Pachtverhalt nach Wildenheimer Art

Unlängst reklamierte Detlef Wildenheim noch auf Reaktion unseres Beitrags „Frische Sicht auf den 2. Bürgermeister„, er sei nicht der Pächter des Bodenschneidhauses – man müsse sich daher auch keine Gedanken über seine Amtsausübung als 2. Bürgermeister und Vorsitzenden der Grasbrunner CSU machen.

Nun müssen die erstaunten Grasbrunner aber doch lesen, dass Nadine und Detlef Wildenheim das Bodenschneidhaus seit 1. Juni 2021 bewirten und von Juli an als Pächter übernehmen werden.

Pachtverhalt Wildenheimer Art
Ab 01.07. übernehmen Nadine und Detlef Wildenheim das Bodenschneidhaus und betreuen es seit dem 01.06.2021. Die Sektion Bodenschneid freut sich über unsere neuen Pächter! Wir wünschen euch einen guten Start! — Quelle: bodenschneidhaus.de

Möglicherweise wird sich für die alte, alternative Wahrheit eine plausible Erklärung finden. Und ganz bestimmt wird sichergestellt werden, dass die aus der Verantwortung als Pächter resultierende Abstinenz von Detlef Wildenheim in Gemeinderat und CSU genauso wenig spürbar sein wird wie bisher seine Anwesenheit.

Und nun? Nachdem sich unser 1. Bürgermeister Klaus Korneder bisweilen recht still, also eigentlich gar nicht, zu diesem Sachverhalt geäußert hat (müsste man nicht „Pachtverhalt“ schreiben?), könnte man vermuten, dass ihn Wildenheims Abstinenz nicht wirklich stört. Und auch von Gemeinderat und CSU gibt es bisweilen keinen Einspruch, sodass hier der Grundsatz anwendbar scheint „Schweigen als Zustimmung“.

Und so kommt es, dass Grasbrunn die erste bayerische Gemeinde ohne jedwelchen Bezug zu Bergen, Almhütten und Co ist, die einen echten Hüttenwirt zum 2. Bürgermeister hat – bzw. auch nicht zum 2. Bürgermeister hat, da er ja die Hütte bewirten muss. Oder?

Ja ja, und erneut zeigt ein Zugereister den Bayern, wie Bauerntheater funktioniert.

Bild: Montage

6 Antworten auf “Pachtverhalt nach Wildenheimer Art

  1. Ich erinnere mich noch gut, als Grasbrunn aktuell vor Wochen erstmals berichtete…da war die Reaktion des zweiten Bürgermeisters schnell und (aus heutiger Sicht) sagen wir mal zweifelhaft. Nun scheint es ihm Wurscht zu sein!?
    Zumindest geschieht nichts- einen Rücktritt könnte man sicherlich schnell umsetzen.
    Das damals von ihm angebotene Gespräch ist jedoch sicherlich hinfällig…wenn man den Stimmen hier im Ort folgt.

  2. Ich schließe mich allen anderen, die hier schon zu dem Thema geschrieben haben an. Es spricht nichts dagegen, wenn sich jemand aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation nach neuen Gelegenheiten umsieht. Und es ist bewundernswert, wenn sich jemand entschließt, gerade in dieser unsicheren Zeit, als Quereinsteiger einen Gastronomiebetrieb in den Bergen führen zu wollen.
    Aber dies bedeutet eben auch vollen Einsatz. Sowas macht man nicht in seiner Freizeit und nur aus Spass.
Deshalb ist es auch nicht vorstellbar, wie man Pächter und Betreiber einer Almhütte, die drei Stunden entfernt von Grasbrunn liegt, Wohnwagenvermieter und vor allem zweiter Bürgermeister gleichzeitig sein kann. Für dieses bezahlte Amt ist es nun mal erforderlich, hauptsächlich im Ort zu sein und das können die Bürger von jemanden, der im Wahlkampf immer wieder den Bürgerdialog und Transparenz versprochen hat auch erwarten.

    Es wird Zeit, dass der Ortsvorsitzende der CSU und zweite Bürgermeister Detlef Wildenheim endlich Farbe bekennt und sich gegenüber seinen Wählern und den anderen Bürgern der Gemeinde Grasbrunn erklärt. Das Verhalten der CSU seit der Wahl kann man nur noch als peinlich bezeichnen. Und das sage ich als jemand, der bisher immer die CSU gewählt hat.

