Greensill-Skandal: Vaterstetten stellt Strafanzeige gegen Ex-Manager

Vier Jahre nach dem Zusammenbruch der Greensill-Bank zieht die Gemeinde Vaterstetten juristische Konsequenzen: Sie hat Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung gegen ehemalige Verantwortliche der Bank gestellt.
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Wie Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) auf Nachfrage erklärte, soll die Anzeige insbesondere eine drohende Verjährung straf- und zivilrechtlicher Ansprüche verhindern. Die Gemeinde hatte zum Zeitpunkt der Pleite rund 5,5 Millionen Euro bei der Bank angelegt – Rücklagen, die bis heute in der Insolvenzmasse feststecken.

Bereits im März 2021 berichtete Grasbrunn Aktuell, dass Vaterstetten als eine von mehreren bayerischen Kommunen betroffen war: Die Gemeinde war auf scheinbar solide Angebote hereingefallen, die sich im Nachhinein als riskant und schlecht abgesichert herausstellten. Im September 2024 folgte dann die nächste Enttäuschung – Vaterstetten konnte trotz juristischer Erfolge gegen einen Finanzvermittler keinen Cent zurückholen, nachdem der Bundesgerichtshof die vorherigen Urteile kassiert hatte.

Der Schritt zur Strafanzeige kommt daher nicht überraschend – die Gemeinde rechnet laut Spitzauer mit einer Verfahrensdauer von bis zu zehn Jahren, bis eventuelle Gelder zurückfließen. Der Insolvenzverwalter, Michael Frege, geht inzwischen mit eigenen Forderungen in Höhe von 92 Millionen Euro zivilrechtlich gegen frühere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vor.

Besonders brisant: Auch die Bremer Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen verstärkt, aktuell wird gegen 13 Verdächtige ermittelt – unter anderem wegen Betrugs und Bilanzfälschung. Sollte das Verfahren zugunsten der Gläubiger ausgehen, könnten Teile dieser Summe in die Insolvenzmasse fließen. Für Vaterstetten bedeutet das im besten Fall eine Rückzahlung von etwa 30 Prozent, also rund 1,65 Millionen Euro – eine Hoffnung, die bis in die nächste Dekade reicht.

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