzeln – und vielleicht ein bisschen milder mit den eigenen Schwächen umzugehen.

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