Söder will Cannabis-Konsum bekämpfen

Markus Söder mit "Kein Cannabis"-Plakat

Die bayerische Staatsregierung will den Cannabis-Konsum trotz der vom Bundestag beschlossenen Teil-Legalisierung so weit wie möglich bekämpfen oder erschweren.
“Wir werden dieses Gesetz extremst restriktiv anwenden. Da darf sich jeder darauf einstellen”, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer CSU-Vorstandssitzung in München und rät Konsumenten, Bayern zu verlassen.

“Wer Cannabis anbauen und konsumieren möchte, soll das woanders machen” und “Wer mit Cannabis glücklich werden wolle, ist anderswo besser aufgehoben als in Bayern. Das neue Cannabis-Gesetz ist ein Schaden für das Land” Söder weiter.

Bayern will sich nach Söders Angaben an “allem beteiligen”, wodurch sich das Gesetz verzögern, verändern oder außer Kraft setzen lassen könnte. Die Staatsregierung prüfe alle möglichen Klagegründe. Da sei zum einen die Frage, ob das Gesetz nicht auch im Bundesrat zustimmungspflichtig sei, weil es auch viele Strukturen der Länder betreffe. Zum anderen, ob das Gesetz nicht eine “echte Gefährdung” zur Folge habe. “Beides werden wir prüfen.”, sagte Söder.

2 Antworten auf “Söder will Cannabis-Konsum bekämpfen

  1. Ich sehe dieses Thema mit medizinischen Kenntnissen.
    Für mich ist Cannabis sehr wohl eine Einstiegsdroge, die momentan völlig unterschätzt wird.
    Das Gehirn eines Menschen ist erst ab Mitte 20 völlig ausgereift. Bis dahin kann man das Gehirn mit solchen Mitteln (auch mit Alkohol) irreversibel Schädigen.
    Zudem werden Jugendliche bei Besitz nicht strafrechtlich verfolgt, das heißt für mich ein 100% Freifahrtsschein.
    Wir haben jetzt schon eine total überlastete Judikative und Exikutive, sorry, das geht irgendwie für mich alles nicht auf.

    Menschen, die Cannabis zur Therapie verschiedener Krankheiten benötigen, dieses auch verschrieben.

    Wenn ich mir dann noch die Anzahl der Pflanzen anschaue, die erlaubt sind, sorry, es kann doch wirklich niemand glauben, dass, wenn ich 3 Pflanzen im Garten anpflanze, diese am nächsten Morgen noch stehen, wenn diese gut gewachsen sind.
    Ich bin der Meinung, dass hier völlig falsch vorgegangen wird.
    Alkohol ist Droge Nummer 1 in Deutschland (momentan), da hätte man was verändern können aber nicht noch eine Droge hinzu legalisieren sollen.

    Da Cannabis auch dafür bekannt ist, Psychosen auszulösen stellt sich für mich noch die Frage, was ich mit solchen Patienten dann machen soll?
    Die psychologischen Kliniken sind jedenfalls voll am Anschlag, oftmals müssen schwer depressive Patienten warten, bis sie einen Platz zur Therapie bekommen.

    Jetzt liest sich jeder bitte mal durch, was solche Angstpsychosen mit sich bringen und dann kommt hoffentlich das große Erwachen, warum ich absolut dagegen bin, Cannabis zu legalisieren.

    Hier ein Link dazu:
    https://www.mywaybettyford.de/suchtkompendium/cannabis-psychose

    Ich schreibe dies mit medizinischen Kenntnissen und als Mutter 2er Kinder, die mir sehr am Herzen liegen.

  2. Herr Söder, der sich gerne als modern und innovativ präsentiert, setzt mit seiner Haltung zum bundesweiten Gesetz zur Legalisierung von Cannabis erneut auf populistische Nebelkerzen und hofft, damit den Nerv seines “Volkes” zu treffen.

    Leider scheint das möglicherweise sogar zu funktionieren, aber dies stellt lediglich eine weitere Ausprägung des – langsam nervenden – Ampel-Bashings dar und entbehrt jeglicher Fakten.

    Fakten gefällig? “Cannabis: Was bedeutet die Teil-Legalisierung in Deutschland?”
    https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Cannabis-Was-bedeutet-die-Teil-Legalisierung-in-Deutschland,cannabisfaq100.html#:~:text=Erwachsene%20d%C3%BCrfen%20k%C3%BCnftig%20bis%20zu,Pflanzen%20pro%20erwachsener%20Person%20erlaubt.

    Wenn es um eine auf Fakten basierende Politik und Meinung ginge, hätte Herr Söder darauf hingewiesen, was durch das neue Gesetz geregelt wurde. Das Gesetz hat unter anderem den Schutz von Minderjährigen und Jugendlichen im Blick. Dealen bleibt strafbar, und der Besitz sowie Konsum werden überwacht. Statt Schwarzmarkt und Beschaffungskriminalität erhält der Staat (jaja, auch der Staat Bayern) die Möglichkeit, Einfluss auf bisher unkontrollierte Entwicklungen im Zusammenhang mit Cannabis zu nehmen.

    Was Drogen, insbesondere Alkohol, bei Minderjährigen und Jugendlichen bewirken können, zeigt der Alkoholsurvey 2021 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
    “Der Substanzkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland – Ergebnisse des Alkoholsurveys 2021 zu Alkohol, Rauchen, Cannabis und Trends.”
    https://www.bzga.de/forschung/studien/abgeschlossene-studien/studien-ab-1997/suchtpraevention/der-substanzkonsum-jugendlicher-und-junger-erwachsener-in-deutschland/
    Statt Drogen kontrollieren zu wollen, scheint Herr Söder eher auf den kontrollierten Alkoholrausch zu setzen (Nockherberg, Gillamoos, ungezählte Bier- und Festzelte). Dies wirft Fragen zur Glaubwürdigkeit einer Politik auf, die mit zweierlei Maß misst, besonders wenn man bedenkt, was der Alkoholkonsum bei Jugendlichen bewirken kann.

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