Am 20. November 2025 kamen rund 300 Menschen zur spontan organisierten Trauerfeier bei der Feuerwehr Grasbrunn zusammen. Kameradinnen und Kameraden aus Harthausen, Putzbrunn und Haar standen Schulter an Schulter, als der Trauerzug – begleitet von Tobias‘ Ausrüstung – zur Messe in St. Ulrich zog. Im Feuerwehrhaus lagen ein Kondolenzbuch und unzählige Erinnerungen aus: Dankbarkeit, Fassungslosigkeit, Geschichten voller Respekt und Zuneigung.

Am schwersten war dieser Tag für seine Familie – seine Eltern Martina und Thomas, seine Schwester Sarah und seinen Zwillingsbruder Daniel, mit dem Tobias nicht nur das Leben, sondern auch das Ehrenamt geteilt hat. Die beiden waren ein Team, auf das man sich blind verlassen konnte.
Tobias trat am 16. März 2016 der Feuerwehr Grasbrunn bei. Dort machte er schnell deutlich, dass er nicht einfach „mitlaufen“ wollte. Er war jemand, der zupackte, Verantwortung übernahm, den Laden zusammenhielt: Ab 2022 als Oberfeuerwehrmann, Gerätewart für beide Feuerwehrhäuser in Grasbrunn und Neukeferloh und ein verlässliches Rückgrat der Mannschaft.
Alle, die mit ihm arbeiteten, spürten sofort: „Für Tobias war die Feuerwehr keine Freizeitbeschäftigung – sondern eine Berufung.“ sagt Tobias‘ Firmpate und Feuerwehrhauptkommandant Hannes Bußjäger.
Diese Haltung lebte er auch im Burschenverein und der Dirndlschaft. Tobias und sein Bruder Daniel waren dort feste Säulen des Dorflebens. Sie waren die, die aufbauten, abbauten, anpackten – und dafür sorgten, dass Traditionspflege nicht nur ein Wort auf einem Papier blieb.
Freunde, Burschen und Feuerwehrkollegen beschreiben Tobias als charakterstark, kantig im besten Sinne, gradlinig, verlässlich. „Der Tobi war ein Mensch mit Charakter – solche Typen findet man heutzutage nur noch selten.“ Er hatte eine Meinung – und stand zu ihr. Für viele der jüngeren Burschen und Feuerwehrler war ein Grasbrunn ohne ihn undenkbar.
Und jenseits aller Einsätze gab es den Tobi, mit dem man einfach gut zusammensitzen konnte – im Feuerwehrstüberl, bei einer Halben, beim Ratschen.
Legendär war auch sein Einsatz an den Burschenfesten: „Er war der, der die Burschen mit dem Hänger gefahren hat – nüchtern unter 20 Grasbrunner Burschen. Dafür brauchst du Nerven wie Drahtseile.“ sagte einer seiner Freunde.
Doch Tobias tat es gern. So wie alles, was er machte. Mit Leidenschaft. Mit Herz. Mit Humor.
Tobias war kein Mitglied irgendwo – er war ein tragender Teil dieser Gemeinde. Einer, der überall dort auftauchte, wo er gebraucht wurde. Der nicht fragte, sondern machte. Der nie im Mittelpunkt stehen wollte, aber oft der Mittelpunkt war.
Grasbrunn verliert mit „dem Tobi“ jemanden, der die Dorfgemeinschaft über Jahre geprägt hat – und noch viele Jahre geprägt hätte. Seine Lücke wird bleiben. Sein Beispiel auch.
Die Beerdigung findet am Freitag, 5. Dezember 2025, auf dem Waldfriedhof Neukeferloh statt. Grasbrunn nimmt dann Abschied von einem, der hier nie fehlen durfte.

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