Grasbrunner Gemeinderat stellt Planungen für Geothermie-Heizzentrale auf dem Bolzplatz ein

In der ersten Gemeinderatssitzung 2026 wurde eine wichtige Entscheidung zur Geothermie-Heizzentrale in Grasbrunn getroffen: Der ursprünglich geplante Standort am Bolzplatz wird verworfen, stattdessen wird ein alternativer Standort geprüft.
Grasbrunner Gemeinderat stellt Planungen für Geothermie-Heizzentrale auf dem Bolzplatz ein

Am 27. Januar 2026 fand im vollen Ratssaal des Grasbrunner Rathauses die erste Gemeinderatssitzung des Jahres statt. Ein zentraler Tagesordnungspunkt war der Antrag der Freien Wähler, der CSU und Bündnis 90/Die Grünen zum Standort der Geothermie-Heizzentrale.
Die Sitzung zog nicht nur die Gemeinderäte an, sondern auch viele interessierte Zuschauer, darunter auch Listenkandidaten für die Kommunalwahl 2026. So waren Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann und Thorsten Kanwischer von den Grasbrunner Grünen, Bürgermeisterkandidat Andreas Ziegler von der SPD, sowie Sylvia Kegler von der FDP und Peter Walczuch (Sprecher der Interessengemeinschaft Bolzplatz im Technopark Neukeferloh) anwesend. Auch der ehemahlige Gemeinderat Axel Bornheimer, der die Interessengemeinschaft im letzten Jahr unterstützte, saß im Publikum.

Die Entscheidung über den Standort der geplanten Geothermie-Heizzentrale im Technopark Neukeferloh sorgte für viel Diskussion. Grasbrunns Erster Bürgermeister Klaus Korneder erklärte, dass er es grundsätzlich für richtig halte, die Planung öffentlich zu diskutieren und dass die Entscheidung für den Bolzplatz als Standort damals nicht grundlegend falsch war.
Korneder wies darauf hin, dass der Bolzplatz der Gemeinde gehöre, wodurch keine zusätzlichen Kaufkosten für ein anderes Grundstück entstünden. Jedoch sei er sich der Bedenken der Bevölkerung bewusst und habe bereits Gespräche mit Landrat Christoph Göbel über eine alternative Fläche neben der Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises München geführt.
Ein Problem bleibe jedoch die noch ausstehende Klärung, wann die dort befindlichen Containerwohnungen für Geflüchtete umgesiedelt werden könnten.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde auch vor den möglichen rechtlichen Auseinandersetzungen durch Anwohner gewarnt, die den Bau der Heizzentrale am Bolzplatz verzögern könnten. Mehrere Gemeinderäte räumten ein, dass die ursprünglich einstimmige Zustimmung zum Standort am Bolzplatz durch die starken Einwände der Bürger und die damit verbundenen Schwierigkeiten neu bewertet werden müsse.

Letztlich wurde mehrheitlich beschlossen, die Planung für den Standort am Bolzplatz einzustellen und stattdessen den Fokus auf alternative Standorte zu legen.
Die Freie Wählergemeinschaft, die CSU und Bündnis 90/Die Grünen hatten vorgeschlagen, die geplante Heizzentrale auf einem Grundstück neben der Kfz-Zulassungsstelle zu errichten.

Es wurden auch noch zwei weitere Alternativfläche im Technopark 2 (am Ende des Werner-von-Siemens-Rings und im Bannwald bei den Bahngleisen) als mögliche Optionen genannt. Allerdings sind hier Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern erforderlich, um die Flächen zu erwerben, und auch die verkehrliche Erschließung muss noch geklärt werden.

Die alternativen Standorte für die Geothermie-Heizzentrale

Die Entscheidung, die Geothermie-Heizzentrale an einem neuen Standort zu realisieren, wurde von den Ratsmitgliedern als pragmatisch angesehen, um das Projekt nicht unnötig in die Länge zu ziehen und bessere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erzielen. Peter Walczuch, Sprecher der Interessengemeinschaft Bolzplatz, zeigte sich nach der Sitzung erleichtert, dass die Bedenken der Bürger ernst genommen wurden und nun eine realistischere Lösung auf den Weg gebracht wird.

Dieser Komplex von Planungen zeigt erneut, wie wichtig Bürgerbeteiligung und transparente Kommunikation bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten sind. Die Geothermie-Heizzentrale bleibt ein wichtiges Projekt im Hinblick auf die Energiewende und die nachhaltige Energieversorgung von Grasbrunn, doch auch die Bedürfnisse der Anwohner und die ökologischen sowie rechtlichen Herausforderungen müssen berücksichtigt werden.

Für eine detaillierte Übersicht der bisherigen Diskussionen und weiteren Entwicklungen rund um das Thema Geothermie-Heizzentrale finden Sie alle die Artikel hier bei Grasbrunn Aktuell.

Das Projekt bleibt weiterhin ein Schlüsselfaktor für die künftige Energieinfrastruktur von Grasbrunn und den Partnergemeinden Haar, Vaterstetten und Zorneding. Es bleibt abzuwarten, wie die neuen Standortoptionen sich in der Planung und den Verhandlungen weiterentwickeln werden. Ein Wahlkampfthema ist die Energiezentrale auf dem Bolzplatz im Technopark allerdings jetzt nicht mehr.

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5 Antworten auf “Grasbrunner Gemeinderat stellt Planungen für Geothermie-Heizzentrale auf dem Bolzplatz ein

  1. Es wird Kindern und Jugendlichen auf dem Bolzplatz eine große Spiel- und Auslauffläche genommen. Auch geplanter Bannwald ist betroffen. Eine solche Industrieanlage, u.a. mit 33m hohen Kaminen, gehört nicht in ein Wohngebiet. Wenn jemand die Energiezentrale in seiner Wohnnähe haben möchte, so kann man sich gerne bei der Gemeindeverwaltung melden.

  2. Vor nicht allzulanger Zeit opponierten Grasbrunner Bürger erfolgreich gegen die Abholzung des Bannwaldes an der B304. Es ist doch nun ein schlechter Witz, dass zwei der drei Standorte innerhalb der Bannwaldgrenzen liegen. Hauptsache möglichst weit weg von irgendwelchen Wohnhäusern. Dabei ist der Lärm einer solchen Energiezentrale äuserst gering.

    1. Hallo Herr Burgstaller,
      zur Prüfung einer weiteren Standort-Alternative – bitte ich sie um Ihre Anschrift.
      Vielen Dank

  3. Es ist ein wichtiger Schritt zu einer bürgernahen Gemeindearbeit getan
    Gratulation an die Bürgerinitiative und die Fraktionen die den Antrag eingebracht haben
    Der Bolzplatz gehört uns Bürgern und muss erhalten bleiben

  4. Wir sehr froh über diese Entscheidung des Gemeinderats. Der Einsatz für den Erhalt dieser wichtigen Freizeitfläche hat sich gelohnt. Dank an alle Unterstützer in Grasbrunn und Vaterstetten.

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