  3. Es sei daran erinnert, dass Herr Wildenheim im Wahlkampf seinerseits ja immer den „Bürgerdialog“ betont und Transparenz gefordert hat. Spätestens jetzt wäre es für ihn an der Zeit, den offensichtlichen Widerspruch zwischen dem „Pachtverhalt“, wie ihn jetzt die DAV-Sektion bestätigt hat, und seinem Kommentar, „nicht der Pächter“ des Bodenschneidhauses zu sein, aufzulösen. Bei allem Verständnis für berufliche Veränderungen sei auch daran erinnert, dass er als Stellvertreter des Bürgermeisters monatlich eine Dienstaufwandsentschädigung von 929,05 Euro aus dem Gemeindehaushalt erhält. An dieser Stelle wäre es auch gut zu erfahren, welche Aufgaben er dafür in den letzten Monaten in Grasbrunn wahrgenommen hat.

  4. Ich finde, man darf durchaus mal deftig schreiben und sich äußern. Ich bin der letzte, der Hrn. Wildenheim inhaltlich nahe stünde oder in Schutz nehmen würde; ich erinnere mich an die eigene Auseinandersetzung mit ihm während der Migrationskrise 2015/16 und seinen destruktiven Versuch, politisches Kapital aus der damaligen Verunsicherung vieler zu schlagen. Trotzdem finde ich, dass wir in dieser so lebenswerten kleinen Gemeinde mit Respekt miteinander umgehen sollten. Wenn Herr Wildenheim sich beruflich umorientiert, ist das für ihn persönlich hoffentlich wunderbar. Viele solche Veränderungen waren in der Corona-Zeit unvorhersehbare Wendungen und jeder muss daraus das Beste machen. Nur sollte er dann eben auch zu gegebener Zeit die gebotene Konsequenz ziehen, um erhobenen Hauptes aus der Situation zu gehen.

    1. Im Kern bin ich durchaus bereit ihrer Argumentation zu folgen- allerdings irritierte mich der damals äußerst abweisende Antwortton des (vermutlich bald ehemaligen) zweiten Bürgermeisters.

      Es steht jedem frei, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und sein eigenes Glück zu finden- wo und wie auch immer.

      Negativ finde ich, wenn man genau darauf angesprochen eben nicht wahrheitsgemäß antwortet! Was wäre so schlimm gewesen zu sagen, ja, ich möchte das mit der Hüttenwirt und wenn es klappt werde ich mich entscheiden.

      Wir dürfen bitte nicht vergessen, dass die Ämter unserer Bürgermeister von uns (recht gut) bezahlt werden.

      Ich gehe davon aus, dass nun entweder der zweite oder auch der erste Bürgermeister ausgeschwiegen hat und in dieser Sache aktiv wird

    2. +1 für Respekt, und ich gehe auch mit Menschen respektvoll um, die es im Umkehrschluss nicht gleich tun.

      Allerdings finde ich wichtig festzustellen, dass es hier um eine öffentliche Person geht, die sich mit aller Macht in den Stuhl des 2. Bürgermeisters geputscht hat. Wäre er „nur“ ein Bürger der Gemeinde, könnte man Hr. Wildenheim tatsächlich nur alles Gute auf seinen neuen beruflichen Wegen wünschen.

      Zur Erinnerung: Hr. Wildenheim ist sogar mal angetreten, Bürgermeister der Gemeinde zu werden. Für diejenigen, die seine inhaltlich „ambitionierte“ Bewerbungsrede noch einmal hören wollen, in der er sich in die Strahlkraft eines Wilhelm Dresel stellt, als würde die persönliche Kompetenz eines Menschen nach seinem Tod auf den CSU Ortsverband übergehen: https://vimeo.com/388867403

      So langsam scheint Hr. Wildenheim klar geworden zu sein, dass das Amt des 2. Bürgermeisters für ihn doch nur ein Trostpreis ist – trotz des hohen Kollateralschadens für die CSU Grasbrunn. Denn hinter vorgehaltener Hand hört man aus Reihen der CSU, dass sein Verhalten (vor und nach der Wahl) auch die Ortspartei gespalten hat.

      Respekt ist so eine Sache. Transparenz eine andere.
      Daher finde ich den Artikel hier richtig und wichtig.

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