Brandanschlags-Serie erschüttert Stadt Haar

In nur 45 Minuten wurden am Montag fünf brennende Bengalos in Wohnungen, ein Geschäft und sogar während eines Kindergottesdienstes in eine Kirche geworfen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter schwerer Brandstiftung.
Brandanschlags-Serie erschüttert Stadt Haar

Rund um den See am Jagdfeldring in Haar sorgten ein oder mehrere unbekannte Täter am Montagnachmittag zwischen 16:30 und 17:15 Uhr für erhebliche Aufregung. In dieser kurzen Zeitspanne wurden gleich fünf brennende pyrotechnische Bengalo-Fackeln, die sehr hell und farbig brennen sowie starken Rauch erzeugen, in Gebäude geworfen oder dort platziert.

Den Anfang machte gegen 16:30 Uhr ein Vorfall in einer Erdgeschosswohnung „Am See“: Eine 44-jährige Anwohnerin bemerkte den brennenden Gegenstand im Eingangsbereich, ihr Ehemann löschte ihn. Kurz darauf steckten die Täter einen weiteren Bengalo in einen Spalt zwischen Balkon und Hauswand eines Mehrfamilienhauses. Eine 23-Jährige und zwei 17-Jährige beobachteten dies vom Balkon und löschten den ausgebrannten Gegenstand später mit Wasser. Gegen 16:50 Uhr flog ein brennender Bengalo durch eine geöffnete Balkontür in die Wohnung einer 56-Jährigen an der Hans-Stießberger-Straße, die ihn kurzerhand auf den Gehweg warf.

Besonders erschreckend war der Vorfall gegen 17:00 Uhr, als die Täter während eines Segnungsgottesdienstes für Erstklässler einen brennenden Bengalo im Eingangsbereich der Kirche St. Bonifatius im Jagdfeld ablegten: Während Pastoralreferent Josef Dimpfl gerade das Eingangslied mit den Kindern gesungen hatte und vorne beschäftigt war, bemerkten hinten sitzende Väter geistesgegenwärtig den ungewöhnlichen Rauch, griffen sofort zu der Fackel und warfen sie in den nahegelegenen Jagdfeldsee, während Pfarrerin Imhoff sich um die ruhig sitzen gebliebenen Kinder kümmerte und anschließend alle Fenster zum Durchlüften geöffnet wurden, sodass am Ende niemand zu Schaden kam.

Der letzte Vorfall ereignete sich gegen 17:15 Uhr in einem Ladengeschäft im Bereich Jagdfeldring: Ein brennender Gegenstand wurde durch den geöffneten Hintereingang in den Verkaufsraum geworfen, während sich der 28-jährige Geschäftsführer im Laden aufhielt. Der Täter flüchtete anschließend mit dem Fahrrad.

Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe der Taten geht die Polizei von einem Zusammenhang aus. Ein Tatverdächtiger wird als etwa 14-jähriger Junge beschrieben, rund 1,60 Meter groß, mit kurzen schwarzen Haaren, schwarzem T-Shirt und dunkler Hose. Der entstandene Sachschaden bewegt sich insgesamt im niedrigen vierstelligen Bereich – verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen versuchter schwerer Brandstiftung in fünf Fällen und sucht dringend Zeugen. Wer am Montag zwischen 16:30 und 17:15 Uhr im Bereich Münchner Straße, Jagdfeldring, „Am See“ oder Hans-Stießberger-Straße in Haar verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kommissariat 13 des Polizeipräsidiums München unter Tel. 089-2910-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Beitragsbild: Jagdfeldzentrum, Apple Maps

Teilen mit:

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung der von Ihnen angegebenen, personenbezogenen Daten zu.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

 

Es werden alle Kommentare moderiert. Lesen Sie bitte auch unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.