Pläne für Nahversorgungszentrum in Neukeferloh vorgestellt

Pläne für Fachmarktzentrum in Neukeferloh vorgestellt

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 31.05.2022 stellte die Firma Schöb Projektentwicklung Kempten den Gemeinderäten nun die Pläne für das Fachmarktzentrum – jetzt Nahversorgungszentrum genannt – in Neukeferloh zwischen der Wasserburger Landstraße und dem Luisenweg vor.
Das Bürgerhaus war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Gemeindeordnung sieht allerdings vor, dass Wortmeldungen für Zuschauer nicht erlaubt sind.

Bürgerhaus Präsentation Nahversorgungszentrum
Das Interesse der Grasbrunner Bürger an den Plänen zeigte sich in einem selten so gefüllten Bürgerhaus.

Klaus Korneder, der 1. Bürgermeister der Gemeinde Grasbrunn stellte vor der Sitzung klar, dass hier noch nicht über eine Zu- oder Absage an die Investoren um Michael Dreier abgestimmt werden würde. Man wollte den Planern aber in einem ersten Schritt die Möglichkeit, geben, das Projekt vorzustellen.

Aus den Sitzungsunterlagen geht hervor, dass der Verwaltung bereits Anfang 2017 die Idee zur Errichtung eines Fachmarktzentrums auf der Fläche „Waldstück in Neukeferloh zwischen der Bundesstraße B304 und Luisenweg“ erstmals intern vorgestellt wurde. Im Herbst letzten Jahres wurde dann den Grasbrunner Fraktionen das Projekt präsentiert.

Nahversorgungszentrum 3D Ansicht
So stellen sich das Planungsbüro das Nahversorgungszentrum vor. Die schlechte Bildqualität bitten wir zu entschuldigen, das Bild wurde direkt von der Leinwand gemacht.

Johannes Schöb versuchte die Vorteile eines Nahversorgungszentrums für jedermann in den Vordergrund zu stellen und sprach von einer Entzerrung der jetzigen Verkehrssituation, einer guten Nahversorgung (mit Tankstelle, Drogeriemarkt, Fastfood-Restaurant und Supermarkt) und besserem Lärmschutz durch die Gebäude für die Anwohner.
Das anwesende Publikum quittierte das mehrfach mit Gelächter.

Max Wallleitner (Bündnis 90/ Die Grünen) sah keine Vorteile für ein solches Projekt im Bannwald für die Bürger der Gemeinde Grasbrunn. Neben der Versiegelung von ca. 35.000 qm Fläche und dem durch zusätzliche Autos entstehende Co2-Ausstoßes lehnte er im Namen der Grünen und als Vorsitzender des Bund Naturschutz das Projekt ab und versprach, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Außerdem forderte er die Investoren dazu auf, den Bürger das Projekt in einer gesonderten Präsentation vorzustellen.
Auch Ursula Schmidt (SPD) sieht die Verkehrssituation, insbesondere für die Waldbrunner Straße kritisch. Detlef Wildenheim (CSU) regte einer Bürgerinformationsveranstaltung an.
Hannes Bußjäger (Freie Wähler) meinte, man hätte bei der Präsentation kaum etwas gesehen: „Das hätte man besser machen können.“

Klaus Korneder sagte abschließend, dass er eine Tankstelle aus verschiedenen Gründen für problematisch hält und auch von einem Fastfood-Restaurant nichts hält.
“Was wir aber wirklich brauchen könnten, wäre eine Apotheke.“ sagte Korneder.
Er versicherte den anwesenden Bürgern, zeitnah eine Informationsveranstaltung, bei der sich die Bürger auch äußern und Fragen stellen können, zu veranstalten.

Im Video sehen können Sie eine Luftbildaufnahme des für das Fachmarktzentrum geplanten Grundstücks sehen.

Beitragsbild und Luftbildaufnahmen von Andreas Mauermayer

9 Antworten auf “Pläne für Nahversorgungszentrum in Neukeferloh vorgestellt

  1. Dieses Vorhaben zeigt leider zwei Dinge-wieder einmal deutlich auf:

    Einerseits krankt unsere Gemeinde leider an einer sinnvollen, nachhaltigen und mit den Bürgern abgestimmten Ortsentwicklung. Was ist sinnvoll, was brauchen wir, was wollen wir. Und eben, was nicht!

    Andererseits ist die Kommunikation derartiger Vorhaben verbesserungsbedürftig.

    Es gibt für die Ortsentwicklung geeignete Konzepte und Möglichkeiten dieses mittel- und langfristig zu planen und vor allem in geeignete Weise mit den BürgerInnen zu diskutieren.

    An der Stelle erinnere ich an die jüngsten Maßnahmen (Bebauung Grasbrunner Hof- die Auswirkungen der zusätzlichen Bebauung sind m.E. nicht umfassend in diesem neuerlichen (Unsinns-) Projekt berücksichtigt, oder auch den überdimensionierten Pferdehof…von der fehlenden regenerativen Energiegewinnung bei der Sporthalle ganz abgesehen.

