Schützenkönige im Gespräch: Mic Fränkel & Markus Meyer

Ein Interview über Tradition, Nachwuchs und die Faszination des Schießsports.
Schützenkönige im Gespräch: Mic Fränkel & Markus Meyer

Mic Fränkel und Markus Meyer sind zwei prägende Gesichter der Edelweißschützen Grasbrunn-Neukeferloh. Beide tragen den prestigeträchtigen Titel des Schützenkönigs und engagieren sich seit vielen Jahren leidenschaftlich für ihren Verein. Während Markus Meyer, langjähriges Mitglied und mehrfacher Schützenkönig, bereits seit seiner Jugend fest in der Schützentradition verankert ist, fand Mic Fränkel über seinen Sohn den Weg zum Schießsport und war sofort von der Kombination aus Präzision, Konzentration und Gemeinschaft begeistert.

Im Interview sprechen die beiden über ihren Weg zum Schützenkönig, die Herausforderungen für den Verein, Nachwuchsgewinnung und die Bedeutung von Traditionen wie dem Maibaumfest. Außerdem räumen sie mit Vorurteilen über den Schießsport auf und erklären, warum Ehrenamt und Gemeinschaft für sie eine Herzensangelegenheit sind.

Grasbrunn Aktuell: Hallo Markus, hallo Mic! Schön, dass ihr Zeit für uns gefunden habt. Ihr beide tragt den prestigeträchtigen Titel des Schützenkönigs. Wie oft habt ihr ihn schon gewonnen und was bedeutet er euch?

Mic Fränkel: Zwei Mal hatte ich das Glück, den besten Treffer zu landen. Es fühlt sich immer noch surreal an, weil es so viele bessere Schützen gibt. Aber ich trage den Titel mit Stolz und Demut.

Markus Meyer: Ich war Jugendschützenkönig und habe 1989 sowie 1999 den Titel geholt. Mehrmals wurde ich auch Brezn- und Wurstkönig. Es ist immer etwas Besonderes, gerade bei Schützenumzügen wie auf der Wiesn.

Grasbrunn Aktuell: Sportschießen wird oft mit Vorurteilen konfrontiert, insbesondere in Bezug auf die Sicherheit oder die vermeintliche Nähe zu Waffenbesitz. Wie begegnet ihr solchen Vorurteilen und was möchtet ihr den Menschen darüber mitteilen?

Mic Fränkel: Viele sehen nur das Thema „Waffe“. Dabei geht es beim Sportschießen um Konzentration und Präzision – es ist daher mehr mit Golf vergleichbar als mit Gewalt.

Markus Meyer: Genau. Der Sport erfordert Körperbeherrschung wie viele andere Disziplinen auch. Deutschland feiert Medaillen im Schießen und Biathlon, aber trotzdem gibt es Vorurteile. Dabei ist unser Sport sicher und gewaltfrei.

Grasbrunn Aktuell: Wie steht ihr zu den Diskussionen um strengere Waffengesetze in Deutschland, und wie könnten sich solche Gesetze auf den Schießsport auswirken?

Mic Fränkel: Unsere Luftdruckgewehre haben bereits strenge Auflagen. Generell sind die geltenden Regeln ausreichend, sie müssten nur konsequenter umgesetzt werden. Noch strengere Auflagen könnten den Nachwuchs abschrecken und Vereine gefährden.

Markus Meyer: Deutschland hat ja bereits sehr strenge Waffengesetze. Weitere Verschärfungen würden den Sport gefährden. Gleichzeitig gibt es paradoxe Entwicklungen, z. B. mehr Anfragen zur Mitgliedschaft während der Flüchtlingskrise, da Mitglieder Waffen besitzen dürfen.

Grasbrunn Aktuell: Viele Vereine kämpfen mit Nachwuchsproblemen. Wie sieht es bei euch aus?

Mic Fränkel: Es ist schwer, neue Erwachsene zu gewinnen, aber unser Nachwuchs wächst. Die Jugendarbeit hat höchste Priorität.

Markus Meyer: Jugendliche probieren heutzutage vieles aus, aber bleiben selten dabei. Wir setzen verstärkt auf Veranstaltungen und wollen mit einem Lichtpunktgewehr Hemmschwellen abbauen.

Mic Fränkel: Mundpropaganda funktioniert auch gut. Zusätzlich organisieren wir gemeinsame Ausflüge, um den Teamgeist zu stärken.

Grasbrunn Aktuell: Die Edelweißschützen organisieren regelmäßig das Maibaumfest in Neukeferloh. Könnt Ihr uns noch ein wenig über das Maibaumfest 2024 erzählen? Was war für Euch am schönsten?

Mic Fränkel: Das Maibaumfest 2024 war etwas Besonderes, gerade nach der langen Corona-Pause. Die Zeit in der Wachhüttn war gesellig, und die positiven Rückmeldungen haben uns sehr gefreut.

Markus Meyer: Beim Maibaumfest kommen viele Vereine und Bürger zusammen – das stärkt die Gemeinschaft. Das Gauschießen dagegen bringt eher die Schützenvereine sportlich zusammen.

Grasbrunn Aktuell: Ihr habt eine enge Verbindung zur Schützengemeinschaft Wendlstoana Putzbrunn. Wie wichtig ist diese Freundschaft?

Mic Fränkel: Unser Patenverein ist unser engster Partner. Gegenseitige Unterstützung ist essenziell, gerade weil viele Schützenvereine nur wenige Mitglieder haben.

Markus Meyer: Die Wendlstoana helfen uns z. B. bei der Maibaumwache. Zum Jubiläum haben sie sogar mit einem Salutzug das Maibaumaufstellen geehrt – ein tolles Zeichen der Verbundenheit!

Grasbrunn Aktuell: Welche Herausforderungen seht ihr für die Edelweißschützen in den nächsten Jahren?

Mic Fränkel: Die größte Herausforderung ist, Mitglieder langfristig zu motivieren und neue zu gewinnen.

Markus Meyer: Gerade in Städten sterben viele Schützenvereine aus. Auch bei uns ist die Mitgliedergewinnung essenziell für die Zukunft.

Mic Fränkel: Ich hoffe, dass eine neue Generation das Ruder übernimmt und der Schießsport fester Bestandteil unserer Tradition bleibt.

Grasbrunn Aktuell: Ihr investiert viel Zeit und Energie in den Verein. Was motiviert euch dazu?

Mic Fränkel: Ehrenamtliche Arbeit ist unverzichtbar für ein gutes Zusammenleben. Zu sehen, dass Menschen Freude daran haben, erfüllt mich sehr.

Markus Meyer: Ich liebe den Sport und das Gemeinschaftsgefühl. Gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, gibt mir Zufriedenheit.

Grasbrunn Aktuell: Was würdet ihr Menschen sagen, die dem Sportschießen skeptisch gegenüberstehen?

Mic Fränkel: Kommt vorbei und probiert es einfach mal aus! Die Gemeinschaft ist mindestens genauso wichtig wie der Sport.

Markus Meyer: Genau. Wer einmal sieht, wie es bei uns zugeht, merkt schnell, wie faszinierend und familiär dieser Sport ist.

Grasbrunn Aktuell: Vielen Dank euch beiden für das spannende Gespräch!

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