Hier sollen Putzbrunns Windräder stehen

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Die Gemeinde Putzbrunn hat mögliche Standorte für Windräder ausgemacht. Vier Anlagen könnten dabei schon den halben Strombedarf im Ort decken.

Putzbrunn – Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) und Putzbrunns Klimaschutzmanager Dominik Dirschmid setzen für die Strom-Zukunft der Gemeinde auf Windkraft. Es brauche vier Windräder, 22 Hektar PV-Freiflächen und 70 000 Quadratmeter PV-Dächer – „so können wir 90 Prozent des Stroms erzeugen“, sagte Dirschmid im Bauausschuss.

Durch das neue Wind-an-Land-Gesetz soll jede Gemeinde potenzielle Standorte als „Vorrangflächen“ an den Regionalen Planungsverband (RPV) melden. Dieser prüft die Areale auf mögliche Beschränkungen, wie Straßen, Bahnlinien oder Naturschutzgebiete. Der Landtag beschloss 2022, Windräder müssen mindestens 1000 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt sein. Doch selbst dann kann Putzbrunn keine Fläche mit dem Mindestabstand bieten. Weil jedoch ab 2023 pauschale Abstandsregelungen vollständig gefallen sind, wurden die Mindestabstände deutlich reduziert.
„Auf alle Fälle eine Bürgerbeteiligung“

Auf Basis der von der Energieagentur Ebersberg-München und dem Unternehmen „Eniano“ ermittelten Potenzialflächen, die alle mindestens 500 Metern vom nächsten Wohnhaus entfernt sind, hat Putzbrunn sieben mögliche Standorte für Windräder gefunden, die auch von der Windstärke und -häufigkeit geeignet wären. In Frage kommen folgende Flächen: südöstlich von Keferloh, im Truderinger Forst, zwischen der B 471 und der St 2079, zwischen der A 99 und der St 2079 auf Höhe des Kieswerks sowie im Süden der Gemeinde, westlich und östlich der A 99.

Sybille Martinschledde (Grüne) bevorzugt die Standorte an der Autobahn und schlug vor: „Es sollte dann auf alle Fälle eine Bürgerbeteiligung geben.“ Tobias Stokloßa (CSU) und Josef Jakob (FWG) hätten gerne den Standort südlich von Keferloh. „Dort wollen die Grasbrunner auch was machen, da sollten wir eine Kooperation anstreben. Standorte im Süden lehnen wir ab“, sagte Jakob. Martina Hechl (GPP) plädierte für die Standorte an der Autobahn. Klostermeier sprach sich ebenfalls für die autobahnnahen Standorte aus, „da hört man nichts vom Windrad“, oder den Standort südlich von Keferloh.
„Windrad-Investoren zahlen derart hohe Summen, da verkauft jeder“

Beschlossen hat der Bauausschuss dann drei Standorte an der Autobahn sowie im Wald bei Keferloh, hier könnten auch zwei Windräder stehen. Entscheiden wird es der Gemeinderat. Hechl fragte, was sei, wenn ein Grundstücksbesitzer nicht einverstanden ist, ob der enteignet würde. „Nein“, sagte Klostermeier, „aber die Windrad-Investoren zahlen derart hohe Summen, da verkauft jeder.“

Dirschmid erläuterte zudem die enorme Bedeutung der Windkraft für Putzbrunn. „Wir wollen beim Verkehr und bei der Wärmegewinnung weg von fossilen Energieträgern – daher brauchen wir viel Strom und den durch Wind erzeugt.“ Er rechnet in den kommenden Jahren durch die E-Mobilität sowie strombetriebene Wärmepumpen mit einem stark steigenden Stromverbrauch von heute rund 30 GWh auf rund 69 GWh im Jahr 2040. Um das gemeindliche Ziel von mindestens 50 Prozent regenerativem Strom zu erreichen, oder 80 Prozent, wie es Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) fordert, brauche Putzbrunn bis 2035 vier Windkraftanlagen, dazu 70 000 Quadratmeter PV-Anlagen auf Dächern und 22 Hektar PV-Freiflächen, rechnete Dirschmid vor. „Alleine die vier Windräder würden die Hälfte unseres Stroms erzeugen – sauber und auf kleiner Fläche“, sagte Bürgermeister Klostermeier, der keinen Hehl aus seiner Präferenz für Windräder anstelle von PV-Anlagen macht.

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