  2. Die Planung und Vorstellung hätte ein Grundschulkind besser hinbekommen !!!!
    Und so jemanden soll man hier bauen lassen.
    Katastrophe !!!!!
    Bannwald bleibt Bannwald dafür ist er auch da.

  3. Die Lösung für die Verkehrsführung war so undurchdacht, wie ein Schuß in Ofen!
    Die Verkehrsbelastung steigt nämlich nicht nur durch die Zufahrt über die B304, sondern auch über die Zufahrt vom Ortsteil Grasbrunn.
    Jene, die aus Oberpframmern/Glonn kommen und Richtung Norden wollen, fahren, falls sie noch etwas besorgen müssen, nicht in Putzbrunn auf die Autobahn, sondern fahren über Harthausen bzw. Grasbrunn direkt nach Neukeferloh. Hat das Gutachten dies berücksichtigt?

    Eines ist auf jeden Fall klar: Verkehrstechnisch bedeutet dies eine deutliche Mehrbelastung für ALLE Gemeindeteile!!!
    Merke: Wenn dieses Projekt wirklich realisiert wird, dann stecken mehr dahinter als nur der Investor!

    1. Hallo Oliver
      Ja und nicht vergessen – die Urlauber deren Navi sie zu einer günstigen Einkaufs-und Rastmöglichkeit von der Autobahn ableitet

  4. Ich war im Vorfeld wirklich gespannt auf die Vorstellung durch den Investor.
    Bei einem Projekt dieser Größenordnung hatte ich zumindest erwartet, dass schlagkräftige Argumente präsentiert werden.
    Wenn die Vorstellung bei den Parteien ähnlich dilettantisch waren, wie die gestrige, dann kann ich nicht verstehen, wie man diesen Herren nochmals ein solches Podium hat bieten können.
    Herr Korneder und Mitglieder des von uns gewählten Gemeinderats – BITTE SETZEN SIE DIESEM TREIBEN EIN ENDE!
    Wer den Bannwald nicht ehrt, ist in dieser Gemeinde verkehrt!!!!!!

  5. Diese Präsentation war sowohl was den Vortrag als auch den Inhalt angeht, eine bodenlose Frechheit – von der Präsentation ganz zu schweigen!
    Die geplante Zu- und Abfahrt zu diesem Fachmarktzentrum ist weder kreativ noch umsetzbar! Herr Schöb, bitte ersparen sie uns und ihnen jede weitere Veranstaltung und bringen sie ihr Wissen (?) anderenorts ein!

  6. Die Präsentation war für mich ein einziges Desaster. Hätte ich mir von einer Person, die in dem Metier arbeitet, anders vorgestellt.
    Es müssen zudem auch Ideen eingebracht werden, die sinnvoller erscheinen. Die Idee einer Apotheke, sehr sinnvoll, zudem darf man auch nicht zu kurzsichtig planen, wenn eine Tankstelle, dann sollte man auch hier zukunftsorientierte Lösungen finden. 
    Zudem sehe ich in dem Projekt Potenzial, um Wohnraum zu schaffen, das wurde hier gar nicht berücksichtigt.

    Die Präsentationsvorlagen waren als Zuschauer nicht gescheit zu sehen und wurden dann leider auch nicht gut erklärt. 
    Ich dachte, dass ich mich hier erst einmal informieren möchte, bevor ich urteilen will, bin auf die Präsentation für die Bürger gespannt, in der auch jeder Bürger seine Meinung dazu abgeben kann. Wenn diese Präsentation in dieser Art abläuft, wie in der gestrigen Sitzung, sehe ich das Projekt jetzt schon als gescheitert. 

    Auch die Befürchtungen und Anmerkungen von Bündnis 90 waren sehr deutlich vermittelt, eventuell müsste man auch hier einmal besser drauf eingehen.
    Eine Mitarbeit oder Befragung der Mitbürger ist hier sehr sinnvoll, es gibt bestimmt auch richtig gute Ideen, an die keiner der Investoren denkt, miteinander gestalten, das wäre ein wünschenswertes Ziel.

  7. Das war fürs erste doch eine wichtige Infoveranstaltung.
    Nun wissen wir was auf uns zukommt
    Mehr Verkehr, mehr Verschmutzung, mehr Lärm, 24 Stunden – Betrieb
    Wollen wir das?
    Hände weg vom Bannwald

    1. Hallo Josef,
      Dem ist nichts hinzuzufügen.
      Das Ortsbild wird nachhaltig negativ verändert, damit sich unersättliche „Investoren“ die Taschen noch weiter füllen können. Die Gemeinderäte sollten sich bei der Abstimmung über einen in Zukunft eingereichten Bauantrag ihr Abstimmungsverhalten sehr genau überlegen. Sehr genau.

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